Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » Hat Rabih Badr ein Alibi?

    Hat Rabih Badr ein Alibi?

    Rabih Badr und Marianne Obrist

    Der 34-jährige Rabih Badr bestreitet den Mord an seiner Lebensgefährtin Marianne Obrist. Was der Marokkaner zu seinem Anwalt gesagt hat.

    von Artur Oberhofer

    Martin Fill hat bislang zwei Mal mit Rabih Badr gesprochen. Jeweils eine Stunde lang. Das erste Mal am Dienstagmorgen um 06.00 Uhr früh, als der Amtsverteidiger in die Carabinieri-Kaserne nach Brixen bestellt wurde, nachdem der Marokkaner wegen dringenden Tatverdachts festgenommen worden war. Das zweite Mal Mittwoch im Gefängnis.

    Rabih Badr, 34, hat auf den Rechtsanwalt einen sehr nervösen Eindruck gemacht. „Er ist sehr aufgeregt und sagt, er verstehe nicht, warum er verhaftet worden sei“, so erzählt Martin Fill.

    Rabih Badr bestreitet also den Mord an seiner Lebensgefährtin Marianne Obrist, mit der er immerhin sechs Jahre lang zusammengelebt hatte. „Ich bin unschuldig“, sagt der Marokkaner mehrmals zu seinem Amtsverteidiger. Er habe die Frau geliebt. Der Gedanke, dass Marianne Obrist nicht mehr sei, mache ihn „traurig und völlig fertig“.

    Eine erste externe Leichenschau ergab, dass die aus Latzfons stammende Marianne Obrist mindestens 40 Minuten vor dem Eintreffen der Carabinieri verstorben sein muss. Also sicher vor 17.30 Uhr.

    Rabih Badr, der seit zehn Jahren in Italien lebt, seit sieben Jahren in Südtirol, gab sowohl gegenüber den Mordfahndern als auch gegenüber seinem Anwalt an, er sei am Nachmittag nicht zuhause gewesen.

    Er sei erst kurz vor 18.00 Uhr in die gemeinsame Wohnung zurückgekehrt.

    Seinem Anwalt hat Rabih Badr erzählt, wo er sich in den Nachmittagsstunden aufgehalten hat. „Wir sind jetzt gerade dabei, die Angaben meines Mandanten zu verifizieren“, so Martin Fill gegenüber der TAGESZEITUNG.

    Nun hängt Rabih Badrs Schicksal vom Ausgang der Autopsie ab, die am Donnerstag im Bozner Regionalkrankenhaus von dem Veroneser Pathologen Dario Raniero vorgenommen wird.

    Die wichtigsten Informationen, die der Gerichtsmediziner den Ermittlern liefern kann, sind: der genaue Todeszeitpunkt und die Todesursache. Spätestens dann wird sich zeigen, ob Rabih Badr tatsächlich ein Alibi hat, so wie er selbst behauptet.

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE

    • Marianne Obrist hatte ein tiefe Schnittwunde im Kniebereich: Rabih Badr sagte den Ermittlern, er könne sich vorstellen, dass seine Partnerin eine Verzweiflungstat begangen haben könnte.
    • Und das große Interview mit einer Mitarbeiterin im Frauenhaus Brixen: Wie man sich als Außenstehender oder Zeuge von häuslicher Gewalt richtig verhält.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (2)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen