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Voucher: Was nun?

Hans Berger

Hans Berger

Senator Hans Berger sagt: „Nicht die Voucher waren das Problem, sondern nur, dass diese von einigen Wenigen missbräuchlich verwendet worden sind.“

Wie sollen künftig die Schülerlotsen in den Gemeinden bezahlt werden? Wie die Helfer auf den Wertstoffhöfen? Und wie die Betreuer der Sommeraktivitäten für Kinder und Jugendliche?

Hans Berger (Mitglied der Arbeitskommission im Senat) und Josef Tschöll (Vorsitzender der SVP-Wirtschaft) meinen: „Entweder gar nicht – oder über befristete Teilzeitarbeitsverträge, die weder für die öffentliche Hand noch für den Arbeitnehmer vorteilhaft sind.“

Auch den Gemeinden fehlt jetzt ein sinnvolles Instrument, um etwa Rentner oder Studenten einfach und unbürokratisch für gelegentliche Tätigkeiten einzusetzen. Der Ministerrat hat vergangene Woche ein Dekret verabschiedet, welches die seit 2008 hierfür genutzten Wertgutscheine (Voucher) abschafft.

„Nicht die Voucher waren das Problem“, betonen die SVP-Vertreter Josef Tschöll und Hans Berger, „sondern nur, dass diese von einigen Wenigen missbräuchlich verwendet worden sind.“

In Südtirol hätten die Vorteile dieses Instrumentes zur flexiblen und unbürokratischen Zahlung von zeitlich begrenzten Arbeitsleistungen auf jeden Fall überwogen. „Eine Einschränkung wäre vielleicht noch sinnvoll gewesen – aber nicht eine Abschaffung. Vor allem dann nicht, wenn man keine Alternative vorweisen kann.“

Die Abschaffung der Lohngutscheine wirke sich nicht nur auf gelegentliche Arbeiten aus, welche die Südtiroler Gemeinden zu vergeben haben. „Auch Vereine und Verbände haben diese in der Vergangenheit sinnvoll genutzt“, wissen Hans Berger und Josef Tschöll. „Und nicht zuletzt auch Privatpersonen, die hiermit beispielsweise zwischendurch eine Haushaltshilfe entlohnt haben. Betroffen sind auch die Sommerjobs für Studenten.“ Die angekündigte Alternative für die bewährten Voucher sei im vorliegenden Dekret nicht vorgesehen.

„Es bleibt offen, wie nun Ersatz gesucht und gefunden wird“, meinen Josef Tschöll und Hans Berger. Der Weg zu legalen Alternativen, um zeitlich begrenzte Arbeitsleistungen einfach zu entlohnen, werde ein langer sein – derzeit wisse niemand so recht, wohin er führen wird. „Nicht selten haben Personen über einige Stunden Arbeit im Tourismus das Haushaltsbudget aufgebessert. Dieser Zuverdienst wird so nicht mehr möglich sein: Ein höheres Einkommen in der Steuererklärung führt fast ausnahmslos zum Verlust von Förderungen und Sozialleistungen.“

Die beiden Voucher-Befürworter fassen zusammen: „Arbeitskraft bleibt ungenutzt – und legales Einkommen wird verhindert.“ Der italienischen Regierung bezeugen sie „ein kohärentes Handeln“ – es sei einzig und allein eine Gewerkschaft gewesen, die mit ideologischen Vorbehalten auf das Ziel der Voucher-Abschaffung hingearbeitet und dieses nun erreicht habe. Sie werde nun „vermehrte Schwarzarbeit ernten“. Das wahre politische Ziel der CGIL sei es aber, „die Uhrzeiger auf das Jahr 1970 zurückzudrehen und den Jobs Act rückgängig zu machen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (5)

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  • meinemeinung

    Berger und Tschöll sehen nur Nachteile mit der Abschaffung , Gemeinden ,Fraktionen ,Vereine , Verbände und jede Firma (Hotels , Handwerker ; Kaufleute usw.)haben die Möglichkeit Menschen zu beschäftigen wie es sich gehört ,Anmeldung mit Einzahlung der Renten-Sozial und Versicherungsbeträge , es kommt alle zu gute .Wirtschaft will nicht ,weil man müsste die Preise revisionieren und für die Öffentlichen ist´s zu viel Arbeit und wer will schon gerne arbeiten. Für den Arbeitswilligen ändert sich nichts ,außer er hat eine Ordentliche Anmeldung und Renteneinzahlung.

  • einereiner

    @meinemeinung
    offensichtlich weißt du nicht, wieviel Bürokratie eine normale Anstellung hinter sich her zieht! Sowas rentiert sich für einen Schülerlotsen oder Studenten zum Gemüsebeetjäten nicht. Somit gehts ab Richtung Schwarzarbeit….Italien, du hast es so gewollt.
    Ich kann nur immer wieder Berlusconi zitieren: paese di merda. Die wenigen Produktiven können den Karren gegen all die Bremser nicht mehr aus dem Dreck ziehen.

    • Die großen Scheißer sollten sich nicht zu sehr über die großen Scheißhaufen aufregen!
      Hast du dir z.B. schon mal den Verlauf der Staatsverschuldung während der verschiedenen Berlusconi-Regierungszeiten angesehen?

  • franz

    Und was haben die Linken seit 5 Jahren Regierung Monti-Letta -Renzi -Gentiloni dagegen getan ? nichts trotz 0 Zinsen Politik von der EU Zentralbank .I m Gegensatz immer mehr Schulden, nicht einmal der Euro-Stabilitätspakt Fiskalpakt wurde von der links regierten PD- Regierung respektiert.
    Aber 4 Milliarden € / Jahr für Flüchtlinge ( 95 % Clandestini ) ausgeben. Oder wie der EU Politiker Dijsselbloem meint : Dijsselbloem nella bufera per le frasi sul Sud Europa: „Non può spendere tutto in alcol e donne e poi chiedere aiuti“
    http://www.repubblica.it/economia/2017/03/21/news/dijsselbloem_nella_bufera_per_le_frasi_sul_sud_europa_non_puo_spendere_tutto_in_alcol_e_donne_e_poi_chiedere_aiuti_-161091375/
    Zum Thema Voucher:
    http://www.tageszeitung.it/2017/01/13/die-voucher-luege/#comment-339779

  • meinemeinung

    @einereiner
    weil ich weis ,was das für ein Aufwand ist ,würde ich meine Angestellten besser behandeln .es ist keine Arbeit von einer 1/2 Stunde die Anmeldung. Schülerlotsen ,wenn sie gebraucht werden ,werden sicher weiterhin von Steuergelder bezahlt und Gemüsebeetjäter sollten auch gemeldet sein und Rentenversichert ,ich wüste keinen Grund warum nicht, dann kostet das Gemüse 40% mehr und alles ist legal.
    Schwarzarbeit hatten wir mit Voucher und ohne ,ich bin schon lange im Geschäft und weis von was ich schreibe

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