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    Schüler im Keller

    sowiDas Sozialwissenschaftliche Gymnasium in Bruneck zählt 750 Schüler – aber viele von ihnen müssen ein trostloses Dasein in Kellerräumen fristen, weil die Schule aus allen Nähten platzt. Der Elternrat schlägt Alarm.

    von Silke Hinterwaldner

    Reinhard Innerhofer ist stinksauer. „Uns allen reicht es“, sagt er ohne Umschweife. Und weiter: „Wir wollen endlich Taten sehen und erwarten uns nicht nur eine umgehende Reaktion auf unser Schreiben, sondern vor allen, dass die Problematik endlich und ernsthaft angegangen wird.“

    Was ist passiert? Was hat den Vorsitzenden des Elternrates im Sozialwissenschaftlichen Gymnasium in Bruneck derart in Rage versetzt? Das ist schnell erklärt: Zu wenig Platz. Zu viele Schüler.

    Innerhofer ist jetzt endgültig der Geduldsfaden gerissen. Er wandte sich mit einem Schreiben an die Öffentlichkeit – und an die zuständigen Landesräte. Der Brief zeigt bereits in den ersten Zeilen, dass es um eine ernst Angelegenheit geht: „zornige Eltern, enttäuschte Schüler und Lehrer“.

    Mit der Neuorganisation der Oberstufen erlebte das Sozialwissenschaftliche Gymnasium in Bruneck eine echte Renaissance. Dort wurden als Schwerpunkte Musik und Kunst gesetzt, was immer mehr Schüler anlockte. Das Problem manifestierte sich spätestens im Herbst 2013 als einige Klassen in der alten Hotelfachschule in der Dietenheimerstraße Unterschlupf suchen mussten, weil sie weder im Hautgebäude noch im Container in der Schulzone Platz gefunden hatten. Bereits da erkannte der damals neue Direktor Johann Georg Rogger, dass die Schule eben sehr beliebt sei und man infolgedessen nach Ausweichmöglichkeiten suchen müsse. Eine langfristige Lösung hatte man sich schon zu diesem Zeitpunkt gewünscht.

    Wenn nicht schon viel früher. „Die untragbare und prekäre Situation hat sich im Schul- und Elternrat bereits als Dauerthema etabliert“, erklärt Innerhofer, „seit zwölf und mehr Jahren plagt das SoWi die Raumnot! Es ist mühsam, immer wieder auf dieselbe Problematik hinweisen zu müssen.“ Im Moment sich neun Klassen ausgelagert. Sie sind weit entfernt vom Hauptgebäude, teilweise im Kellergeschoss in drei Metern Tiefe ohne Tageslicht und ohne Frischluftzufuhr. „Untragbare Zustände“, findet nicht nur der Vorsitzende des Elternrates.

    Dabei hat es bereits feste Zusagen gegeben.

    Vor über einem Jahr hat der zuständige Landesrat Philipp Achammer nach einem Lokalaugenschein in Bruneck schriftlich zugesichert:

    „Der in der Schulzone Süd bestehende Container (derzeit ist dort die Musikschule untergebracht) wird während der Sommermonate 2016, ggf. schon ab Mai, abgetragen. An seiner Stelle wird ein neuer (vorerst) zweistöckiger Fertigbau aufgezogen, der bei Bedarf um einen weiteren Stock erhöht werden kann. Ab Herbst 2016 zieht das SoWi in den zweiten Stock ein und übernimmt ab 1.1.2017 auch den ersten Stock.“

    LR Philipp Achammer

    LR Philipp Achammer

    „Allesamt leere Worthülsen und Vertröstungen“, ärgert sich Innerhofer. Der Direktor, das Lehrpersonal, die Eltern, aber vor allem die Schülerinnen und Schüler warten immer noch, dass die Versprechungen umgesetzt und sie endlich aus dieser untragbaren Situation erlöst werden.

    Parallel dazu, auch das sicherte Achammer zu, sollten die Planungen für eine dauerhafte Erweiterung des SoWi weitergehen. Innerhofer meint dazu nur, man müsse wohl oder übel zur Kenntnis nehmen, dass bisher leider auch in dieser Hinsicht nichts unternommen worden sei.

    Und er fragt: „Wann wird es endlich möglich, dass 750 Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung in würdigen und schulgerechten Räumlichkeiten absolvieren können?“

     

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