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    „Wie wilde Tiere“

    Fußball Gewalt

    Wildwestszenen beim Fußballspiel der 3. Amateurliga zwischen Unterland Berg und dem FCD Arberia. Der bedrohte Schiedsrichter musste unter Polizeischutz vom Platz geführt werden.

    Unschöne Szenen spielten sich am Sonntag beim Fußballspiel der 3. Amateurliga zwischen Unterland Berg und dem FCD Arberia ab. Am Ende des Spiels musste der Schiedsrichter, Ivan Maggio von der Sektion Bozen, unter Polizeischutz vom Feld geführt werden.

    Es ist die bereits dritte Entgleisung auf Südtirols Fußballplätzen innerhalb eines Jahres. Ende September war eine 16-jährige Schiedsrichterin bei einem Jugendspiel in Salurn mit einem Faustschlag attackiert worden. Die Frau musste mit Prellungen am Arm ins Krankenhaus gebracht werden. Weil der Täter nicht ermittelt werden konnte, wurde der Kapitän der Mannschaft Olympia Meran für drei Jahre gesperrt.

    Im Amateurligaspiel zwischen Kaltern und Schlderns war im Mai ein Schiedsrichter in der Kabine vom einem „Fan“ tätlich angegriffen worden – unter den Augen eines Schludernser Betreuers. Der „Fan“ beschimpfte den Unparteiischen wüst – „Drecksau, du wompate …“ –, verpasste dem Schiri eine Ohrfeige und einen Faustschlag ins Gesicht.“

    Vergleichsweise glimpflich kam am Sonntag der Schiedsrichter des Spiels in Truden davon – dank des raschen Einsatzes der Sicherheitskräfte.

    Die Mannschaft von Arberia, zum großen Teil bestückt mit Spielern albanischer Herkunft, trat das gesamte Spiel über gewaltbereit auf. Schon nach wenigen Spielminuten war klar, das dieses Spiel die Gemüter erhitzen wird.

    Ein Zuschauer beschreibt die Szenen so: „Nach jedem Pfiff ging das Geschreie und Reklamieren der Spieler von Arberia gegen den Schiedsrichter los. In der ersten Halbzeit wurde dann auch noch der Trainer der Gästemannschaft, ein Kroate, des Feldes verwiesen. Wild tobend und fluchend verlies er das Spielfeld. Als er auf die Ränge hochging, fluchte und schimpfte er weiter. Als er dort von einigen Zuschauern – darunter dem Bürgermeister von Truden –aufgefordert wurde, das Fluchen sein zu lassen, da sich mehrere Kinder auf den Tribünen befanden, beschimpfte er auch diese und legte sich mit den Kindern an. Nach dem Halbzeitpfiff gingen die Spieler der Gästemannschaft wie wilde Tiere auf den Schiri los. Dieser musste von Betreuern der Heimmannschaft in die Kabine begleitet werden.“

    Brisant: Noch während des Spiels soll ein Spieler von Arberia laut gebrüllt haben: „Cosa facciamo con questo arbitro di merda? Lo ammazziamo?“

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE: Wie sich die betroffene Mannschaft verteidigt. 

     

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    Kommentare (3)

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    • watschi

      die ganze mannschaft trat das gesamte spiel gewaltbereit auf und der trainer legt sich auf der tribune mit den kindern an????Da kann es nur ein urteil geben: rote karte für die mannschaft FCD Arberia für die ganze saison. Das nächste jahr werden sie dann sanft sein wie plüschtiere.

      • michaelepp

        Als Anwesender während dem Spiel in Truden, möchte ich einige Sachverhalte richtig stellen:
        Ich glaube, dass das Spiel zwar emotional war, aber nicht gewaltbereiter oder brutaler als andere Spiele. Während man den Spielern von Unterland Berg ein Kompliment aussprechen muss und Respekt zollen, dass sie die Situation nicht noch zusätzlich angeheizt haben, verjhielten sich einige Spieler der Gästemannschaft sicherlich nicht sportlich, was jedoch der Schiedsrichter beurteilen muss.
        Was allerdings nicht stimmt, ist das der Trainer der Gästemannschaft sich mit den Kindern anlegte, das wäre absolut unfair ihm gegenüber. Er tobte und fluchte zwar wie wild beim Verlassen des Spielfeldes, beruhigte sich dann aber relativ schnell und verfolgte den Rest des Spieles ruhig zwischen anderen Fans der Gästemannschaft.
        Emotionen gehören zum Sport, es darf aber nicht sein, dass ein Spieler, Schiedsrichter oder Zuschauer bedroht wird, dies hat auf unseren Fußballplätzen nichts zu suchen. Ich möchte dieses eine Spiel aber auch nicht überbewerten oder gar aufpuschen, alles ging glimpflich aus und das der Schiedsrichter in Polizeischutz das Spielfeld verlies war eine reine Sicherheitsmaßnahme und erfolgte auf Wunsch des Schiedsrichters. Die Spieler von Arberia tranken gemütlich ein Bierchen vor der Sportbar.

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