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„Armutszeugnis für Südtirol“

Die Gewerkschaften fordern die sofortige Aufnahme der Verhandlungen zur Erneuerung des BÜKV und die unverzügliche Bereitstellung der Geldmittel für eine Lohnerhöhung von mindestens 10 Prozent.

Am vergangenen Montag hat ein Treffen der öffentlich Bediensteten mit Landtagsabgeordneten Hanspeter Staffler und Vertretern der Gewerkschaften des ASGB, AGO und Sgb – Cisl im Sitzungssaal der Gemeinde Partschins stattgefunden.

Die Bediensteten wurden ausführlich über den derzeitigen Stand bzw. Stillstand der Gehaltsverhandlungen (BÜKV) informiert.

Entrüstet zeigten sich die Bediensteten über das Abstimmungsverhalten der SVP- Arbeitnehmervertreter im Landtag, welches zur Ablehnung des Beschlussantrages der Grünen Fraktion bzgl. der Kollektivvertragsverhandlungen auf bereichsübergreifender Ebene beigetragen hat. Politischer Wille vor Wählerauftrag ist ein Armutszeugnis für Südtirol.

In den letzten Jahren wurden die den öffentlich Bediensteten zustehenden Gehaltsanpassungen der geschwächten Wirtschaft zugeführt. Nun, da die Wirtschaft floriert, müssen endlich die Gelder dem öffentlichen Sektor zur Verfügung gestellt werden.
In den Nachbarländern Österreich und Deutschland wurden für den öffentlichen Dienst Gehaltserhöhungen von 15% und 23% im Laufe der letzten 10 Jahre gewährt, während es hierzulande 2016 und 2017 insgesamt € 80 brutto für denselben Zeitraum waren.

Die öffentlich Bediensteten stellen weiters fest: in den letzten 10 Jahren gab es keine inflationsangepassten Gehaltserhöhungen, die Dienstaltersvorrückungen sind keine Gehaltserhöhungen, die Lebenshaltungskosten sind in Südtirol 20 % höher als im restlichen Italien, die fehlenden Gehaltsanpassungen wirken sich negativ auf die Pensionsberechnung (Beitragssystem) aus, die vom Land mitverursachte Bürokratiezunahme führt zu erheblicher Mehrarbeit, eine Verhandlungsagentur kostet Zeit und Geld…..

Sie fordern deshalb die sofortige Aufnahme der Verhandlungen zur Erneuerung des BÜKV und die unverzügliche Bereitstellung der Geldmittel für eine Lohnerhöhung von mindestens 10 % ab 01.01.2019.
Schließlich gingen die Lohnerhöhungen für die Führungskräfte innerhalb kürzester Zeit und ohne Diskussionen über die Bühne.

Um ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen, sind alle öffentlich Bediensteten aufgerufen, geschlossen an der von den Gewerkschaften geplanten Protestkundgebung Anfang April in Bozen teilzunehmen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (7)

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  • einereiner

    In Italien wird es keine deutschen oder österreichischen Lohnerhöhungen geben, da Südtirol für Italien gemolken wird.

    • meintag

      Die südtiroler Politik melkt schon Selber. Mit dabei ist auch Zweig der Wirtschaft welche glaubt dass Sie die grossen Geldgeber der Provinz sund wenn auch die Wahlwerbung von Dorfmann Anderes spricht. Er ist dabei die Landwirte aufzurufen geschlossen zu wählen dass Er in Beüssel melken kann.

  • unglaublich

    Leider habt ihr Gewerkschaften auch geschlafen,
    habt euch auch viel zu lange vertrösten lassen,
    habt euch über den Tisch ziehen lassen und einfach nur zugeschaut wie die Verteilungsgerechtigkeit vor die Hunde geht.
    Ihr habt in den letzten 10 Jahren einen wirklich schlechten Job gemacht.

    • kurt

      @unglaublich
      Das stimmt aber was man aber auch dazu sagen muss ist,das es unter den Südtirolern auch keine Streik Kultur gibt und alles Mucksmäuser sind die Angst haben irgendwo anzuecken ,da sind die Gewerkschaften auch einige Male im Stich gelassen worden .

  • andreas

    Zielführender wäre es McKinsey 50 Millionen zu geben, um die gesamten Abläufe mal zu durchleuchten.und zu reformieren.

  • hudterer

    Wenn die normalen Arbeitnehmer einfach keine starcken Vertretungen ,weder durch Gewerkschaften oder Politick bekommen haben ,sind sie immer die Geprellten,das Ansehen und die richtige Entlonung ist eine Selbstverständlichkeit ,nur das ist schon lange nicht mehr der Normalfall . Das geht so weiter bis ein Aufstand alles richtigstellt.Wann wird es endtlich soweit sein? Es ist noch immer jemand der sagt “ MIR GEATS GUAT “ und guscht und wehltsa nou. Selber Schuld !

  • kira2000

    Die Gewerkschaften sind sicherlich zu wenig hartnäckig gewesen in den letzten Jahren und wie hier auch geschrieben wird – Südtirol hat keine Streikkultur. Deshalb ist es jetzt höchst an der Zeit etwas zu unternehmen – aber ALLE! Wenn ich lese was Herr Renzler noch vorgestern gesagt hat, nämlich dass er und Amhof gegendie Haushaltsänderung stimmen werden und gestern sagt er, er könne mit dem Aufschub bis zum Nachtragshaushalt leben – mir wird einfach schlecht! Das sollen Vertreter der Arbeitnehmer sein???

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