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„Habe keine Ziehkinder“

Mit dem Rückzug ihrer Landtagskandidatur hat Cornelia Brugger bei den Grünen für Unruhe gesorgt. Hatte Brigitte Foppa dabei ihre Finger im Spiel?

TAGESZEITUNG Online: Frau Foppa, vor dem Rücktritt von Cornelia Brugger hieß es bei den Grünen, dass sie lediglich aus persönlichen Gründen ihren Rückzug eingereicht hat. In ihrer Pressemitteilung nennt Brugger aber nicht nur persönliche Gründe…

Brigitte Foppa: Das lasse ich unkommentiert. Sicher wird es mehrere Gründe gegeben haben, aber soweit ich weiß, waren die persönlichen ausschlaggebend.

Im Umfeld der Grünen hört man, dass Sie lieber Hanspeter Staffler als Cornelia Brugger im Landtag sehen würden. Brugger sei Ihnen aber zu gefährlich geworden. Haben diese Gerüchte zu Bruggers Entscheidung beigetragen?

Ich treffe zu diesem Thema keine Entscheidung. Ich habe mich aus der ganzen Listenerstellung herausgehalten, weil es ein Garantenkomitee gibt, die diese Aufgabe übernimmt. Ich entscheide sicher nicht, wer in den Landtag kommt und das liegt mir auch fern.

Sie haben auch sehr lange Tobe Planer unterstützt, letzthin galt ihre Zuwendung aber Hanspeter Staffler. Haben Sie nun ein neues „Ziehkind“?

Ich bin nicht die Mutter der Liste, dementsprechend habe ich auch keine Ziehkinder. Wir haben verschiedene Kandidaten an der Listenspitze, die uns alle wichtig sind. Im Übrigen ist die Listennummern noch weniger relevant, weil man nicht mehr mit Nummern wählt. Bei Platz drei und Platz vier gab es möglicherweise eine kleine Diskussion bei den Garanten, darüber bin ich aber nicht informiert. Bei der Landesversammlung gab es die Debatte um Platz vier zwischen Brugger und Planer. Diese Diskussion wurde aber mit offenen Türen geführt, jeder konnte mithören. Über Platz drei und vier, weiß ich über keine Diskussion. Tatsache ist, dass ich mit Cornelia Brugger ein freundschaftliches Verhältnis habe und dieses immer noch besteht.

Brugger kritisiert, dass man keine Einigung über eine gemeinsame Liste mit den Liberi e Uguali oder dem linken Flügel des PD erzielen konnte. War das eine Entscheidung Einzelner oder hat die gesamte Partei so entschieden?

Die Liberi e Uguali gibt es in dieser Form nicht mehr. Es gab aber Gespräche mit den Links-Gruppierungen, mit dem MDP. Mit einem Teil sind wir noch im Gespräch, ein anderer Teil wollte eine eigene Liste machen. Wir Grüne finden als Partei, dass man sich zusammenschließen sollte, aber wenn das nicht erwünscht ist, kann man sie nicht dazu zwingen. Daran waren jedenfalls alle beteiligt. Das war keine Entscheidung Einzelner.

Brugger schreibt in ihrem Rücktrittsschreiben auch von einem bevorstehenden „Rechtsruck“. Sehen auch Sie diesen kommen?

Dass eine Gefährdung da ist, ist klar. Wir gehören zum deutschen Sprachraum und sehen, wie es sich in letzter Zeit entwickelt hat. Es gibt erstarkende Kräfte in Deutschland und Österreich. In Italien ist das nicht anders. Es ist also sehr plausibel, dass man auch in Südtirol diese Sorge hegen soll. Das hat uns eben dazu veranlasst zu sagen, dass sich die öko-sozialen Kräfte bündeln sollten – ich bin als mit Cornelia einer Meinung.

Befürchten auch Sie einen Stimmenverlust durch diesen Rechtsruck?

Nein, das kann man nicht so sagen. Es ist selten, dass grüne Stimmen direkt nach rechts abwandern. Im Normalfall geht das Schubweise. In Österreich sind die Stimmen der Grünen zur SPÖ gewandert.

Interview: Markus Rufin

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