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Arbeiten wo man will

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Im Garten, am See oder in der Bar arbeiten: Das sogenannte „Smart working“ soll bald auch in der Landesverwaltung möglich sein. Landesrätin Waltraud Deeg über ihre revolutionären Vorstellungen.

von Heinrich Schwarz

Im Landtag wurde in dieser Woche kurz das Thema „Smart Working“ angesprochen. Es handelt sich um eine besondere Arbeitsform, bei der zumindest ein Teil der Arbeit auch außerhalb des Betriebsgebäudes geleistet werden kann. Ein neues italienisches Gesetz ermöglicht dies auch für öffentliche Einrichtungen. Die Abgeordnete Elena Artioli fragte bei Arbeitslandesrätin Martha Stocker nach, ob Smart working beim Land angedacht wird.

Stocker: „Das Land wird sich solchen innovativen Arbeitsformen sicher nicht verschließen.“

Artioli, die von dieser Arbeitsform überzeugt ist, zeigt sich erfreut. Bis zu zehn Prozent der öffentlich Bediensteten könnten die Möglichkeit laut Gesetz nutzen. Die Landtagsabgeordnete betont, dass Smart working über die Telearbeit hinausgehe, bei der ein fixer Arbeitsplatz zu Hause vorgesehen ist: „Die Bediensteten, die intellektuelle Arbeiten verrichten, können gemütlich an einem See liegen oder auf einer Berghütte sitzen – auch zusammen mit der Familie –, müssen aber auf Anrufe der Kollegen antworten und insbesondere etwas leisten.“

Für den Arbeitgeber sei es möglich, Bürokosten zu sparen und die Qualität der Dienstleistungen zu steigern. Und der Arbeitnehmer könne Familie und Beruf besser vereinbaren.

Die TAGESZEITUNG hat sich bei Landesrätin Waltraud Deeg näher erkundigt, die beim Land für das Personal zuständig ist.

Sie sagt unter anderem: „Ich werde das Thema bereits bei der nächsten Sitzung der Landesregierung als Diskussionspunkt einbringen. Es hat sich nämlich eine Arbeitsgruppe in der Landesverwaltung intensiv mit Smart working beschäftigt, und wir möchten eindeutig in diese Richtung gehen. Jetzt sollen die nächsten Schritte vereinbart werden.“

LESEN SIE DAS VOLLSTÄNDIGE INTERVIEW IN DER DONNERSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG. EINIGE DER FRAGEN:
– Zu welchen Ergebnissen ist die Arbeitsgruppe gelangt?
– Für welche Bereiche wäre Smart working andenkbar?
– Was ist, wenn es sich jemand gemütlich macht und nicht mehr das Pensum erfüllt, das er im Büro normalerweise erfüllt?

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Kommentare (11)

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  • watschi

    als ob die es schon nicht gemütlich genug hätten. jetzt dürfen sie auch noch am see in der sonne oder unterm sonneschirm liegen, während andere bei der arbeit schwitzen und sich demütigen lassen müssen

  • einereiner

    Home Office ist bei innovativen Firmen schon gang und gäbe. Bürokosten werden dadurch keine gespart, da alle am Freitag Home Office machen wollen und dann halt das Büro leer bleibt. Das wichtige in der Privatwirtschaft ist aber, dass ein kompetenter aufmerksamer Chef auch mitbekommt /kontrolliert, ob der Mitarbeiter zuhause auch wirklich die geplante Arbeit verrichtet.
    Dies ist beim Land sicher nicht der Fall, da wird die Mehrheit der Mitarbeiter am See genau GAR NICHTS machen. Deshalb ist HomeOffice für öffentliche Angestellte ABZULEHNEN.

    • epflkiachl

      Da bin ich anderer Meinung. Nirgendwo würde Home-Office so gut funktionieren wie bei Landesangestellten. Landesangestellte beziehen ihr Gehalt ausschließlich aus geraubten Mitteln, manche nennen das fälschlicherweise Steuern. Dadurch produzieren sie keine Güter, sondern Ungüter. Würden Sie Güter produzieren würden, gäbe es Kunden, die dafür freiwillig bezahlen. Wenn Sie also im Büro mit einem Wirkungsgrad von 5% Ungüter produzieren, dann ist es doch besser wenn im Home Office der Wirkungsgrad gegen 0% geht, sie also keine Ungüter produzieren bzw. nichts tun.
      Mit anderen Worten im Home-Office richten sie weniger Schaden. an.

  • morgenstern

    Die Idee find ich gut, denn jeder sollte frei entscheiden können wo er nichts tut.

  • tiroler

    Gute Idee. Die Landhausbüro sind ja eh schon zu 95% leer. Kaffeepause, Einkaufen, Besprechung, Termine. Alle möglichen Argumente.
    Dann ists eh besser, die Landhäusler tun anderswo nichts. Wenigstens verstopfen sie dann die strassen nicht

  • pantone

    Wer erinnert sich nicht an die Fantozzi Filme? Besonders einer ist mir in Erinnerung, wo Fantozzi bei der INPS angestellt ist. Kaum haben die Angestellten gestempelt, sind sie auch schon wieder bei der Bürotüre hinaus. Die einen sind beim Fischen, die anderen beim Einkaufen usw.
    Das neue Gesetz, um solche paradisischen Zustände zu ermöglichen?

  • wisoiundnetderfranz

    Die Landesrätin sagt, es sei Voraussetzung, dass klare Arbeitsprogramme erstellt und die Ergebnisse kontrolliert würden…
    Wie denn? Passiert das heute in der Landesverwaltung noch nicht?
    Wenn schon, was würde sich dann ändern?

    • vogel

      Jeder Südtiroler soll das Recht haben, als Beamter zu arbeiten! Wieso sollen das immer die Selben sein?
      Spätestens nach 4 Jahren ist ein Beamter zu entlassen und ein neuer anzustellen!

  • erich

    Es gibt ein altes Sprichwort: Das einzige was er im Leben bereut, ist, dass wann er gestanden ist nicht gesessen ist und wann er gesessen ist, nicht gelegen ist. Dem will man hier anscheinend vorbeugen.

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