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9 Einsätze pro Tag

Wie jedes Jahr, feierte auch heuer die Berufsfeuerwehr Bozen am Dienstag auf der Feuerwache in der Drususallee in Bozen, ihre Schutzpatronin, die Heilige Barbara.

Nach dem gemeinsam gefeierten Gottesdienst, zelebriert vom Grieser Pfarrer, Ulrich Kössler, dem Feuerwehrkurat Pater Reinald und dem Diakon Walter Depaoli, hielt der Kommandant Florian Alberin seiner Ansprache kurz Rückschau über das abgelaufene Tätigkeitsjahr.

Der Landesrat für Bevölkerungsschutz  Arnold Schuler bedankte sich in seinen Grußworten bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berufsfeuerwehrfür ihren steten Einsatz im abgelaufenen Jahr für die Sicherheit der Bevölkerung in Bozen aber auch in ganz Südtirol und lobte die gute und professionelle Zusammenarbeit mit den anderen freiwilligen Einsatzorganisationen aber auch mit den Staats- und   Landesstellen.

Mit 3.161 Einsätzen ist die Anzahl im Vergleich zum letzten Jahr um 89 Einsätze angestiegen. Pro Tag sind dies im Schnitt 8,7 Einsätze.

Auch heuer hat sich der bereits seit Jahren aufgezeigte Trend der immer weniger werdenden Brandeinsätze bestätigt, nur mehr weniger als 19% aller Einsätze (inkl. Fehlalarme und Rauchmelder) werden in diesem Bereich getätigt. Trotz dieses Trends hatten wir leider im letzten Winter bei Bränden in privaten Haushalten südtirolweit zwei Todesfälle zu beklagen.

Das Tätigkeitsfeld der Feuerwehr verschiebt sich immer mehr in den technischen Bereich, wie Arbeitsunfälle, Kran- und Rüsteinsätze, Überschwemmungen, Umwelteinsätze, Katastropheneinsätze, Wasserrettungseinsätze und insbesonders kleinere technische Hilfeleistungen.

Einige Besonderheiten des abgelaufenen Tätigkeitsjahr:

Die heftigen Unwetter kurz vor Allerheiligen haben nicht nur in Südtirol große Schäden hinterlassen. So wurde, nach dem in Südtirol die Situation sich einsatzmäßig beruhigt hatte, auf Grund einer Anfrage des nationalen Zivilschutzes eine kleine Katastropheneinheit der Berufsfeuerwehr mit Pumpen und schwerem Räumgerät in die Nachbarprovinz nach Belluno gesandt.

Dort haben rund drei Wochen im Schnitt fünf bis sechs Feuerwehrleute die örtlichen Einsatzkräfte unterstützt, um die wichtigsten Infrastrukturen wieder notdürftig herzustellen, denn das Gebiet um Alleghe und Agordo war von Hochwasser und Sturmböen sehr stark betroffen.

Am 23. Jänner 2018 wurde durch mehrere Lawinenabgänge im Langtauferertal von der örtlichen Gemeindezivilschutzleitstelle eine Evakuierung von gefährdeten Bewohnern mittels Hubschraubern beschlossen. Dieses Ereignis forderte das Landeslagezentrum  sehr stark, denn nicht nur die Koordinierung aller beteiligten Einsatzorganisationen war anspruchsvoll, auch eine Vielzahl an Anfragen nationaler und internationalen Medien waren in kurzer Zeit abzuarbeiten.

Besonders hervorzuheben ist auch der Transport von Trinkwasser: Bei Trinwasserknappheit in Gemeinden, kann die Berufsfeuerwehr kurzfristig Notsituationen überbrücken. Im vergangenen Jahr wurde dieser Dienst sehr stark in Anspruch genommen, sodass mit einer transportierten Menge von beinahe 2,5 Millionen Liter Trinkwasser im Vergleich zum Vorjahr die Menge verdreifacht wurde.

Nach 19 Jahren konnten endlich Ausbildungswettbewerbe für Brandmeister starten. So sind im heurigen Frühjahr zwei jeweils 9 Wochen dauernde Ausbildungskurse organisiert worden, was wiederum für das restliche Personal in den Schichten bedeutet hatte die Lücken mit zusätzlichen Schichten abzudecken. Am Ende konnten im Herbst 27 neue Brandmeister ihren Dienst aufnehmen und die seit vielen Jahren unterbesetzten Ränge auffüllen.

Ein zweiter wichtiger Ausbildungsschwerpunkt lag in der Schulung aller Führungsränge in der Tunnelbrandbekämpfung. So konnten insgesamt vier Gruppen von Offizieren und Unteroffizieren eine mehrtägige sehr praxisbezogene Ausbildung in einem Tunnelausbildungszentrum im Norden von Spanien absolvieren und wichtige Erkenntnisse für die Einsätze in diesem Bereich sammeln. Denn nicht nur der in Bau befindliche Brennerbasistunnel, aber vor allem auch die immer mehr werdenden Straßentunnel von Ortsumfahrungen stellen eine große Herausforderung für die Feuerwehren bei Brandereignissen dar.

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