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    Die Skischaukel Sexten-Sillian

    Foto: Christian Tschurschenthaler

    Foto: Christian Tschurschenthaler

    Am Donnerstag soll der offizielle Startschuss für die Planung der Skischaukel Sexten-Sillian fallen. Die Liftgesellschaft hat auf diesen Tag ein Jahr lang hingearbeitet.

     

    von Silke Hinterwaldner

    Der zweite Punkt auf der Tagesordnung des Gemeinderates von Sexten klingt nicht besonders spannend, aber er hat es in sich: „Vorstellung und Genehmigung der Machbarkeitsstudie zu den geplanten ergänzenden Eingriffen für die Entwicklung der Skizone Sexten-Helm-Rotwandwiesen 
mit Umweltbericht im Sinne des Art. 9bis des D.L.H. Nr. 3/2012“.

    Gemeint damit sind zum einen kleinere Skiwege Richtung Klammbachalm oder eine Verbindung zwischen Drei-Zinnen-Lift und Brugger-Lift. Zum anderen aber birgt dieser Tagesordnungspunkt auch den Startschuss für ein Projekt, das seit Jahrzehnten für Zündstoff sorgt: die Verbindung über den Karnischen Kamm bis nach Sillian und damit den Zusammenschluss mit dem Skigebiet Thurntaler in Osttirol.

    Ein Jahr lang haben sich die Strategen bei der Liftgesellschaft Drei-Zinnen-AG Zeit genommen, um diese Entscheidung gut vorzubereiten. Sie haben sich mit Bauern, Grundbesitzern, Hoteliers und Gemeindevertretern zusammengesetzt, um ihr Vorhaben zu erklären und im besten Fall Applaus dafür zu ernten. Ob aber tatsächlich alle den Bau der Skischaukel befürworten, wird sich einerseits am Donnerstagabend bei der Abstimmung im Gemeinderat zeigen. Andererseits fällt damit erst der Startschuss für ein langwieriges Genehmigungsverfahren.

    Die Zustimmung des Rates ist Voraussetzung dafür, dass bei den zuständigen Ämtern in Bozen das Genehmigungsverfahren beginnen kann. Dieses wird weitere acht Monate in Anspruch nehmen, erst dann kann sich die Liftgesellschaft ernsthaft an die Projektierung machen, erst dann werden die Grundbesitzer einen Vertag unterzeichnen müssen. Während für die kleineren Skiwege mehrere private Grundbesitzer ihre Zustimmung werden geben müssen, sind die Besitzverhältnisse beim Bau der Skischaukel klar:

    Die dafür notwenigen Grundstücke sind in öffentlicher Hand, sie gehören den Fraktionsverwaltungen von Mitterberg und Außerberg. Die Bauerninteressentschaft Schafalbe hat dafür ein Weiderecht.

    Zur Erinnerung: Vor rund zwei Jahren hatte die Landesverwaltung das Genehmigungsverfahren für neue Skipisten geändert. Auf diese Weise hat man Skizonen, so genannte Wolken, ausgewiesen, innerhalb derer es keiner Bauleitplanänderung mehr bedarf, sobald überschaubare Arbeiten anfallen. Obwohl die Sextner „Wolke“ bis zur Grenze reicht, scheitere die Liftgesellschaft mit einem ersten Versuch, die Verbindung bis Osttirol in den Skizonenplan eintragen zu lassen. Jetzt aber will man endlich Nägel mit Köpfen machen.

    Nun reicht es aber nicht mehr aus, eine einfache Skiverbindung genehmigen zu lassen. Mittlerweile muss ein Zehn-Jahres-Plan vorgelegt werden. Teil dieses Plans sind umfangreiche Studien zur wildbiologischen und hydrologischen Beschaffenheit des Geländes. Heute soll dieser Plan im Gemeinderat genehmigt werden. Alfred Prenn, im Ausschuss zuständig für Tourismus und Sport, ist ein Befürworter der Skigebietserweiterung. Er sagt: „Dieser Schritt ist zukunftsweisend für die Entwicklung der gesamten Region in den kommenden Jahren.“

    Aber nicht alle sind so begeistert von diesem Vorhaben. In einem Schreiben an die Landesräte haben die beiden ehemaligen Landesbeamten Karl Obwegs und Ernst Watschinger eindringlich vor dem weiteren Ausbau des Skigebietes gewarnt. Zitat: „Wir sind überzeugt, dass kein noch so großer wirtschaftlicher Erfolg die naturwidrigen und teils gefährlichen Eingriffe zum Bau der neuen Skianalagen in Sexten mit immerwährenden Schäden und Gefahren für Umwelt und Natur rechtfertigen können.“ Den Bau von neuen Skianlagen halten sie für verantwortungslos.

     

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