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Die Milch-Millionen

imageDie EU stellt aufgrund der Milchkrise 500 Millionen Euro an Hilfsgeldern für die Bauern bereit. Auf was sich Südtirols Milchwirtschaft einstellen kann.

von Heinrich Schwarz

Der europäische Milchmarkt befindet sich in einer noch nie dagewesenen Krise. Das Ende der EU-Milchquote im März 2015, die russischen Sanktionen, der Rückgang der asiatischen Importe und die Ölkrise haben zu einer massiven Überproduktion geführt. Der Milchpreis ist entsprechend in den Keller gerutscht. Viele Bauern müssen aufgeben, da sie nicht mehr kostendeckend arbeiten können. In Südtirol konnte man den Abwärtstrend dank der hohen Qualitätsstandards zwar einbremsen, doch auch hierzulande droht immer mehr Milchbauern das Aus.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat am Montag ein 500 Millionen Euro schweres Hilfspaket präsentiert. Am Dienstag hat Hogan das Paket dem Agrarausschuss des EU-Parlaments in einer außerordentlichen Sitzung genauer vorgestellt.

Anwesend war auch Südtirols Vertreter im Parlament, Herbert Dorfmann. Mit welchen Hilfsgeldern Südtirols Bauern rechnen können, sei noch schwer zu sagen: „Das Paket besteht aus zwei Teilen. 150 Millionen Euro fließen in ein EU-weites Programm zur Reduzierung der Produktion. Dabei wird die Produktion zwischen dem 1. Oktober und Jahresende angeschaut und mit der Produktion im selben Zeitraum des Vorjahres verglichen. Wer weniger Milch produziert, hat Zugang zu den 150 Millionen.“ Dorfmann geht davon aus, dass dies in Südtirol über die Genossenschaften koordiniert wird.

Die restlichen 350 Millionen Euro werden auf die EU-Mitgliedsstaaten aufgeteilt. „Ein positiver Aspekt dabei ist, dass die Staaten den kleineren Betrieben mehr Aufmerksamkeit schenken müssen. Das ist für Südtirol sehr wichtig“, so Dorfmann.

Ob das 500-Millionen-Paket reichen wird, um den europäischen Milchmarkt wieder in Schwung zu bringen, ist mehr als fraglich. Die Begeisterung hält sich in den Mitgliedsstaaten jedenfalls in Grenzen.

Vom letzten EU-Hilfspaket im Herbst 2015, das mit 420 Millionen Euro dotiert war, gingen 25 Millionen an Italien. Die Südtiroler Milchbauern, die rund vier Prozent der italienischen Milch produzieren, erhielten rund eine Million Euro.

LESEN SIE IN DER MITTWOCH-AUSGABE DER TAGESZEITUNG:
Das Interview mit Sennereiverbands-Obmann Joachim Reinalter, der das Hilfspaket als „Tropfen auf dem heißen Stein“ bezeichnet.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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