Du befindest dich hier: Home » Südtirol » Der offene Brief

Der offene Brief

Foto: 123RF.com

Anlässlich der Eröffnung der Jagdsaison am 1. Mai hat AVS-Präsident Georg Simeoni einen offenen Brief an Landesrat Arnold Schuler geschrieben. Der Grund: Die Ausweisung von Wildruhezonen steht immer noch aus.

Am 1. Mai beginnt in Südtirol die Jagdsaison. Ein Grund für den Präsidenten des Alpenvereines Südtirol (AVS), Georg Simeoni, einen offenen Brief an den zuständigen Landesrat Arnold Schuler zu schreiben. Denn die Ausweisung der Wildruhezonen in den Naturparks des Landes steht immer noch aus.

Hier der vollständige Brief:

„Der Alpenverein wartet schon seit geraumer Zeit auf den aktuellen Stand der Dinge zu den geplanten Wildruhezonen. Schließlich soll am 1. Mai die Jagd eröffnet werden, die in Südtirol auch in Naturparken weiterhin gestattet bleiben soll.

Von offizieller Seite wurde uns eine enge Zusammenarbeit bei der Ausarbeitung des Gesetzesentwurfs zu den Wildruhezonen zwar versprochen, doch findet diese immer nur auf Nachhaken des Alpenvereins statt (siehe Stellungnahme vom 21. Jänner 2017 und offener Brief vom 13. September 2017).

Der Alpenverein hat sich nach der Bekanntgabe der Flächen eingehend mit rund 50 vorgeschlagenen Wildruhezonen auseinandergesetzt. Diese wurden hinsichtlich ihres wildökologischen Nutzens und ihres Konfliktpotentials für den Bergsport analysiert. Die Landesämter haben unsere Ergebnisse im Dezember erhalten.

Aus der Presse erfahren wir nun, dass das negative Gutachten der Wildbeobachtungsstelle zum ersten Entwurf bereits seit Ende Februar vorliegt. Laut Medien deckt sich die Kritik der Wildbeobachtungsstelle zum wildökologischen Wert der beanstandeten Zonen weitestgehend mit den Rückmeldungen des Alpenvereins. Somit folgern wir, dass bei der Auswahl der Zonen, die zur Begutachtung an die Wildbeobachtungsstelle weitergeleitet wurden, nicht Erwägungen des Naturschutzes, sondern der Druck von Interessensgruppen im Vordergrund standen.

Dem Alpenverein ist das neue Gutachten bislang nicht offiziell bekannt. Gibt es inzwischen abgeänderte Zonenvorschläge oder vielleicht gar einen entsprechenden Gesetzesentwurf?

Als Naturschutzverband und im Interesse aller Freizeitnutzer erwarten wir uns, sowohl bei der Ausarbeitung des Landesgesetzes zur Definition der Wildruhezonen, als auch bei der Auswahl dieser Zonen aktiv mitzuwirken, wie von offizieller Seite versprochen wurde. Der AVS als Interessensvertreter von über 67.000 Mitgliedern ist in dieser Thematik mindestens ebenso ernst zu nehmen wie die rund 6.000 Südtiroler Jäger.

Schließlich sind auch unsere Bemühungen hauptsächlich darauf ausgerichtet, ein gänzliches Jagdverbot in Naturparken zu vermeiden. Bei der Ausweisung von Wildruhezonen in Naturparks geht auch diesmal leider klar hervor, dass der Naturschutz nicht das Hauptziel, sondern nur eine Begleiterscheinung ist. 

Mit freundlichen Grüßen,

Georg Simeoni, AVS-Präsident“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (8)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • thefirestarter

    .. über 67.000 Mitgliedern ist in dieser Thematik mindestens ebenso ernst zu nehmen wie die rund 6.000 Südtiroler Jäger.

    Da muss ich widersprechen die Jäger sind bewaffnet und das mit mehr als ein Gewehr pro Kopf somit sind sie gewichtiger!
    Das gibt Herrn Schuler eben zu denken… oder eben auch nicht.

  • robby

    De Jager fohrn mitn Schuler holt Schlittn.

  • franzbach

    Herr Simeoni, bedenken Sie, dass nicht nur 6.000 Jäger einen Standpunkt vertreten, sondern wahrscheinlich auch die Grundeigentümer ein gewichtiges Wörtchen mitreden wollen. Und wenn die Grundstückseigentümer sprechen, wird sogar der Alpenverein mal kurz inne halten müssen.

    @thefirestarter: Schämen Sie sich für die Aussage, wenn auch mit Floskeln getarnt, Jäger würden unter Androhung von Waffengewalt ihre Interessen durchsetzen wollen.

    • thefirestarter

      Es ist nun mal so, da Jäger im Land mehr zu sagen haben.
      Denn immerhin haben es unsere Politiker unsere Autonmie ja so weit ausgebaut, dass wir zwar nicht über Schule und Impfungen selbst entscheiden können, aber zumindest ob wir 30.000 oder 31.000 Murmeltiere pro Saison abknallen dürfen.
      Das ist natürlich ein Erfolg, keine Frage, um den uns sicher auch alle minderbemittelte Völker weltweit beneiden… aber wichtiger wäre andere Sachen!
      Und nein, ich mein damit nicht das abknallen, pardon, geregelte entnehmen von Wölfen.

  • richard

    Welch eine Menschheit! Einfach arm, den Schwächsten keine Lebensgrundlage zu gewähren. Lust zum Töten ist etwas schwaches für eine entwickelte Gesellschaft.
    Raus mit Menschen, die sich für das Töten und gegen Lebewesen einsetzen!

  • bernhart

    Hot der AVS nichts besseres zu tien,was geht des in AVS ohn,demächst werdet er sicher nu LH.
    der Simeoni soll die Ruhezonen den Verantwortlichen überlassen.

    • vogelweider

      #bernhart
      Verantwortlich sind wir alle, nicht nur die ominösen Verantwortlichen (denen wir die Ausarbeitung der Ruhezonen nicht alleine überlassen wollen, sofern sie überhaupt die Absicht haben!) und daher wollen und werden wir auch alle mitreden. Der AVS ist der richtige Partner dabei!

  • bernhart

    laut einem Bericht der Forstverwaltung braucht es keine Ruhezonen,Ruhezone dienen nur de Jägerschaft,starke Hirsch zu mästen,an den Verbiss denkt niemand.
    Ausserdem wird der Hibsatz von Nutzholz gedrosselt, was für Waldbesitzer ein Schaden ist.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen