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Griechischer Flirt

Südtirols Grüne verhandeln mit dem ehemaligen griechischen Finanzminister und Deutschlandschreck Yanis Varoufakis über eine gemeinsame Kandidatur für die Europawahlen.

von Matthias Kofler

Die Südtiroler Grünen haben mit den Bewegungen „Possibile“ und „DIEM25“ Gespräche über eine gemeinsame Kandidatur bei den Europawahlen am 26. Mai aufgenommen. Wie Parteichef Tobias Planer erklärt, könnten sich die beiden Kleinparteien der Grünen Sammelbewegung „Italia in Comune“ um den Bürgermeister von Parma, Federico Pizzarotti, anschließen. Ziel ist es, gemeinsam die nationale Vier-Prozent-Sperrklausel zu überwinden.

Die Grünen haben zudem die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich der PD unter dem neuen Vorsitzenden Nicola Zingaretti bereit erklärt, bei den Europawahlen in eine große (linksgerichtete) „Lista Arancione“ einzutreten. „DIEM25“ und „Possibile“ sind Nachfolgeparteien der Bewegung „Liberi e Uguali“, mit der die Grünen vor einem Jahr zu den italienischen Parlamentswahlen angetreten waren.

„DIEM25“ (Abkürzung für Demokratie in Bewegung 25) versteht sich als linke paneuropäische Bewegung. Sie wurde 2016 von Progressiven, Ökologen, Feministinnen, Marxisten und Systemkritikern gegründet und orientiert sich unter anderem an den Programmen des US-amerikanischen Sozialdemokraten Bernie Sanders. Kopf der Bewegung ist der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis, der mit seinem rigorosen Antiausteritätskurs vor allem in Deutschland für Aufregung sorgte. Für Südtirols Grüne ist Varoufakis ein alter Bekannter. Vor fünf Jahren hatte Oktavia Brugger auf der Syriza-Liste von Varoufakis’ ehemaligen Regierungschef Alexis Tsipras für Brüssel kandidiert. Prominente Unterstützer von „DIEM25“ sind unter anderem der WikiLeaks-Gründer Julian Assange, der Philosoph Slavoj Žižek und der Wissenschaftler Noam Chomsky. Aushängeschild in Italien ist der Bürgermeister von Neapel, Luigi De Magistris. „Wir warten die Entwicklungen auf nationaler Ebene ab.

Derzeit ist noch vieles offen“, erklärt Grünen-Chef Tobias Planer. Spätestens auf der Landesversammlung im April soll Klarheit darüber herrschen, auf welcher Liste und gemeinsam mit welchen Bewegungen man zu den EU-Wahlen antreten wird. Davon hängt auch die Entscheidung ab, welchen Spitzenkandidaten bzw. welche Spitzenkandidatin die Grünen ins Rennen schicken. Realistische Chancen auf einen Sitz in Brüssel haben Planer und Co. wohl nur, wenn auch der PD mit an Bord ist. „Sollten wir die vier Prozent nicht überspringen, dann freuen wir uns halt umso mehr mit den deutschen Grünen mit, die mit 20 Sitzen rechnen können“, unterstreicht Planer.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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