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    Transgender

    Das Thema von „The Danish Girl“ wird nach wie vor gerne totgeschwiegen. Dabei gibt es immer Menschen, die davon betroffen sind, ob sie wollen oder nicht.

    von Renate Mumelter 

    Als Transgender werden Menschen bezeichnet, die im falschen Körper geboren sind. In unserer Zeit haben sie es zwar auch nicht leicht, früher aber landeten sie im Knast oder in der Zwangsjacke. Früher gab es kein Wissen darüber. Heute kommen die Informationen dazu viel zu oft aus Klatschpresse oder Trash-TV. Ansonsten herrscht Stillschweigen. Eine löbliche Ausnahme war kürzlich wieder die Zweimonatsschrift „Emma“, die dem Thema Transgender  einen Teil ihrer letzten Ausgabe widmete. Aufschlussreich.

    Im Kino stehen Transgendergeschichten trotz der Dramatik, die sie bieten würden, selten im Vordergrund. Jetzt gibt es auch hier eine Ausnahme. Tom Hooper (The King’s Speech) erzählt in „The Danish Girl“ wie der Künstler Einar Wegener zu Lili Elbe wurde und wie ihm seine Frau Gerda Gottlieb auf diesem schweren Weg zur Seite stand. In den Hauptrollen ein hervorragender Eddie Redmayne und eine sehr gute Alicia Vikander.

    Das Geschehen spielt in den 1920er Jahren und basiert auf dem Lebensbericht von Lili Elbe aus dem Jahr 1933. 2002 hat David Ebershoff daraus einen Roman gemacht; der wurde zum Bestseller und liegt dem Film zugrunde.

    „The Danish Girl“ geht das Thema behutsam und langsam an, kommt im ersten Drittel sogar etwas behäbig daher, einzelne Dialogpassagen sind genau vorhersehbar. Dann aber gewinnt das Geschehen an Dynamik und nur in der letzten Szene vor dem Nachspann, wird es mit der Metapher eines fliegenden Schals etwas zuviel an Romantik. Auch die Liebe von Gerda und Einar wird sehr idyllisch dargestellt, aber das stört in dem Fall nicht weiter. Ist ja immer schön, wenn Menschen zusammenhalten. Die Musik von Alexandre Desplat ist nicht unbedingt mein Ding – das ist zugegebenermaßen Geschmackssache. Hoopers Film ist gut gemacht, die Schauspieler tragen ihn, er bringt ein Thema sehr nahe, das mehr Aufmerksamkeit verdient und weniger schlechte Witze, auch in Südtirol.

    The Danish Girl (GB/USA 2015), Regie Tom Hooper. Bewertung: Sehenswert  

    Was es sonst noch gibt:
    „Der Berg des Schicksals“ nur am Mittwoch, „Spotlight“, „The Hateful 8“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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