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    Bis zu 300 Euro sparen

    Bis zu 300 Euro sparen

    Für die Verbraucherzentrale Südtirol zeigt ein Kontokorrent-Vergleich: Kosteneinsparungen von bis zu 300 Euro sind möglich – trotz undurchsichtiger Bank-Informationen.

    Im August haben die Berater der Verbraucherzentrale Südtirol die Kosten für Kontokorrente verglichen. Um die Kosten für vier Nutzerprofile und insgesamt 38 Konten zu vergleichen, waren in etwa 40 Arbeitsstunden notwendig – ein unzumutbarer Zeitaufwand für eine Familie, finden die Verbraucherschützer. Dabei gäbe es gesetzliche vorgesehene Instrumente, die genau diesen Vergleich erleichtern sollten: die Musterprofil-Kosten sowie den offiziellen Rechner.

    „Schade nur“, so die VZS, „dass keine Aufsichtsbehörde über Richtigkeit der Musterberechnungen wacht, und der Rechner die Ergebnisse nicht nach Günstigkeit, sondern nach Alphabet (!) sortiert. Hier ist dringend Abhilfe notwendig.“

    Die Schwierigkeiten beginnen beim Durchforsten der Webseiten der einzelnen Banken: die beworbenen Konten sind selten die günstigsten. Bei manchen Banken müsste man bis zu elf Konten vergleichen, wobei die einzelnen Informationsprospekte bis zu 68 Seiten lang sind. Was den Vergleich weiter erschwert sind die unterschiedlichen Preisstrategien der Banken. Es gibt Konten mit Fixgebühr, die einige Bewegungen oder fast alle Bewegungen enthalten, und solche ohne Fixgebühr, die man sozusagen „nach Verbrauch“ bezahlt.

    Da die Muster-Kostenberechnungen in den Informationsblättern leider oft wenig Bezug zu den tatsächlichen Kosten haben, hat die Verbraucherzentrale vier Musterprofile erarbeitet, und für diese die Kosten berechnet:

    Familie „Online“: Sie tätigt Bankoperationen von zu Hause aus und benützt nie den Schalter, hat zudem eine Kreditkarte. Dazu kommen 6 Daueraufträge mit je 6 Zahlungen, 30 Überweisungen per Online-Banking (10 Überweisungen an Kunden der gleichen Bank, 20 Überweisungen an Kunden anderer Banken), 50 Bankomat-Behebungen (40 bei den Automaten der Bank, 10 bei fremden Instituten) sowie 100 POS (Zahlungen mit Karte in Geschäften).

    Familie „Schalter“: Sie benützt den Schalter für ihre Bankoperationen, hat keine Kreditkarte. Dazu kommen 6 Daueraufträge mit je 6 Zahlungen, 30 Überweisungen am Schalter (10 Überweisungen an Kunden der gleichen Bank, 20 Überweisungen an Kunden anderer Banken), 50 Bankomat-Behebungen (40 bei den Automaten der Bank, 10 bei fremden Instituten) sowie 100 POS (Zahlungen mit Karte in Geschäften).

    Pensionist: Benützt, falls vorhanden, das vom Gesetz vorgesehene Basiskonto (Pensionseinkünfte unter € 18.000). Als Berechnungsgrundlage wurden die Kosten von 6 Daueraufträgen zu je 6 Zahlungen, 30 Überweisungen am Schalter (10 Überweisungen an Kunden der gleichen Bank, 20 Überweisungen an Kunden anderer Banken), 50 Abhebungen mit Bancomat (40 Abhebungen bei den Automaten der Bank, 10 bei fremden Instituten) sowie 100 POS (Zahlungen mit Karte in Geschäften) herangezogen.

    Junior: Diese Person (unter 30 Jahre) tätigt Bankoperationen per Online-Banking und hat zudem eine Kreditkarte. Als Berechnungsgrundlage wurden die Kosten vom 30 Überweisungen per Homebanking (10 Überweisungen an Kunden der gleichen Bank, 20 Überweisungen an Kunden anderer Banken), 50 Abhebungen mit Bancomat (40 Abhebungen bei den Automaten der Bank, 10 bei fremden Instituten) sowie 100 POS (Zahlungen mit Karte in Geschäften) herangezogen.

    Die Ergebnisse des Vergleichs

    Die gute Nachricht voraus: Wer ein Online-Konto wählt, kann mit einem Streich die Kosten auf Null stellen. Schwieriger wird es, wenn man auch Schalter-Dienste in Anspruch nehmen möchte, da hier auch scheinbar günstige Konten bei „falscher“ Verwendung ziemlich teuer werden könnten. Bei einem Pensions-Konto ist z.B. die Jahresgebühr vom Saldo abhängig: rutscht dieser unter 4.000 Euro, wird die Gebühr fällig.

    Die „Testsieger“ aus dem Vergleich waren für die Online-Familie das Contocorrente Arancio (0 €), für die Schalter-Familie das Gehaltskonto der Raiffeisenkasse Ritten (51,60 €), für Pensionisten die Basiskontos von Raiffeisen Landesbank und Raiffeisenkasse Bozen (je 0 €) und für Jugendliche ebenfalls das Contocorrente Arancio (0 €).

    Fazit

    Aus Sicht der VZS herrscht großer Nachholbedarf. Das Kontokorrent ist eine wesentliche Dienstleistung für VerbraucherInnen im 21. Jahrhundert, und es könne nicht sein, dass dieser Markt so undurchsichtig bleiben darf. Banca d’Italia und Gesetzgeber seien gefordert: Erstere müsse die Korrektheit der Musterberechnungen strikt überwachen und Zuwiderhandeln abstrafen, letztere müsse einen funktionierenden, einfach handzuhabenden Vergleichsrechner mit für die Banken verpflichtenden Angeboten (ähnlich dem Preventivatore Unico für Kfz-Haftpflichtversicherungen) ins Leben rufen.

    Die Berater für Finanzdienstleistungen in der VZS raten allen BankkundInnen, ihre jährlichen Kontokosten mittels der entsprechenden Bankmitteilungen genau im Auge zu behalten, diese jedes Jahr zu verhandeln und bei mangelnder Verhandlungsbereitschaft vor einem Wechsel nicht zurückzuschrecken. Dieser Wechsel von einer zur einer anderen Bank darf höchstens 12 Tage dauern, und keine Kosten für die VerbraucherInnen verursachen.

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