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Der DNA-Test

Alex Schwazer mit seiner Lebensgefährtin

Alex Schwazer mit seiner Lebensgefährtin

Die Staatsanwaltschaft Bozen hat die Beschlagnahme der positiven Doping-Probe von Alex Schwazer in Köln erwirkt. Ein Gutachten soll klären, ob es sich tatsächlich um das Urin des inzwischen für acht Jahr gesperrten Gehers handelt.

Von Thomas Vikoler

Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Bozen gegen Unbekannt wegen Sportbetrugs.

Das war, nach dem positiven Doping-Befund für Alex Schwazer im Juli, einer der ersten Schritte seines Verteidigers Gerhard Brandstätter. Damals war die sogenannte Komplott-Theorie die naheliegendste Erklärung für die Milligramm Testosteron im Urin des Gehers aus Kalch.

Inzwischen, nach der umkämpften Verhandlung während der Olympiade in Rio, aus der für Schwazer eine achtjährige Wettkampfsperre erwuchs, liegt der Fall etwas komplexer.

Inzwischen ist die Staatsanwaltschaft Bozen aktiv geworden. Am Dienstag gab der zuständige Staatsanwalt Giancarlo Bramante bekannt, dass die positive Dopingprobe im Kölner Labor beschlagnahmt worden ist.

Die Beschlagnahme erfolgte über ein Rechtshilfeansuchen an die deutschen Behörden. Die Ampullen sollen in den nächsten Tagen nach Bozen übersandt werden.

Bramante kann der These der Einbringer der Strafanzeige, das Urin sei manipuliert worden, offenbar einiges abgewinnen. Er kündigt einen DNA-Test an, der definitiv klären soll, ob es sich bei dem Urin ausschließlich um den des getesteten Athleten handelt oder ob welches dazugemischt wurde.

Der Staatsanwalt, der jüngst im „Corriere della Sera“ für seine Ermittlungen im Fall Schwazer besonders gelobt worden ist, will für diesen Fall einen Experten mit Weltrang als Gutachter gewinnen. Wieder eine Art Präzedenzfall.

Der Gutachter (Namen gibt es bisher keinen) soll neben der DNA zur Urin-Probe auch herausfinden, wie das Testosteron in den Körper des Olympiasiegers von Peking 2008 gelangt ist:

Über ein verunreinigtes Lebensmittel (Schwazer hatte zunächst von einem Steak gesprochen, das er am Silvesterabend aß), über ein Getränk (die Theorie, jemand habe das künstliche Hormon in die Trinkflasche geschüttet hat) oder durch direkte Einnahme (was Schwazer bekanntlich bestreitet).

 

MEHR ZUM FALL SCHWAZER LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE.

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