Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » Innichner Ängste

    Innichner Ängste

    Telefonterror AngstIn Innichen hat ein Unbekannter eine Schülerin verfolgt. Die Schule reagiert mit einem Brief auf den Vorfall und ruft alle auf, den Schulweg nicht alleine zurückzulegen. Die Carabinieri ermitteln.

    von Silke Hinterwaldner

    Bereits am 29. November hat Aloisia Obersteiner einen Brief an die Eltern aller Schüler der Grund- und Mittelschule Innichen geschickt.

    Der Inhalt des Briefes klingt in den Ohren vieler Eltern und Kinder Angst einflößend: „Es ist grundsätzlich ratsam“, steht da, „die Kinder anzuhalten, den Schulweg in Kleingruppen zurückzulegen.“

    Der Grund:

    Nach dem Nachmittagsunterricht hatte sich eine Schülerin vor rund zehn Tagen wie jeden Tag auf den Nachhauseweg gemacht: Dieser führt sie von der Schule durch die Fußgängerzone im Dorf weiter in Richtung Außerkirchl, wo die Schülerin die Unterführung passieren muss.

    Die gesamte Strecke lang fühlte die Schülerin an diesem Tag, dass ihr jemand wie ein Schatten folgte. Ein zwielichtiger Mann wollte der Schülerin angeblich etwas auf dem Handy zeigen. Das Mädchen bekam es mit der Angst zu tun, lief nach Hause und berichtete dem Vater, was vorgefallen war.

    Der erste Weg führte den Vater zu den Carabinieri. Er erstattete Anzeige gegen den – unbekannten – Mann, der seine Tochter verfolgt hat.

    Wenige Tage später erreichte diese beunruhigende Nachricht Schuldirektorin Aloisia Obersteiner. Die Schuldirektorin setzte sich mit den Ordnungshütern in Verbindung und vereinbarte, alle Eltern über den Vorfall in Kenntnis zu setzen. „In solchen Fällen“, sagt Obersteiner, „ist es wichtig, dass das Netzwerk gut funktioniert. Alle müssen zusammenarbeiten und informiert sein.“

    Die Situation von heute erinnert viele Schüler und Eltern an das, was vor einigen Jahren in Vierschach passiert war. Auch damals waren Schüler von einem Mann belästigt worden. Schlussendlich klärte sich in Vierschach alles auf, die Angst von damals jedoch sitzt heute noch vielen in den Knochen.

    Schule, Eltern, Gemeinde, Ordnungshüter: In den vergangenen Tagen wurden in Innichen alle Instanzen informiert. An die Verwalter im Rathaus erging die Bitte, an neuralgischen Stellen wie den Unterführungen eine bessere Beleuchtung vorzusehen und die Videoüberwachung auszubauen. Die Ermittlungen der Carabinieri laufen.

    Aber wie reagieren Schüler und Eltern auf solche Mitteilungen? Ist in Innichen Panik vor einem Pädophilen ausgebrochen? „Nein“, sagt Roberta Webhofer, Schulreferentin und selbst Lehrerin, „Eltern und Schüler reagieren sehr überlegt. Sie organisieren sich und legen den Nachhauseweg gemeinsam in Gruppen zurück. Das ist gut.“

    Gerade im Winter, wenn es früh dunkel wird, hätten manche Schüler Angst, wenn sie alleine unterwegs sind.

    In der Gruppe aber fühlen sie sich sicherer.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (1)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • watschi

      bitte nur nicht hysterisch werden, meistens ist es harmloser als es aussieht. und wenn wir wegen jeden tolm dass heer aufmarschieren lassen, dann wird es langsam zur gewohnheit und wenn dann wirklich ein gefährlicher stalker auftaucht, sind wir unsensibel.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen