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    Die schnellsten Verwaltungen

    Die Zahlungsfristen werden von den öffentlichen Verwaltungen in Italien nicht ganz ernst genommen. Dennoch gibt es einige Tugendhafte. In der Liste der Top 500 ist eine Südtiroler Gemeinde an erster Stelle zu finden.

    von Heinrich Schwarz

    Eigentlich sollten öffentliche Verwaltungen ihre Rechnungen innerhalb von 30 Tagen bezahlen – 60 Tage sind es für die Körperschaften des nationalen Sanitätsdienstes. Diese Fristen sieht eine europäische Direktive vor.

    Dass Italien wieder einmal weit hinterherhinkt, beweisen die Daten des Jahres 2016, die das Wirtschafts- und Finanzministerium jetzt veröffentlicht hat: Im Schnitt wird eine Rechnung von den öffentlichen Verwaltungen nach 58 Tagen bezahlt. Die durchschnittliche Verspätung beträgt 16 Tage.

    Das Ministerium kann zumindest feststellen: „Im Laufe des Jahres 2016 sind diese Zahlen deutlich gesunken – auch dank der Einführung der elektronischen Rechnung, die seit dem 31. März 2015 für alle öffentlichen Verwaltungen obligatorisch ist.“ Gegenüber 2015 ging es um 30 Prozent nach unten.

    Laut den Daten der „Piattaforma dei crediti commerciali“ (PCC), die vom staatlichen Rechnungsamt geführt wird, haben die 22.000 registrierten öffentlichen Verwaltungen im Vorjahr insgesamt 27,3 Millionen Rechnungen mit einem Gesamtbetrag von 157,6 Milliarden Euro erhalten. 74 Prozent davon wurden laut Ministerium bezahlt.

    Es wird aber betont, dass die Zahl in Wirklichkeit wohl deutlich höher ist, da nicht alle öffentlichen Verwaltungen, die auf der Plattform registriert sind, fristgerecht die getätigten Zahlungen mitteilen.

    Um aufzuzeigen, dass bei weitem nicht alle Verwaltungen mit großer Verspätung zahlen, sondern dass es durchaus einige Vorzeige-Körperschaften gibt, hat das Ministerium gleichzeitig auch die Liste der 500 öffentlichen Verwaltungen mit den schnellsten Zahlungszeiten im Jahr 2016 veröffentlicht.

    Darin zu finden sind auch 21 Südtiroler Körperschaften. Berücksichtigt wurden vom Ministerium allerdings nur jene Verwaltungen, die im Vorjahr mindestens 1.000 Rechnungen bei insgesamt mindestens einer Million Euro erhalten sowie 75 Prozent der Rechnungen übermittelt haben. Zudem heißt es in der Erklärung, dass noch nicht alle öffentlichen Verwaltungen auf der Plattform registriert sind.

    Jedenfalls gibt es für eine Südtiroler Gemeinde eine besonders erfreuliche Erkenntnis: Die Gemeinde Jenesien steht mit einer durchschnittlichen Zahlungsdauer von sechs Tagen deutlich an der Spitze. Möglich sei dieser äußerst niedrige Zeitraum, „indem man eine fleißige Buchhalterin und eine gut vorbereitete Gemeindesekretärin hat“, sagt der erfreute Bürgermeister Paul Romen.

    Ganz weit vorne mit dabei ist auch die Gemeinde Lajen mit zwölf Tagen. Zwei Tage mehr sind es bei der neuen Agentur Landesdomäne.

    Mit 17 Tagen Zahlungsdauer sind weiters das Wohnbauinstitut und die Gemeinden Ahrntal und Bruneck unter den Top 100 zu finden. Knapp dahinter die Gemeinde Völs am Schlern mit 19 Tagen.

    Nach etwas mehr als 20 Tagen begleichen die Handelskammer Bozen, die Gemeinde St. Ulrich und die Bezirksgemeinschaften von Pustertal und Eisacktal ihre Rechnungen.

    Unter den besten 500 sind auch die Gemeinden Sexten, Eppan, Brixen, Welschnofen, Mühlbach, Moos, Meran, Tirol und Lana sowie das Versuchszentrum Laimburg (siehe Grafik).

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (1)

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    • tald

      In diesem Artikel werden zu unrecht die schnellsten Zahler als die besten dargestellt. Die „tugendhafteste“ Verwaltung ist jene, welche genau bei Fälligkeit bezahlt, also in der Regel am 30. Tag nach Erhalt der Rechnung. Zahlungen vor dem Fälligkeitsdatum sind unwirtschaftlich und verursachen zusätzliche Kosten (Zinsen für Kassavorschüsse).

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