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    „Freut uns logisch ganz brutal“

    UNANTASTBAR: Coole Sache, ein paar Wochen dort oben mitzumischen.

    UNANTASTBAR: Coole Sache, ein paar Wochen dort oben mitzumischen.

    Die Punkrockband UNANTASTBAR entert mit ihrem neuen Album „Hand aufs Herz“ die TOP5 der offiziellen deutschen Charts – der bislang größte Erfolg der Band aus Brixen, Mauls, Stilfes und Sterzing. Ein Gespräch mit dem Schlagzeuger Florian Wieser.

    Tageszeitung: Herr Wieser, Einstieg in die TOP5 der offiziellen deutschen Charts mit dem neuen Album „Hand aufs Herz“ – das klingt verdächtig nach dem nächsten großen Punkrock-Ding aus Südtirol.

    Florian Wieser: Chartmäßig ist es unser größter Erfolg bislang. Mit dem letzten Album haben wir es auf Platz 13 geschafft, dass es jetzt gleich Platz 5 ist, freut uns logisch ganz brutal. Wir haben gute Arbeit gemacht, aber eine Überraschung ist es trotzdem. Immerhin liegen wir einen Platz vor Adele.

    Kann es jetzt noch weiter nach oben gehen?

    Für eine kleine Band ist das schwierig, denn die Konkurrenz ist groß. Egal, es ist für uns auf jeden Fall eine coole Sache, ein paar Wochen dort oben mitzumischen.

    Wo und wie ist UNANTASTBAR vor 11 Jahren gestartet?

    Ganz unten. Wir haben kaum unsere Instrumente beherrscht, haben kleine Konzerte vor 20, 30 Leuten gegeben, sind für ein paar Bier nach Deutschland gefahren, damit es irgendwie weitergeht. Dass der Bandname UNANTASTBAR jetzt vor Adele steht, realisieren wir noch nicht wirklich. Norrat werden wir deswegen nicht, aber es ist schon bärig.

    Woher kommt der Bandname UNANTASTBAR?

    Das ist die große Frage. Wir wissen es selbst nicht mehr genau, wie der Name zustande gekommen ist. Er passt auf jeden Fall zu uns.

    Ist er an Brian De Palmas Film „The Untouchables – Die Unbestechlichen“ angelehnt?

    Nein, das sicher nicht.

    Frei.Wild hat ein eigenes Label gegründet, um ins Musikbusiness einzusteigen. Welchen Weg seid ihr gegangen?

    Einen ganz ähnlichen wie Frei.Wild. Wir sind schon langewig mit ihnen befreundet, haben uns jahrelang die Proberäume geteilt und auf diese Weise viel mitbekommen, wie sie es machen. Unsere ersten beiden CD´s haben wir bei einem kleinen deutschen Label herausgegeben, 2011 haben Frei.Wild ihr Label Rookies & Kings gegründet und uns wenig später ein Angebot gemacht. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, mit einem professionellen Team zu arbeiten. Die Entscheidung hat uns viel gebracht.

    Konzertmäßig läuft es wie?

    Wir sind voll und ganz zufrieden. Zwei Album Release-Konzerte haben wir bereits gegeben, im März startet die Tour zu 9 weiteren Konzerten. Drei davon sind schon mehr oder weniger ausverkauft, die anderen schauen auch gut aus.

    Könnt Ihr von Eurer Musik leben?

    Nein, wir haben alle unsere Arbeit. Logisch ist es der Traum eines jeden Musikers, von seiner Musik leben zu können, aber das ist noch weit weg. Das große Geld stecken wir auch 10 Jahre danach noch nicht ein, aber das Wichtigste für uns ist, dass die Band weitergeht.

    Ihr habt Euch der Rebellion verschrieben. Welche Rebellion?

    Unsere Musik ist Punkrock, auch wenn einige sagen, das sei es kein Punkrock, weil es viel zu gut produziert ist. Es gibt halt verschiedene Formen von Punkrock. Wir verstehen ihn mehr inhaltlich und weniger von der Musik her. Punk war für uns immer Dagegensein, das Gesellschaftskritische, das Rebellierende. Darauf legen wir in unseren Texten Wert. Wir wollen nicht an den Mainstream angepasst sein.

    Auf Eurer Homepage distanziert Ihr euch von allen extremen politischen Einstellungen. Hat das mit den Troubles zu tun, mit denen Frei.Wild jahrelang zu kämpfen hatte?

    Auch. Es ist leider so, dass eine Band, die harte deutschsprachige Rockmusik macht, Gefahr läuft, komische Leute anzuziehen. Da meinen viele gleich, es muss sich um eine rechte Band handeln. Darauf haben wir keine Lust und haben darauf geachtet, uns klar abzugrenzen. Für politische Extremisten gibt es bei uns nichts zu holen.

    Interview: Heinrich Schwazer

     

    UNANTASTBAR auf Platz 5 der Charts

    Mit einem sensationellen 5. Platz erreicht die Punkrockband UNANTASTBAR mit ihrem sechsten Studioalbum den größten Charterfolg ihrer Geschichte.

    Die Band aus dem Wipptal schafft es, sich neben Superstars wie Adele oder dem kürzlich verstorbenen David Bowie zu platzieren. In über 15 neuen Songs liefern UNANTASTBAR auf dem neuen Album ihren markanten Sound mit ehrlichen Punk Hymnen mitten aus dem Leben. „Eine stille Band waren wir noch nie,“, schreibt die Band auf ihrer Homepage, „wir haben uns seit jeher die Rebellion auf unsere Fahne geschrieben. Besonders beschäftigen wir uns mit den aktuellen Problemen und Missständen dieser Welt. Diese sind deshalb oft Grundlage für die Texte und das Fundament unserer Songs. Punkrock war und ist für uns auch immer gesellschaftskritisch.“

    unantastbar-punkrock-1Mit extremen politischen Einstellungen hat UNANTASTBAR nichts am Hut. „Wir lieben unser schönes Südtirol, doch wir haben keine Lust auf irgendwelche stumpfen Parolen, egal ob aus der linken oder rechten Ecke. Unsere Musik soll da sein um Spaß zu haben, zu feiern und um gestärkt durchs Leben zu gehen! Im Klartext: Wir distanzieren uns nicht nur von rechten Ideologien, sondern tolerieren diese auch auf keinen Fall! Love Music – Hate Fascism! Wer das nicht einsehen will, kann sich gerne an uns wenden, sich unserer Texte durchlesen, oder uns -ganz einfach- am Arsch lecken.“

    Nach zwei ausverkauften Album Release Konzerten in Trockau (Oberfranken) und Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) starten UNANTASTBAR im März die HAND AUFS HERZ Headlinertour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Im Sommer werden zudem zahlreiche Festivals in Deutschland gespielt. Wer noch Tickets für die Tour haben möchte, sollte sich beeilen: Die Zeichen stehen bei viele Hallen auf SOLD OUT.

    Alle Infos, Termine und Tickets unter www.unantastbar.net oder auf www.facebook.com/unantastbar

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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