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    Geld statt Titel

    Geld statt Titel

    Der Regionalrat will die Ex-Bürgermeister mit dem Ehrentitel „Emeritierte Bürgermeister“ beglücken. Gemeindenchef Andreas Schatzer winkt ab: „Eine Rente wäre uns lieber.“

    Von Matthias Kofler

    Im Regionalrat wird ein Gesetzentwurf behandelt, der die Einführung eines Ehrentitels für ehemalige Bürgermeister vorsieht. Erstunterzeichner des Entwurfs ist der Trentiner Abgeordnete Marino Simoni (Progetto Trentino), seines Zeichens ebenfalls emeritierter Bürgermeister und Ex-Präsident des Trentiner Gemeindenverbandes.

    Konkret sollen Bürgermeister, die mindestens fünf Jahre im Amt waren, nach ihrem Ausscheiden den Titel „Emeritierter Bürgermeister“ erhalten können. „Der Begriff emeritiert bezieht sich hierbei auf jemanden, der den Rang und die Würde eines Amtes beibehält, das er nicht mehr bekleidet“, erklärt Simoni. Der Titel dient dem Ziel, „die Erfahrung der örtlichen Verwaltung aufzuwerten“ und den ehemaligen Bürgermeistern „eine öffentliche Anerkennung für die individuell erworbenen Verdienste“ zuzuerkennen.

    Ein ähnliches Verfahren gibt es bereits im Hochschulwesen für die in den Ruhestand versetzten Professoren, für die aus dem Amt geschiedenen Staatspräsidenten sowie für die ehemaligen Richter am Verfassungsgerichtshof.

    Brisant: Der Südtiroler Gemeindenverband hat den Entwurf nun unter die Lupe genommen – und ihm ein negatives Gutachten ausgestellt. „Der Rat der Gemeinden bezweifelt, dass mit der Zuerkennung eines Titels, der zudem nicht einmal schön klingt, die umfassenden Aufgaben und die große Verantwortung, die der Bürgermeister während der Ausübung seines Amtes auf sich nimmt, ausreichend gewürdigt werden kann“, meint Gemeindenverbandspräsident Andreas Schatzer. 
Es entspreche auch „in keinster Weise dem Geist der Zeit, verdiente Persönlichkeiten, wie es aus dem Dienst geschiedene Bürgermeister ohne Zweifel sind, mit einem Titel zu entlassen“.

    Die Gemeinden und Bürgermeister sind sich einig: Kein Titel, eine Bürgermeister-Rente wäre uns lieber!

    Andreas Schatzer: „Von Seiten der Region würden sich die Bürgermeister viel konkretere Dinge erwarten, so zum Beispiel, dass endlich die gesetzliche Grund- läge für die Regelung der sozialen Absicherung der Bürgermeister geschaffen wird.“

     

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    Kommentare (3)

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    • einereiner

      Emeritiert….klingt wie exhumiert…würde ich auch nicht mögen.
      Es gibt aber auch Bürgermeister, die sich während der Amtzeit so viele Aufträge für die eigene Firma holen, dass sie keine Rente mehr brauchen. (ein Ort im Pustertal) Aber manche haben nie genug.

    • george

      Wozu brauchen die Bürgermeister eine Bürgermeister-Rente. Diese Herren/Damen haben alle einen eigenen Beruf, über welchen ohnehin die Sozial- und Rentenbeiträge eingezahlt werden. Wer selbständig ist, kann das ja selber tun. Eine Rente ist genug und eine zweite Rente auf Kosten der Allgemeinheit in heutigen Zeiten einzufordern ist eine Frechheit.

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