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    Das Voucher-Ei

    Walter Amort

    Walter Amort

    Die neue Meldepflicht bei Vouchern stößt auf beim hds auf Unverständnis. Der Verband spricht von einer erheblichen bürokratischen Belastung für die Betriebe.

    Die neue Meldepflicht bei der gelegentlichen und geringfügigen Mitarbeit mittels Lohngutscheinen (Voucher) sorgt bei vielen Betrieben für großen Unmut. „Zurecht“, meint der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol, der in einer Aussendung seinen Unmut äußert.

    „Die neue Regelung hat sich jetzt – wie befürchtet – als erhebliche bürokratische Belastung entpuppt“, so hds-Präsident Walter Amort.

    Eine Korrekturverordnung zum Jobs Act hat für die Nutzung der Voucher eine verpflichtende Vorabmeldung des Arbeitsbeginns eingeführt. Diese ist durch den Auftraggeber mindestens 60 Minuten vor Beginn der Arbeitsleistung zu tätigen und zwar mittels Sms oder E-Mail an das territorial zuständige Arbeitsinspektorat.

    Hinzu kommt, dass auf der einen Seite noch wichtige Details bei Änderung einer Meldung zu klären sind und auf der anderen Seite in Südtirol andere, starre Regelungen gelten als im restlichen Italien. So z.B. muss hierzulande jeder einzelne gearbeitete Tag mit einem getrennten E-Mail gemeldet werden, während in den anderen Regionen ein einziges E-Mail genügt, wenn beispielsweise ein Mitarbeiter eine ganze Woche arbeitet.

    Hier braucht es noch dringenden Klärungsbedarf und Änderungen, so der hds. In diesen Tagen trifft sich der Verband mit den zuständigen Vertretern des Dachverbandes Confcommercio, um direkt in Rom intervenieren zu können. Gleichzeitig finden Gespräche mit dem Arbeitsinspektorat in Südtirol statt, um Lösungen und Vereinfachungen herbeizuführen.

    Abschließend erinnert der hds daran, dass die römische Regierung ursprünglich die Voucher abschaffen wollte. Nach den Protesten der Arbeitgeberverbände konnte das System jedoch noch gerettet werden. Allerdings ging jetzt die Regierung mit der neu eingeführten und bürokratischen Meldungsform viel zu weit.

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    Kommentare (2)

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    • franz

      So wie das Voucher System vor der Meldepflicht mit (Decreto correttivo del Jobs Act (d.lgs. n. 185 del 24 settembre 2016, pubblicato sulla Gazzetta Ufficiale n. 235 del 7 ottobre 2016) 60 min vor Arbeitsbeginn funktioniert hat, war es abgesehen von der Versklavung junger Menschen eine gute Möglichkeit zur Steuerhinterziehung , was einigen natürlich nicht in ihren Kram passt. ( 1 Vocher für 1 Stunde und 7 Stunden schwarz ohne Steuer ohne INPS Beiträge und somit wird ein junge Mensch der mit Voucher arbeitet nie eine Rente bekommen
      Dass es so war zeigen auch die Daten die von der SüdtirolerTageszeitung am 28.10.2016 veröffentlicht hat.
      http://www.tageszeitung.it/2016/10/28/die-voucher-bilanz/
      “Seit Montag dieser Woche müssen Arbeitgeber, die Personal mit Voucher beschäftigen wollen, dies täglich dem Arbeitsinspektorat mitteilen. Innerhalb der ersten vier Tage gingen in der Landesabteilung Arbeit bereits über 6.000 E-Mails ein“. „Aus einer ersten Auswertung geht zudem hervor, dass die Arbeitszeit mit Vouchern im Schnitt 4,2 Stunden am Tag pro Person ausmacht”, erläutert der Direktor der Landesabteilung Arbeit, Helmuth Sinn. Pro Tag waren es rund 700 Beschäftigte. Das macht für diese vier Tage einen Beschäftigungsstand von rund 400 Vollzeitäquivalenten im Monat aus.“(…..)
      Für die Statistik der Regierung Renzi zählte bisher jede Arbeitsstunde mit Voucher einen Vollzeitbeschäftigten
      http://www.ilfattoquotidiano.it/2016/09/19/lavoro-inps-nei-primi-7-mesi-venduti-843-milioni-di-voucher-362-e-basta-unora-per-essere-censiti-tra-gli-occupati/3042660/

    • sogeatsnet

      Wenn man bedenkt, dass dieses System eigentlich für Gelegenheitsjobs gedacht war, finde ich es absolut richt, dass täglich gemeldet werden muss.
      Die Arbeitgeber spielen hier die Schlauen und der HDS denkt natürlich auch nicht an die unzähligen prekär Beschäftigten.
      Eine Abschaffung wäre gerechtfertigt.

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