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Julias „Eigentor“

Michaela Biancofiore

Die FI-Kammerabgeordnete Michaela Biancofiore übt harsche Kritik an den Aussagen von „Karl Zellers Ex“ – und wirft Julia Unterberger „Politik-Stalking“ vor.

Von Matthias Kofler

 

Michaela Biancofiore ist nach dem Lesen des „Repubblica“-Interviews mit der Fraktionssprecherin der Autonomiegruppe, Julia Unterberger, nicht zum Lachen zumute. Das Interview habe den „üblen Beigeschmack von überflüssigem Polit-Stalking“, meint die FI-Kammerabgeordnete, die im Wahlkreis in Piacenza ins römische Parlament gewählt wurde. „Es scheint fast so, als seien bestimmte Politiker der Volkspartei, deren Gesicht weiterhin stur nach Links gerichtet ist, während sich die Welt um sie herum verändert, buchstäblich besessen von meiner Person sind“, sagt Michaela Biancofiore.
Gemeint sind ihr politischer Erzrivale Karl Zeller und dessen „Frau, wenngleich Ex-Frau“, die es dank des maßgeschneiderten Wahlgesetzes ausgerechnet als Nachfolgerin ihres Gatten ins Parlament geschafft habe. „Das Problem bleibt also in der Familie“, giftet die FI-Kammerabgeordnete und regionale Koordinatorin der Berlusconi-Partei.
Michaela Biancofiore stellt nach den Aussagen Julia Unterbergers in der „Repubblica“ klar, dass sie nie die SVP um Stimmen gebeten habe, wie die SVP-Politikerin angedeutet hat, weil dies gegen ihr eigenes Verständnis von Würde verstoße.  „Dort, wo es möglich war, hat Michaela Biancofiore immer Tausende von Vorzugsstimmen der Südtiroler und Trentiner, darunter auch Stimmen von der deutschsprachigen Bevölkerung erhalten“, porträtiert die Kammerabgeordnete sich selbst. Im Vergleich zu 2013 habe sie bei den heurigen Parlamentswahlen sogar 10.000 Stimmen dazugewonnen. Diese Stimmen würden größtenteils von jenen Wählern stammen, „die sich mittlerweile von den herrschenden Eliten und deren kurzsichtiger und anachronistischer Politik abgewandt haben“, so Biancofiore.
Die im Interview getätigte Anspielung Julia Unterbergers auf die italienische Tricolore bezeichnet die Kammerabgeordnete Biancofiore als „klassisches Eigentor der Senatorin im Vorfeld der Konsultationen mit Staatspräsident Sergio Mattarella“.
Den Satz, den ihr Unterberger in den Mund gelegt habe, stamme in Wirklichkeit vom ehemaligen  italienischen Staatsoberhaupt Carlo Azeglio Ciampi. Sie habe diesen Satz des Präsidenten, wonach jeder Südtiroler Bauer eine Tricolore auf seinem Hof anbringen müsse, nur wiederholt, um auf die doppelte Identität – italienisch und tirolerisch – von Südtirol hinzuweisen, so wie es auch die hiesigen Athleten voller Stolz machten. „Frau Senatorin Unterberger, mit der ich zwei schöne Jahre im Landtag verbracht habe, täte gut daran, sich meine Arbeit durchzulesen. Sie wird überrascht sein von meinem Südtirol-Modell, das den Wünschen der meisten Südtiroler entspricht“, so Michaela Biancofiore.
Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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