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    „Kein Gewinn“

    „Kein Gewinn“

    In der letzten Woche betrat der zehntausendste Besucher das Brixner Elefantenlabyrinth. Werner Zanotti vom Tourismusverein rechnet dennoch mit einem Verlust von bis zu 80.000 Euro.

    Tageszeitung: Herr Zanotti, wie zufrieden sind Sie mit dem Projekt Elefantenlabyrinth?

    Werner Zanotti: Wir sind sehr, sehr zufrieden. Allgemein verlassen die Leute, vor allem die Kinder, den Hofburggarten mit einem Lächeln im Gesicht. Das war auch wichtig für uns: Wir haben versucht, Zufriedenheit zu generieren und etwas zu schaffen, was Kindern und Erwachsenen Freude bereitet.

    Entsprechen die Besucherzahlen den Erwartungen?

    Die Zahlen sprechen für sich: Wir haben am Sonntag, den 21. August, die Grenze von 10.000 Besuchern überschritten. An diesem Tag hatten wir mit über 800 Menschen auch den Besucherrekord. Unsere Erwartungen konnten erfüllt werden.

    Können die Ausgaben wieder reingeholt werden? Springt sogar ein Gewinn heraus?

    Das Projekt wird keinen Gewinn abwerfen, dafür gab es zu hohe Einrichtungskosten und die Führungen haben ja auch einen bestimmten Kostenpunkt. Insgesamt beliefen sich die Errichtungskosten auf 140.000 Euro, die Werbekosten auf 20.000 Euro und die Führungs- und Personalkosten auf 40.000 Euro. Insgesamt also 200.000 Euro.

    Wie hoch sind die voraussichtlichen Einnahmen?

    Das ist zum jetzigen Zeitpunkt schwierig zu sagen. Im Idealfall erreichen wir 120.000 bis 150.000 Euro Einnahmen.

    Das neue Projekt wurde von einigen Brixnern zunächst eher negativ aufgenommen. Konnten diese Personen vom Gegenteil überzeugt werden?

    Nur wenige Personen sind mit Kritik an uns herangetreten. Ich glaube, dass alle verstanden haben, dass es sich nur um eine temporäre Lösung handelt, die nichts mit dem langfristigen Konzept des Hofburggartens zu tun hat. Das haben alle verstanden, deshalb gibt es auch absolut keine Kritik mehr.

    Wieso ist das Elefantenlabyrinth keine langfristige Lösung?

    Als Konzept würde es nicht länger als zwölf Monate bestehen bleiben können. Zudem war das nicht der Wunsch der Gemeindeverwaltung. Würde die Gemeindeverwaltung etwas Langfristiges von uns fordern, wären wir anders an die Sache herangegangen und hätten auch konzeptionell anders gedacht. Das Elefantenlabyrinth hat einen Charakter, der nur für heuer geeignet ist. Die Investitionen haben sich für uns ausgezahlt, weil eine positive Resonanz da ist. Die größte Investition, der Elefant, hat einen bleibenden Charakter, alles andere nur einen temporären. Der Rest wird abgebaut, der Mais wird geerntet und alles Weitere werden wir dann sehen.

    Wie wird es nach dem zweiten Oktober weiter gehen? Was passiert mit dem Elefanten?

    Das entscheidet die Gemeindeverwaltung. Der hölzerne Elefant ist so gebaut worden, dass er ab- und anderorts wieder aufgebaut werden kann. Prinzipiell ist es auch möglich, dass er dort stehen bleibt.

    Interview: Daron Irsara

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (3)

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    • george

      Mit dem Elefanten wird es ähnlich gehen wie ehemals mit dem Schiff des Tourismusvereins. Dieses wurde damals einfach in den Lidoteich gesetzt und ist dort verlottert. Solche einmalige Aktionen, die mit der Brixner Kultur recht wenig zu tun haben, hinterlassen eigentlich meistens nur Müll, der dann nach Jahren noch herumliegt und dann auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt werden muss. Auch hier kann in etwa gesagt werden, wenn man 1 + 1 zusammenrechnet: Außer Spesen und die Ernte von viel Kritik nichts gewesen. Wieso baut Brixen nicht auf den altbewährten und langfristigen Grundlagen als Kultur-, Kongress- und Bildungsstadt mit einem weit um bekannten Ambiente zwischen submediterraner Verbindung und alpinem Umfeld auf? Das wäre nachhaltig und von stabiler Konstanz.

    • xy

      @ George
      was täte die Stadt mit dem ganzen Geld, wenn was längerfristiges Eingerichtet wūrde.
      Da müssten die Stadtfäter womöglich die Giss aussetzen.
      Aber so kann man alle „Fūttern“ denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt.

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