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Mehr Geld

Der HGV und die Gewerkschaften haben ein neues Landesabkommen abgeschlossen. Die Löhne werden den steigenden Lebenshaltungskosten angepasst.

Nachdem sich die gesetzlichen und kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen für befristete und saisonale Arbeitsverträge auf nationaler Ebene geändert hatten, ergab sich die Notwendigkeit, das bestehende Landesabkommen für das Hotel- und Gastgewerbe in Südtirol anzupassen.

Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) und die lokalen Fachgewerkschaften des ASGB, Filcams CGIL/AGB, Fisascat SGBCISL und Uiltucs UIL-SGK haben kürzlich das neue Landesabkommen abgeschlossen. Mit diesem Abkommen wurde einerseits eine klare Regelung für befristete und saisonale Verträge im Tourismus geschaffen und andererseits die Löhne den steigenden Lebenshaltungskosten angepasst.

Die wesentliche Neuerung betrifft die Jahresbetriebe, welche nun die Möglichkeit haben, befristete Arbeitsverträge aufgrund saisonbedingter Mehrarbeit bis zu 315 Tagen im Kalenderjahr abzuschließen, heißt es in einer Presseaussendung. Aufgrund der besonderen saisonalen Situation in Südtirol haben der HGV und die lokalen Gewerkschaften vereinbart, dass in Betrieben mit einer jährlichen Schließungszeit von mindestens 50 Tagen im Kalenderjahr (zusammenhängend oder nicht zusammenhängend) kein Höchstmaß dieser befristeten Verträge vorgesehen ist. In ganzjährig geöffneten Betrieben darf die Anzahl der mit einem saisonbedingten befristeten Arbeitsvertrag eingestellten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 40 Prozent der unbefristet Beschäftigten nicht überschreiten.

Um die Vereinbarkeit von Freizeit und Beruf aufzuwerten, steht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einer Vertragsdauer von mehr als 300 Tagen ein Urlaubszeitraum von zwei Wochen zu. Für reine Saisonbetriebe mit einer Schließungszeit von 70 Tagen zusammenhängend bzw. 120 Tagen nicht zusammenhängend im Kalenderjahr gab es keine Änderungen, da für diese die gesetzlichen Rahmenbedingungen auf staatlicher Ebene unverändert geblieben sind.

In Zusammenhang mit der Neuregelung der befristeten Arbeitsverträge wurde von den Gewerkschaftsvertretern eine Regelung zur Stärkung der unbefristeten Arbeitsverträge im Gastgewerbe gefordert. Die Bestimmung des Landesabkommens sieht nun folgende Regelung vor: Mitarbeiter, die in zwei aufeinanderfolgenden Jahren für 315 Kalendertage beim selben Arbeitgeber beschäftigt sind, haben das Recht auf eine unbefristete Einstellung. Der Mitarbeiter muss hierfür innerhalb von sechs Monaten ab Erreichen der Voraussetzungen einen schriftlichen Antrag an den Arbeitgeber stellen. Diese Regelung gilt bereits für die ab 01.01.2018 gearbeiteten Zeiten und geht vorerst bis zum 31. Dezember 2021.

Das neue Landesabkommen sieht auch eine Lohnerhöhung vor. Die Verhandlungspartner vereinbarten eine Erhöhung des provinzialen Elementes um 50 Euro brutto. Die Erhöhung erfolgt in drei Stufen: 20 Euro ab dem 1. Mai 2019 und 15 Euro jeweils ab dem 1. Mai 2020 und dem 1. Mai 2021.

Zudem wurde im Landesabkommen festgehalten, dass sich der HGV und die lokalen Gewerkschaftsorganisationen innerhalb 30. Juni 2019 treffen, um den Beitritt zu einem lokalen Gesundheitsfonds zu vereinbaren.

Schlussendlich wurde eine Erhöhung des Arbeitgeberanteils im Falle einer Mitgliedschaft beim lokalen Zusatzrentenfonds Laborfonds beschlossen. Der Beitrag erhöht sich ab 1. April 2019 (II Trimester 2019) von bisher 0,55 Prozent auf 1,55 Prozent, heißt es abschließend in der Presseaussendung.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (11)

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  • wisoiundnetderfranz

    WOW!!!
    20 Euro brutto – hoffntlich reißts do koan Hottellier an Hax aus…
    … und es negste Johr nomol 15 Euro brutto und es ibrnegste schun wieder 15 Euro brutto…
    Do miasmer obr iaz schun schaugn, dass die Beitrossätze fürn Hotelumbau um mindestns 20% steign!!!

    • andreas

      Du scheinst die momentane Situation in dem Gewerbe nicht zu kennen. Sie tun sich schwer Personal zu finden und wenn jemand gut ist, bekommt er sowieso über Tarif.
      Und die, welche nicht mehr als Tarif bekommen, verdienen sich auch nicht wirklich mehr.

      • ahaa

        Wer bekommt ùbertariflich bezahlt im Gastgewerbe?Nur so viel das man die maximale Arbeitslose erhàllt und den Rest schwarz!Auslànder die sie nicht mehr wollen bleiben meistens auf den Ueberstunden sitzen.Das hàngt meistens von der Nachfrage bei ihnen ab.Das hat nur damit zu tun ob sie gut sind, eher ob der andere noch billiger ist!Deahalb kann man auch Verstàndigungschwierigkeiten beim Bestellen bekommen,wenn sie von zu weit her sind.Das beste Beispiel ist doch am Kronplatz,wo gewisse schon wieder,oder noch immer vor Weihnachten ,nach Weihnachten vor Ostern noch Personal suchen.Sich nicht mal mehr trauen den Namen der Hùtten zu schreiben weil sie schon ùberall verufen sind.Gewisse bekommen Personal genug!Keine Frage!Wo es passt!

      • wisoiundnetderfranz

        andreas, du hast Recht.
        Das war auch nicht der Ausgangspunkt für meinen Kommentar.

        Vielmehr finde ich es absolut unangebracht, das ganze mit einem Gruppenbild mit „Pfarrer“ in der Mitte zu zelebrieren und zu sagen „Die Löhne werden den steigenden Lebenshaltungskosten angepasst“.
        Gestern bei der RAI-Tagesschau haben sie zumindest nur in einem Nebensatz von „es ist zudem eine Gehaltserhöhung vorgesehen“ gesprochen und sich dabei nicht getraut, die Beträge zu erwähnen…

  • paul1

    … es geht hier nicht zum 20 euro mehr, auch Gastwirte bzw. Arbeitgeber müssen die Gesamtrechnung machen, wie: Sozialabgaben, 13.-14. Monatsgehalt, Urlaub, Freistunden.. usw. Ein Arbeiter sollte noch mehr Gehalt bekommen, aber endlich auch die Steuern und Sozialabgaben senken. Gewerkschaften und Politiker wollen die Gehälter anziehen, aber von einem Steuernachlass keine Rede. Eine Fachkraft arbeitet sowieso schon lange nicht mehr mit dem Tarifgehalt und bekommt weit aus mehr Gehalt. Ein Angestellter kostet dem Arbeitgeber immerhin das doppelte was er verdient!!

  • iluap

    wisoiundnetderfranz, da hast du wohl recht, aber ohne Arbeitgeber würde er noch viel viel älter aussehen!!!!

    • wisoiundnetderfranz

      Bliebe noch zu klären, Ei oder Henne…?

      Wäre gut, wenn kapiert wird, dass beide Seiten sich gegenseitig brauchen.
      Wenn der gute Hotellier mit einem Q7 (zugegeben mit RO-Kennzeichen) herumfahren muss, im November für 3 Wochen nach Mexiko, Neuseeland oder auf die Seychellen fliegt, dann sollte für den Angestellten doch mehr drin sein als „offiziell“ 20 Euro und eine lauwarme aufgewärmte Wursthaut zwischen Tür und Angel

  • iluap

    Niemand verbietet dir Unternehmer zu werden, mit allen vor und nachteilen!!!!
    Traurig ist nur, dass ein großteil der Arbeitnehmer nur sehen was sie netto verdienen, aber dass der Arbeitgeber noch zwischen 100 und 110% von dem dazuzahlen muss das schert keinen. Wenn mal die Steuern auf gewisse Lohnelemente verschwinden würden , würden man diese gerne den Arbeitnehmen weitergeben. Würde mal vorschalgen dass die Arbeitnehmer all das bekommen was der Arbeitgeber für Sie zahlt, diese dann aber für alle Abgaben selber aufkommen müssen!! so würden Sie wenigstens dann merken wieviel Abgaben man zahlen muss!!!

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