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48 Jahre Haft

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Zwölf Jahre Haft für den vermeintlich Drogen-Boss Fatmir Muhaj, Haftstrafen um die vier Jahre Haft für weitere neun Beschuldigte im Fall „Bersaglio“.

Von Thomas Vikoler

Er ist der einzige der Beschuldigten, der in Begleitung von Gefängniswärtern erscheint. Fatmir Muhaj, 24, sitzt derzeit in Haft und wird dort, falls das Urteil hält, das Voruntersuchungsrichter Peter Michaeler am Donnerstag gegen ihn verhängt hat, für einige Zeit bleiben müssen.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch für Muhaj zehn Jahre Haft beantragt. Er soll der Promotor eines Drogenrings gewesen sein, der bis Juni vergangenen Jahres Bozen, insbesondere Oberau, mit Kokain versorgte.

Richter Michaeler hält diesen Vorwurf für bewiesen und verhängte gegen Hauptbeschuldigten eine drakonische Strafe: Zwölf Jahre Haft im Rahmen eines verkürzten Verfahrens. Ohne dem Drittel Strafnachlass hätte die Strafe nicht weniger als 18 Jahre Haft betragen.

Dabei ist strittig, ob Muhaj überhaupt der Besitz einer „erheblichen Menge“ harter Drogen nachgewiesen werden kann. Über die Grenze zwischen geringer und erheblicher Menge herrscht auch in der Rechtsprechung Uneinigkeit. Zudem wandte Verteidiger Federico Fava ein, dass von den Muhaj vorgehaltenen 118 Gramm Kokain 70 Gramm abzuziehen seien. Die Drogen waren bei drei Mitbeschuldigten beschlagnahmt worden, die Anklage rechnet sie aber Muhaj als vermeintlichen Auftraggeber der Drogenlieferung zu.

Verteidiger Fava hat Berufung gegen den Schuldspruch angekündigt.

Wesentlich milder fielen die Urteile für jene neun Mitbeschuldigten aus, die einen gerichtlichen Vergleich beantragt hatten. Richter Michaeler akzeptierte Haftstrafen um die vier Jahre. Zu den Betroffenen gehört auch die Lebensgefährtin Muhajs.

Gegen fünf Personen wurde hingegen ein Hauptverfahren eingeleitet, die Positionen von weiteren elf Mit-Beschuldigten wurden vom Verfahren abgetrennt und werden zu einem anderen Zeitpunkt abgehandelt.

Der Fall geht auf die Operation „Bersaglio“ der Carabinieri zurück, die im Juni 2016 zu elf Verhaftungen führte.

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Kommentare (3)

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  • watschi

    man ist sich bewusst, dass, wenn man in diesem fall nicht gerecht durchgreift, in Bozen eine mafia ähnliche struktur weiter aufgebaut wird, an der mit der zeit nur schwer zu rütteln sein wird. bleibt nur auf eine bestätigung in zweiter istanz zu hoffen, ansonsten gute nacht bozen

  • goggile

    wo bleiben Schadenersatzzahlungen an die steuerbuggler. ist euch bewusst was und dieser inhaftierte kostet? wieviel Abermillionen hat er verdient und irgendwo untergebracht die er ausbrueten kann? lächerlich! die Demokratie alla weichei von Europa wird Europa vernichten was frieden und heimatgefuehl angeht. Wahnsinn!

  • thefirestarter

    Wenn jeglicher Zweifel ausgeschlossen ist…
    An die Wand stellen…
    billiger und effektiver!

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