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    Die Gesamtsieger

    Thomas Kammerlander (Foto: Chris Walch)

    Thomas Kammerlander (Foto: Chris Walch)

    Der Weltcup im Naturbahnrodeln ist zu Ende: Thomas Kammerlander, Greta Pinggera und das Duo Porshnev/Lazarev sind die Gesamtsieger der Saison 2016/2017.

    Am Samstag wurden in Umhausen (AUT) die letzten Rennen des diesjährigen GRM Group Weltcups im Rennrodeln auf Naturbahn ausgetragen und im Anschluss daran die Gesamtsieger der Saison 2016/2017 gekürt.

    Bei den Herren landete Thomas Kammerlander (AUT) auf dem ersten Platz: Der Österreicher sicherte sich auf seiner Heimbahn in Umhausen nicht nur den Sieg im letzten Rennen, sondern auch die Trophäe im Gesamtweltcup. Damit entthronte er den italienischen Seriensieger Patrick Pigneter (ITA), der seit 2005/2006 am Ende jeder Saison ganz oben am Podest stand.

    „Wir haben jahrelang darauf hingearbeitet, und nun ist uns endlich der große Coup gelungen“, sagte Kammerlander nach dem Rennen, das auch aufgrund der Ausgangslage kaum spannender hätte sein können. Dass er schlussendlich den Sieg im Gesamtweltcup auf seiner Heimbahn perfekt machen konnte, sorgte natürlich für zusätzliche Freude bei dem Österreicher, der sich in Umhausen keinerlei Nervosität anmerken ließ: „Ich war eigentlich nie nervös, es war genug Selbstvertrauen da“, so Kammerlander, der schlussendlich einen Vorsprung von über einer Sekunde auf seinen großen Konkurrenten aus Italien aufwies.

    Diesem blieb nichts anderes übrig, als Kammerlanders Leistung anzuerkennen: „Ich habe gewusst, es wird schwer hier gegen Thomas, und ich habe alles gegeben – aber Thomas hat das Rennen von Anfang an dominiert. Er war der Beste diese Saison, und deshalb hat er auch verdient den Gesamtweltcup gewonnen“, zeigte sich Pigneter, der im Ötztal Zweiter wurde, als fairer Verlierer.

    Alex Gruber (ITA), der in Umhausen ebenso wie im Gesamtweltcup den dritten Platz belegte, sah das ähnlich wie sein Teamkollege: „Thomas war der konstanteste Fahrer, der Sieg ist ihm absolut zu gönnen“, zollte der Weltmeister, der sich selbst zufrieden mit seiner Saison zeigte, dem neuen Weltcup-Champion Respekt.

    Bei den Damen setzte sich letzten Endes Greta Pinggera (ITA) durch: Die frischgebackene Weltmeisterin, die vor allem in der zweiten Hälfte dieser Saison durchwegs starke Leistungen gezeigt hatte, gewann das Rennen in Umhausen vor der Österreicherin Tina Unterberger und Evelin Lanthaler (ITA) und sicherte sich damit den Sieg im Gesamtweltcup – auch wenn es gar nicht knapper hätte sein können: Durch ihren Triumph in Umhausen zog Pinggera, die vor dem Rennen noch einen Rückstand von 30 Punkten auf die führende Lanthaler hatte, mit ihrer Teamkollegin gleich.

    Greta Pinggera (Foto: Chris Walch)

    Greta Pinggera (Foto: Chris Walch)

    Am Ende hatten beide Südtirolerinnen nicht nur gleich viele Punkte, sondern standen auch gleich oft am Podest, weshalb die Platzierung im letzten Rennen als entscheidender Faktor zum Tragen kam – mit dem besseren Ausgang für Pinggera, die nicht damit gerechnet hatte, ihre Landsfrau noch einholen zu können.

    „Ich hatte hier nichts zu verlieren, aber eigentlich auch nichts zu gewinnen, deshalb ging ich das Rennen recht locker an. Evelin hatte sicher den größeren Druck als ich“, so Pinggera, die nun auf eine perfekte Saison verweisen kann. „Klar, es war auch etwas Glück dabei, nicht zuletzt heute. Aber wir haben auch viel beim Material getüftelt und viel riskiert, das hat sich ausgezahlt.“

    Naturgemäß enttäuscht zeigte sich Lanthaler, die ihren Sieg im allerletzten Lauf der Saison verspielt hat: „Natürlich bin ich verärgert: Sowohl im Training als auch in der Qualifikation ist alles super gelaufen, aber im Finale hat es einfach nicht gepasst. Ich habe mich einfach nicht gut zurechtgefunden“, so die Weltcup-Siegerin der letzten Saison. Ganz anders sah die Stimmungslage bei Unterberger aus, die sich nicht nur über den dritten Platz im Gesamtweltcup, sondern auch über eine tolle Rennsaison freuen konnte: „Es war meine beste Saison überhaupt, so oft stand ich noch nie am Stockerl.“

    Eine Wachablöse gab es auch bei den Doppelsitzern: Pavel Porshnev/Ivan Lazarev (RUS) konnten das Rennen in Umhausen für sich entscheiden und dadurch noch im Gesamtweltcup an Patrick Pigneter/Florian Clara (ITA) vorbeiziehen. Die Südtiroler Seriensieger, die in Umhausen auf dem dritten Platz landeten, stehen damit zum ersten Mal seit 2011/2012 am Ende der Saison nicht ganz oben auf dem Podium – auch damals mussten sie Porshnev/Lazarev den Vortritt lassen.

    „Wir hatten ein gutes Gefühl und gehofft, Pigneter und Clara noch einholen zu können“, sagte Lazarev nach dem Rennen: „Im ersten Lauf haben wir Vollgas gegeben und einen großen Vorsprung herausgefahren, dadurch mussten wir im zweiten Lauf nicht mehr viel riskieren.“ Am Ende waren die Russen insgesamt 44 Hundertstel schneller als die Italiener.

    Porshnev/Lazarev (Foto: Chris Walch)

    Porshnev/Lazarev (Foto: Chris Walch)

    „Das war ein toller Schlusspunkt für die Saison, Pigneter und Clara musst du erst mal schlagen“, meinte Porshnev. Die entthronten Südtiroler haben den Sieg wohl in der Qualifikation verspielt: „Den ersten Lauf haben wir leider vermurkst“, sagte Pigneter nach dem Rennen, und sein Partner Clara ergänzte: „Der zweite Lauf war toll, aber nur ein guter Lauf reicht eben nicht. Trotzdem sind wir nicht unzufrieden, und nächste Saison werden wir wieder angreifen.“

    Auf Platz zwei in Umhausen landeten die Österreicher Rupert Brüggler/Tobias Angerer, die sich dadurch noch auf den dritten Rang im Gesamtweltcup vorschieben konnten: „Wir haben das Unmögliche möglich gemacht“, meinte Brüggler, während sein Partner Angerer vom „Sahnehäubchen“ dieser Saison sprach.

    Im Teambewerb setzte sich einmal mehr Italien vor Österreich und Russland durch: Alex Gruber,

    Greta Pinggera und Patrick Pigneter/Florian Clara gewannen vor Thomas Kammerlander, Tina Unterberger und Rupert Brüggler/Tobias Angerer sowie Aleksandr Egorov, Ludmila Astramovich und Pavel Porshnev/Ivan Lazarev.

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