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Klimaland Südtirol

Von Bergamo bis Caserta: Spitzenvertreter italienischer Provinzen informieren sich derzeit in Südtirol über das Thema Energieeffizienz.

Welche Wege Südtirol in Sachen Klimaschutz, Energieeinsparung und Schulbau eingeschlagen hat, darüber macht sich derzeit eine zwanzigköpfige Abordnung italienischer Provinzen mit an der Spitze UPI-Präsident Achille Variati in Bozen ein Bild. Die Delegation, die sich aus Präsidenten, Vizepräsidenten und Schulbau-Verantwortlichen zusammensetzt, wurde von Umwelt- und Energielandesrat Richard Theiner im NOI Techpark empfangen.

Auf den Symbolwert des Technologieparkes für die Geschichte und für die Zukunft Südtirols wies Landesrat Theiner eingangs hin: Aus dem Aluminiumwerk aus der Faschistenzeit sei eine Brutstätte der Innovation und Forschung geworden, wobei das Land Südtirol den Schwerpunkt auf „Nachhaltigkeit“ gelegt habe.

Der Umweltlandesrat erinnerte daran, dass das Land Südtirol in den vergangenen 30 Jahren 500 Millionen Euro ausgegeben habe, um Energieeinsparung und nachwachsende Energiequellen zu fördern. „Dank dieser Strategie gilt Südtirol heute auch im internationalen Kontext als KlimaLand.“ Einen wesentlichen Beitrag dazu habe der Bausektor mit der Zertifizierung KlimaHaus geleistet, betonte Theiner. „Vor 16 Jahren wurde das erste KlimaHaus errichtet und zertifiziert. Heute sind wir bei fast 10.000 zertifizierten Gebäuden. Und mit der Einführung des KlimaHaus-Standards A für neue Gebäude sind wir auf der europäischen Marschroute für klimaneutrales Bauen vier Jahre voraus.“

Dieses Wissen und diese Erfahrung, erklärte der Umweltlandesrat gegenüber den Vertretern der italienischen Provinzen, gebe das Land gerne weiter. Aus diesem Grund habe die KlimaHaus-Agentur den Vorsitz der EUSALP-Aktionsgruppe übernommen, die sich mit Energieeffizienz befasst.

Über den Rekord an Zertifizierungen im Jahr 2017, den neuen KlimaHaus-Standard A und die energetische Sanierung bestehender Bausubstanz berichteten der ehemalige Präsident und derzeitige Leiter der Landesumweltagentur, Flavio Ruffini, sowie Generaldirektor Ulrich Santa, die auch in Entstehung und Tätigkeit der KlimaHaus-Agentur Einblick gaben. Beispiele für nachhaltige Schulen und die Kennzeichen des Qualitätssiegels für Schulgebäude in Südtirol und anderswo schilderte Mariadonata Bancher von der KlimaHaus-Agentur.

Über die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude referierte Martina Demattio. Schließlich wurde noch das Programm KlimaGemeinde erläutert, das Gemeinden Schritt für Schritt bei der Erstellung und Umsetzung eines nachhaltigen Energiemanagementplans unterstützt und für besonders fortschrittliche Gemeinden eine KlimaGemeinde-Zertifizierung vorsieht.

Über das Interesse italienischer Provinzen an Südtiroler „Best-Practice“ zeigte sich Landeshauptmann Arno Kompatscher erfreut, mit dem die Delegation zum Abschluss des ersten Besuchstages gestern Abend zusammengetroffen ist. „Seit einem Jahr ist Südtirols Technologiepark in Betrieb, wo neben den Forschungsfeldern Alpine Technologien, Nahrungsmitteltechnologie und Automation, Energieeffizienz und Umwelttechnologien als ‚Green Technology‘ einen von insgesamt vier Schwerpunkten bilden. Über den Technologiepark wollen wir die Innovation und die Forschung in unserem Land und darüber hinaus vorantreiben, Unternehmen und Forschende vernetzen, um uns zu einem Kompetenzzentrum zu entwickeln, das auch anderen Hilfestellung bieten und Wissen zur Verfügung stellen kann.“

Auf die theoretischen Ausführungen des gestrigen Tages folgen am heutigen Dienstag die praktischen Beispiele. So werden der neue im KlimaHaus-Standard B errichtete Kinderhort und Kindergarten in der Kaiserau in Bozen und die Baustelle in der Bozner Cagliari- und Palermo-Straße besucht, wo Wohngebäude des Wohnbauinstituts über das EU-Projekt „Sinfonia“ energetisch saniert werden.

Die Informations- und Studienfahrt wurde von der Landesagentur für Kommunikation organisiert. Es handelt sich um eine der Initiativen, die darauf abzielen, Südtirols besonders im italienischen Sprachraum ein neues Image zu verleihen. Dabei wird auf Austausch und Teilhabe gesetzt. „Wir wollen unser Wissen und unsere Erfahrungen zur Verfügung stellen“, so Landeshauptmann Kompatscher.  „Wenn Südtirol in manchen Bereichen als Vorreiter gilt, dann ist dies auch unserer Autonomie geschuldet. Sie hat eine Entwicklung ermöglicht, die wir weitergeben und teilen möchten.“

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