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Der historische Gastbetrieb des Jahres

Prämierung des historischen Gastbetriebes des Jahres

Der historische Gastbetrieb des Jahres 2019 ist das Hotel und Gasthof Zum Hirschen in Unsere liebe Frau im Walde, in der Malgasottstraße 2, nur wenige Schritte von der Wallfahrtskirche entfernt.

 Zum zwölften Mal vergaben die Stiftung Südtiroler Sparkasse, das Amt für Bau- und Kunstdenkmäler und der Hoteliers- und Gastwirteverband die Auszeichnung „Der historische Gastbetrieb des Jahres in Südtirol“. Die Liste der Preisträger liest sich wie ein Best-of der Südtiroler Tourismusgeschichte, vom Hotel Drei Zinnen in Sexten-Moos bis zum Hotel Gasthof Zum Hirschen in Brixen.

Nach einem Jahr Pause wurde wieder ein Gastbetrieb gefunden, der den hohen Ansprüchen der Jury genügt. Dazu gehört, wie es der ex-Präsident der Stiftung Sparkasse Karl Pichler in Vertretung für Prof. Konrad Bergmeister formulierte, dass er auch architektonisch Akzente setzt, ohne aufzutrumpfen, sondern in genauer Kenntnis der Geschichte und in großem Respekt im Sinne der überkommenen Weiterführung. Diese Haltung kennzeichnet laut Pichler auch den Preisträger des Jahres 2019, den Gasthof Zum Hirschen in Unsere liebe Frau im Walde. Der Gasthof Zum Hirschen ist seit achthundert Jahren eng, ja untrennbar mit dem Ort verbunden, wie auch Bürgermeisterin Gabriela Kofler in ihren Grußworten hervorhob. Er ist zugleich ein Haus, das sich würdig in die illustre Reihe der Preisträger einreiht.

Das Motto des Familienbetriebs lautet „Authentizität in der Veränderung“. Es könnteauch der Leitbegriff des Wettbewerbs selbst sein und wurde nach dem Urteil der Jury phantasievoll und konsequent umgesetzt.

Der historische Gastbetrieb des Jahres 2019 ist das Hotel und Gasthof Zum Hirschen in Unsere liebe Frau im Walde, in der Malgasottstraße 2, nur wenige Schritte von der Wallfahrtskirche entfernt. Die urkundlich belegten Ursprünge reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als auch das Kloster gegründet wurde. Die Herberge wurde von der Kirche verpachtet. Damit waren Rechte und Pflichten verbunden. 1534 bestand etwa eine Verpflichtung darin, dass der Wirtshauspächter immer vier Pferde halten musste. Unsere liebe Frau im Walde (Senale) blieb über die Jahrhunderte hinweg ein beliebter, aber doch sehr abgelegener Pilgerort, bis 1939 mit der Straße über den Gampenpass eine neue, dynamischere Zeit anbrach. Das Haus wurde um ein Stockwerk erhöht, und erhielt an der Südseite eine verglaste Veranda. Anfang der 1970er-Jahre kaufte der Pächter Alois Kofler das Gasthaus von der Kirche. In den 1980er-Jahren wurde im Norden ein zeittypischer Anbau errichtet. Seit einigen Jahren führen die Enkel Ingrid Kofler und Mirko Mocatti den Betrieb. Sie haben ein „Bergrefugium“ geschaffen, das Grundideen des historischen Hospizes aufgreift und zugleich neue Weichen stellt. Mocatti hatte sich schon in seiner Diplomarbeit mit „Spiritualität im Tourismus“ befasst. Viele Gäste aus Nah und Fern haben inzwischen das Konzept begeistert angenommen. Die Auszeichnung Historischer Gastbetrieb des Jahres 2019 ist eine weitere wichtige Bestätigung.

Die Laudatio hielt Jurymitglied Architekt Christian Schwienbacher.

Besondere Auszeichnung:

Mit der “Besonderen Auszeichnung“ des Wettbewerbes wurde in diesem Jahr der Gasthof Zum Riesen am Karpoforusweg 1 in Tschars prämiert. Das historische Gebäude mit dem eindrucksvollen Fresko eines Riesen unter dem mächtigen Erker geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Damals wurde es, wie Architekt Roland Flückiger-Seiler in seiner Laudatio ausführte, zu einem stattlichen Hof ausgebaut. Dabei blieb aber der weitaus ältere Kernbau mit seinen tragenden Mauern erhalten. Im 18. Jahrhundert wurde das Haus barockisiert, erhielt im zweiten Obergeschoss einen Saal mit einem gerahmten Deckenfresko und dem genannten Erker. Im 19. Jahrhundert folgten mehreren Umbauten. Auch in den 1960er-Jahren wurde nach einem Brand umgebaut, ebenso 1978. Der entscheidende Umbau erfolgte aber ab 2014 durch die Eigentümerin Alexandra Dell’Agnolo. Er wurde von der Schwester der Preisträgerin, Architektin Silvia dell‘Agnolo vom Architekturbüro Kelderer-Dell’Agnolo,  konzipiert und betreut. Ziele der Renovierung waren unter anderem, das Erscheinungsbild auf das schlichte ’Steinhaus’ zurückzuführen, die Baugeschichte lesbar zu machen und zugleich den Bau modernen Erfordernissen anzupassen.

 

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