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    Das lange Warten

    Seit bald zehn Jahren wartet Percha auf eine Umfahrungsstraße. Jetzt hat die Landesregierung das Projekt weiter nach hinten verschoben. Aber der Druck steigt.

    von Silke Hinterwaldner

    „2008 haben wir den Wettbewerb für den Bau der Umfahrung gemacht“, sagt der Bürgermeister, „seit 2010 ist sie in den Bauleitplan eingetragen. Wir sind also schon lange startklar.“ Umso mehr ist Joachim Reinalter bedrückt darüber, dass die Umsetzung dieses Bauvorhabens nun erneut auf die lange Bank geschoben wurde (siehe nebenstehenden Kasten).

    Das Problem: Entlang der Pustertaler Straße gibt es mehrere neuralgische Punkte, die weiter einer Lösung harren. Während an der Einfahrt ins Gadertal gebaut wird, warten Kiens und Percha noch immer.

    Die Umfahrung von Kiens aber steht auf der Prioritätenliste des Landes ganz weit oben. Anders Percha, dort wurde der Bau der Umfahrung noch einmal verschoben: „Percha kann nicht bis 2024 oder wahrscheinlich sogar noch länger auf die Umfahrung warten“, sagt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas. Er hat deshalb eine Anfrage gestellt, über die er erfahren will, was die Landesregierung tatsächlich vorhat.

    Bereits vor einigen Wochen sind die Freiheitlichen Gemeinderäte in Percha aktiv geworden. Lukas Elzenbaumer hatte einen Beschlussantrag eingebracht, um den politischen Druck zu erhöhen. Sein Antrag wurde einstimmig angenommen.

    Das heißt: Die Landesregierung wird noch einmal schriftlich dazu aufgefordert, die gemachten Versprechungen einzuhalten. Denn immerhin hatte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei einer Bürgerversammlung im Herbst 2015 zugesagt, dass die Bauarbeiten bereits 2018 ausgeschrieben werden sollen.

    In Percha ist man sich also einig, dass die Umfahrung ein absolut dringliches Projekt ist. An manchen Tagen fahren bis zu 20.000 Autos durch die Ortschaft. Und der Verkehr steigt weiter. Wird die Schmerzgrenze von rund 27.000 Autos überschritten, bricht der Verkehr ganz zusammen, dann staut es in beiden Richtungen weit zurück. Gerade die Wirtschaftsreibenden im Tal leiden unter dieser Situation. Nicht nur Touristen und Sonntagsfahrer stehen im Stau, auch Angestellte und Firmenautos verbringen Stunden auf den betroffenen Straßenabschnitten. „Und Zeit ist bekanntlich Geld“, sagt Bürgermeister Reinalter. Er weist zudem darauf hin, dass die alte Brücke bei Unterwielenbach eine lauernde Gefahr darstellt: Muss die Brücke irgendwann gesperrt werden, dann ist das gesamte Pustertal zu.

    „Alles hängt an der Finanzierung“, weiß Reinalter, „aber ich hoffe auf das Verständnis der Landespolitiker, dass dieses Projekt absolut wichtig ist.“ Dieser Meinung sind auch die Freiheitlichen. Walter Blaas sagt: „Aus wirtschaftlicher, umwelttechnischer und wettbewerbsorientierter Sicht muss die Hauptstraße des Pustertals weg von den Ortskernen, um einen regelmäßigen Verkehrsfluss zu garantieren und Stausituationen zu reduzieren. Auch für die Gesundheit der Bürger wären die noch ausständigen Umfahrungen ein bedeutender Mehrwert.“

     

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