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    Allianz gegen Ploner

    ploner niederdorfIn Niederdorf wollen SVP und Dorfliste gemeinsam in die Gemeindewahl starten. Das Ziel: Ein Comeback von Kurt Ploner verhindern. Aber die Verhandlungen laufen schleppend.

    von Silke Hinterwaldner

    „Für mich ist nur eines wichtig“, sagt Martin Bachmann, „dass in Niederdorf endlich wieder Ruhe einkehrt.“

    Er ist Vorsitzender des Ortsbauernrates und war kurze Zeit Teil der Regierung Ploner 2 – bis zu einem fatalen Streit, dem der Zusammenbruch des Gemeinderates folgte. Jetzt muss in Niederdorf neu gewählt werden und viele hoffen auf ein reinigendes Gewitter, aber noch deutet gar nichts darauf hin.

    Ein Blick zurück:

    Vor den Wahlen im Mai 2015 hatte sich der damalige Bürgermeister Kurt Ploner mit den Bauern überworfen. Diese verließen die Volkspartei und wechselten zur Dorfliste. Kurze Zeit später stand auch für die SVP fest: Man kann nicht länger mit dem Spitzenkandidaten Ploner arbeiten. So gründete Kurt Ploner kurzerhand eine eigene Liste und wurde wieder zum Bürgermeister gewählt. Allerdings fehlte ihm die Mehrheit im Gemeinderat.

    Die Allianzen, die der Bürgermeister schmieden musste, hielten nicht lange. Nach wenigen Monaten gab es wieder politische Auseinandersetzungen, die Neuwahlen notwendig machten. Kurt Ploner selbst hat gleich für Klarheit gesorgt: Er werde im Frühjahr wieder antreten.

    Diese Entscheidung macht den anderen Parteien das Leben schwer. Sowohl bei der SVP als auch bei der Dorfliste weiß man, dass Kurt Ploner durchaus wieder gute Chancen hat, gewählt zu werden.

    Auch deshalb denkt man jetzt daran, einen neuen Weg einzuschlagen. In diesen Tagen laufen Gespräche zwischen SVP und Dorfliste: Man möchte eine gemeinsame Liste erstellen. Sollte dieses Vorhaben scheitern, möchte man zumindest einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten stellen, der Ploner die Stirn bieten kann.

    Aber das alles klingt leichter als es in Wahrheit ist. Denn: Die SVP-Kandidaten dürfen grundsätzlich ausschließlich unterm Edelweiß antreten. Wie sich bei den letzten Wahlen deutlich zeigte, will die SVP hier hart durchgreifen und alle, die sich anderen Listen anschließen, kurzerhand aus der Partei werfen.

    Soll es nun für Niederdorf eine Ausnahme geben? „Wir müssen derzeit noch Gespräche auf Ortsebene führen“, sagt Meinhard Durnwalder, SVP-Bezirksobmann, „sobald man in Niederdorf soweit ist, wollen wir eine entsprechende Anfrage an die Parteileitung stellen.“

    In seinen Augen kann es in Niederdorf nur einen Ausweg aus dem politischen Konflikt geben: eine gemeinsame, starke Liste mit einem starken Bürgermeisterkandidaten, um so die Wahl zu gewinnen und die Regierbarkeit der Gemeinde zu gewährleisten.

    Schließlich soll das Dilemma der letzten Wahl dieses Mal vermieden werden.

    Aber noch ist man in Niederdorf weit davon entfernt, in den echten Wahlkampf starten zu können. Zwar gibt es bereits mögliche Kandidaten, aber die haben sich noch Bedenkzeit ausbedungen. Außerdem sitzen in der Dorfliste nicht nur ehemalige SVPler, sondern auch Vertreter der Südtiroler Freiheit. Dass sie zusammen mit der Volkspartei antreten, wäre für Südtirol ein absolutes Novum.

    Sprecher Herbert Campidell ist noch vorsichtig. „Alle befinden sich im Winterschlaf“, sagt er, „die Geschichte vom letzten Jahr sitzt uns noch in den Knochen.“ Für ihn ist nur eines klar: Wenn sich eine gemeinsame Liste ergibt, würde die Südtiroler Freiheit mitmachen, aber eine eigene Liste wird nicht auf die Beine gestellt.

    Hubert Trenker ist jener Mann, der bei der letzten Wahl gegen Ploner angetreten war. Aber auch ihm ist die Lust an der Gemeindepolitik vergangen. „Ich spüre eine sehr große Polit-Müdigkeit“, sagt er, „unter diesen Voraussetzung fehlt es mir mittlerweile an der Motivation weiterzumachen.“

     

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