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    Wilde Wasser

    strom sel energie

    Der Streit um die Großableitung für ein Kraftwerk an der Gader wird mit harten Bandagen geführt. Ein Ende ist nicht in Sicht.

    von Silke Hinterwaldner

    Dass Wasser Gold Wert sein kann, weiß man auch in den Gemeinden St. Lorenzen, St. Vigil in Enneberg und Bruneck schon lange. Trotzdem ist es bisher noch immer nicht gelungen, dass Wasser aus der Gader zu Strom und damit zu Geld zu machen.

    Der Streit läuft schon seit vielen Jahren. Als 2006 die Gaderwerk Konsortial GmbH gegründet wurde, hatte es bereits lange Verhandlungen zwischen den Gemeinden St. Lorenzen und Enneberg mit den Stadtwerken Bruneck gegeben. Schließlich hatte man sich darauf einigen können, gemeinsam im öffentlichen Interesse ein Projekt für das E-Werk an der Gader zu erstellen. Dann aber schaltete sich die Landesenergiegesellschaft Sel ein. Die Stoßrichtung war klar: Nicht nur die Gemeinden sollten von diesem Werk profitieren, sondern vor allem das Land. Unter großem politischen Druck wurden dann der Sel 60 Prozent der Anteile zugesprochen, die Gemeinden mussten sich die verbleibenden 40 aufteilen.

    Das alles kostete viel wertvolle Zeit, wie sich heute zeigt. Nachdem die Gaderwerk Konsortial GmbH das Projekt für die Großableitung bei den zuständigen Stellen eingereicht hatte, folgte das Konkurrenzprojekt auf den Fuß. Wenige Wochen später hatte die Eisackwerke GmbH von Helmuth Frasnelli ein ähnliches Projekt vorgelegt. Der Streit um die Konzession für das Wasser aus der Gader verschärfte sich.

    Eine der strittigen Fragen ist: Wer kann die Konzession erteilen? Das Land hatte zu diesem Zeitpunkt zwar alle Verfahren zu Großableitungen archiviert, aber beide Gesellschaften hatten dagegen rekurriert und gewonnen. Was blieb ist die rechtliche Unsicherheit, weil es noch immer kein Gesetz zur Zuteilung von Konzessionen für Großableitungen gibt.

    Die einfache Lösung lag auf der Hand: Im Herbst 2014 wurden die ersten Ansuchen um Kleinableitungen gestellt. Das Amt für Stromerzeugung hat diese Verfahren auf die lange Bank geschoben, schließlich scheint es wenig sinnvoll an einem Fließgewässer mehrere kleine Werke anstatt eines großen zu errichten. Um nicht durch die Finger zu schauen, haben auch die drei Gemeinden St. Lorenzen, Enneberg und Bruneck gemeinsam um Kleinkraftwerke angesucht, die über eine gemeinsame Ableitung gespeist werden. Mittlerweile hat die Regierung Kompatscher zwar ein neues Gesetz erarbeitet, aber für diesen Rechtsstreit kam es zu spät.

    Das Amt für Stromerzeugung hat die privaten Werke irgendwann zugelassen, aber jene der Gemeinden abgelehnt. Die Begründung: Dieser Zusammenschluss komme einem Großkraftwerk gleich. Dagegen haben die Gemeinden rekurriert, aber das Verfahren vor dem Staatsrat ging jetzt verloren.

    Trotzdem konnte noch immer kein einziges E-Werk an der Gader errichtet werden. Das hat einen einfachen Grund: Die UVP hat alle Projekte ausgeschlossen, weil sie nicht umwelttauglich seien. Die Rekurse laufen.

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    Kommentare (2)

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    • neuesvp

      Also der Helmut ist schon ein Vorbildskapitlalist. Scheut keine Mühen dem Land (UNS ALLEN) den Hahn zuzudrehen!

      Wenn man sich so gewisse Artikel des „Etsch“ Konzerns über Helmut durchliest, so kann man da schon eine gewisse Zuneigung erkennen.
      Wen unterstützen diese Leute politisch?
      ….werden wir sehen sobald der neue LH gewählt ist 😉

    • morgenstern

      Die Krake SEL mit ihren negativen Begleiterscheinungen wird uns noch lange beschäftigen, während sich die Erfinder dieser zweifelhaften Einrichtung inzwischen bei Gericht die Klinge in die Hand geben.

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