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    Getarntes Glück

    06-Spielsucht-frDie Finanzwache hat in mehreren Bozner Bars zwölf illegale Online-Spielterminals beschlagnahmt. Den Inhabern drohen Strafen von insgesamt 440.000 Euro.

    (tom) Die sogenannten Slotmachines sind infolge des 2012 von der Gemeinde Bozen ausgesprochenen flächendeckenden Verbots aus den Bars verschwunden. Es gibt aber offenbar weiter Möglichkeiten, sein Geld bei einem Glas Bier oder einem Espresso in einem öffentlich zugänglichen Gastlokal zu verwetten.

    Die Finanzwache Bozen vermeldet diesbezüglich einen stattlichen Ermittlungserfolg: In mehreren Bars der Landeshauptstadt wurden insgesamt zwölf illegale Spiel-Terminals, sogenannte Totems, beschlagnahmt.

    Auf den ersten Blick schauen die Apparate aus wie Computer-Kästen in einem Internet-Café, auf denen verschiedene Dienste angeboten werden: Telefon-Aufladungen, Internet-Shopping, günstiges Surfen.

    Doch in Wirklichkeit diente die Geräte, laut Finanzwache, vor allem einen Zweck: Online-Glücksspiel.

    Von den Terminals aus erhielten die spielfreudigen Besucher der Bars demnach Zugang zu Dutzenden von Online-Wettspielen im Ausland. Die Betreiber der Seiten haben, immer laut Finanzwache, ihre Betriebssitze in sogenannten Steuerparadiesen: Cayman-Inseln, Panama usw.

    Das Problem aus der Sicht der Finanzer: Das getarnte Glücksspiel in den Bozner Bars wurde ohne staatliche Genehmigung betrieben, der Monopol-Verwaltung seien so stattliche Steuereinnahmen entgangen. Doch das liegt in der Natur des illegalen Glücksspiels.

    Kurioserweise galten bis vor kurzem in Italien für Totems keinerlei Sanktionen. Ihr Betrieb war 2012 durch das Balduzzi-Gesetz verboten worden, Strafen waren allerdings keine vorgesehen.

    Mit dem Finanzgesetz 2016 wurden sie dann eingeführt – sie fielen entsprechend gesalzen aus. Wer in einem öffentlich zugänglichen Lokal in getarnter Form Online-Glücksspiel anbietet, muss demnach von 50.000 bis 100.000 Euro Strafe zahlen.

    Die Finanzwache beziffert die zu verhängenden Verwaltungsstrafen gegen die Bozner Bar-Betreiber – es sind insgesamt sieben Personen – auf 440.000 Euro. Alle zwölf Geräte wurden in den vergangenen Tagen beschlagnahmt. Die Ermittler gehen davon aus, dass in weiteren Bozner Bars Totems stehen.

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