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Teure Löcher

Foto: 123rf

Wer aufgrund des schlechten Straßenzustandes sein Auto beschädigt, darf sich vom Land keinen Schadenersatz erwarten.

Walter Blaas sagt polemisch: „Anstatt stets neue Luftschlösser zu errichten, wäre es angebracht, die bestehenden Infrastrukturen zu erhalten und mit den nötigen Mitteln zu versehen.“

Der Stein des Anstoßes: Immer wieder komme es in Südtirol aufgrund des schlechten Zustandes der Straßen zu Unfällen. In vielen Fällen seien Schäden an Fahrzeugen entstanden. Doch die Autolenker blieben auf ihren Schäden sitzen, kritisiert der Freiheitliche.

In einer Anfrage im Landtag hatte Walter Blaas darauf hingewiesen, dass viele Straßen im Lande einen verwahrlosten Eindruck machten, der vor allem auf die Winterschäden zurückzuführen sei. „Tiefe Furchen, ausgedehnte Schlaglöcher, rissige Beläge und Flickenteppiche überziehen Südtirols Straßennetz“, kritisiert der Oppositionspolitiker. Zwar seien einige Teilabschnitte in der Zwischenzeit ausgebessert worden, aber es bestehe nach wie vor Handlungsbedarf.

Aus einer Anfragebeantwortung geht nun hervor, dass beim Land seit Januar 2017 aufgrund mangelhafter Straßen insgesamt 26 Schadensersatzforderungen eingegangen sind. Dabei geht es vor allem um Schäden an den Fahrzeugen, weiß Walter Blaas. Neben Karosserieschäden seien Schäden an den Felgen und Stoßdämpfern festgestellt worden, die vorwiegend auf die Schlaglochsituation zurückzuführen sind. „In einem Fall kam ein Fahrzeuglenker zu Schaden aufgrund eines Sturzes mit dem Fahrrad“, so Walter Blaas.

In den Schadenersatzanträgen wurden Summen zwischen 35 und 45.000 Euro beantragt, teilt der zuständige Landesrat Florian Mussner mit. „Aber so gut wie alle Anträge wurden abgelehnt“, erklärt Walter Blaas. Seit 2017 sei kein Schadenersatz ausbezahlt worden. Derzeit sei ein Verfahren am Gericht anhängig, in dem es um einen  Personenschaden geht.

Walter Blaas kritisiert den Umstand, dass die betroffenen Fahrzeuglenker durch die Finger schauen. „Es wäre eigentlich diePflicht der Landesregierung, dem Straßendienst die nötigen Mittel und Ressourcen bereitzustellen, um die untragbare Situation zu entspannen“, so Blaas. Es sei verständlich, dass es nicht möglich ist, sämtliche Straßenschäden unmittelbar zu beseitigen, „aber je früher mit den Instandhaltungsarbeiten begonnen wird, umso günstiger fallen die Kosten für die Steuerzahler aus“, so Blaas.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (12)

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  • wuerzjoch

    Bei den privilegierten und unantastbaren deutschen Motorradtouristen greift man aber gern in die Tasche.

    https://www.stol.it/PR/PR-Tipps-und-Events/Mit-Motorrad-gestuerzt-Land-muss-zahlen

  • pingoballino1955

    Die Hälfte der Politikergehälter und Privilegien streichen,dann könnte man gut und gerne eine Versicherung abschliessen.Ich frage mich für was wir eigentlich die Autosteuer bezahlen,bei solchen Strassenzuständen????

  • ollaweilleiselber

    Die Autobesitzsteuer rechtfertigt den Besitz des Autos, alle anderen Steuern und Abgaben dienen der Finanzierung der Leistungen der öffentlichen Hand, wie eben z.B. der Infrastruktur.
    Die Tatsache, Steuern bezahlt zu haben, entbindet den Straßenbenützer aber noch lange nicht von der Pflicht zu schauen wo und wie er fährt; Schlagloch – also ausweichen und dem Straßendienst melden, der bei uns im Land eigentlich super funktioniert.

  • pat

    Die Totistraße in Meran bräuchte schon seit Jahren eine Erneuerung. Es wurde nur der zweite Teil erneuert und dabei ein alter Gehsteig stehen gelassen und halb in die Straße integriert anstatt ihn abzutragen, auf dem man nun reskiert seine Autoreifen aufzuschlitzen. Totaler Pfusch! Der erste Teil der Totistraße ist immer noch ein Kraterfeld.
    Die Anliegende Leopardistraße ist nun schon seit ca. 3 Monaten gesperrt. Hallo? Verden Mosaikböden verlegt oder was? Und ich wette wenn sie endlich fertig ist bleibt der uralte zerlöcherte liegende Polizist, bei dem man Angst haben muss sich jedes mal das ganze Auto kaputtzufahren.
    Von der Mauer des Pferderennplatzes auf der Totistraße besser gar nicht erst zu reden. Schaut aus wie ein ghetto.

    • robby

      @pat, mit eurem grünen Bürgermeister müsste es doch ein Leichtes sein, die ganzen Löcher im Straßenbelag mit Rasenstücken aufzufüllen. Der Bürgermeister müsste dann halt außer Schuhe putzen auch noch gießen. Wenigsten würde er so wieder in die Zeitungen kommen.

  • goggile

    VÖLLIG LÄCHERLICH: DAS LAND ALS VERANTWORTLICHER DER STRASSEN MUSS SCHADENERSATZ ZAHLEN: KLAGT BIS ZUM EUROPÄISCHEN GERICHTSHOF: AUSERDEM SIND DIE STRASSENVERHÄLTNISSE UND STALKINGMETHODEN VON SPEEDBOXEN; TÄFELCHEN USW: AUSGEARTET WIE NIEMALS ZUVOR: DER MENSCH IST EIN TIER DER SICH IN DEN WAHNSINN TREIBT UND DARIN UNTERGEHEN WIRD: DIE ATOMBOMBE ERDOGANS IST NUR DAS LETZTE FRÜHSTÜCKSGIPFELE

  • meintag

    Habe Gestern einen Bericht im deutschen Tv gesehen. In Rom sind auf Abruf Private Römer bereit Löcher in der Strassensruktur mit einer Lehm/Asphalt Mischungung zu schliessen. Diese gibts in Säcken zu kaufen. Sogar die Stadtpolizei ist darüber froh weil sie so den Verkehr nicht regeln müssen.

  • herrbergsteiger

    Der Urlauber der Nord- oder Osttirol Richtung Südtirol verlässt erkennt nicht nur am „Willkommen im Alto Adige“ das er sich nun in Italia befindet, sondern auch an den schlechten Straßen.

    Während z.B. die Zollhäuser auf österr. Seite in Sillian/Arnbach abgetragen oder an die Privatwirtschaft verkauft wurden, stehen die auf ital. Seite wahrscheinlich so lange, bis sie einstürzen.
    Und wenn sie gerade dann einstürzen wenn Autos vorbeifahren, dann ist wieder niemand schuldig. Am allerwenigsten die in Bozen …

  • morgenstern

    …., wie zu ANAS Zeiten.

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