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    Richterin Kuenzer

    Richterin Kuenzer

    Weil Roberto Bizzo im Landtag die offene Konfrontation mit Christian Tommasini suchte, herrscht in der PD-Fraktion nun Eiszeit.

    Von Matthias Kofler

    Die Wahl des neuen italienischsprachigen Richters am Verwaltungsgericht endete für den PD in einem Fiasko – Christian Tommasini und Roberto Bizzo stehen seitdem vor einem politischen Scherbenhaufen. Nur 18 von 31 Stimmen fielen auf den Wunschkandidaten der italienischen Landtagsabgeordneten, Sarre Pirrone.

    Ein unerwartet schlechtes Ergebnis, das Rätsel aufgibt. Und das die beiden PD-Streithähne ganz alleine zu verantworten haben. „Das, was im PD zurzeit abgeht, ist unerklärlich“, hieß es am Mittwoch aus dem Landtag. Obwohl die Fraktion aus lediglich zwei Abgeordneten bestehe, sei das „ein total zerstrittener Haufen“.

    Doch der Reihe nach: In der vergangenen Woche musste der Landtag den Nachfolger des in Ruhestand getretenen Verwaltungsrichters Luigi Mosna wählen. Nach einem monatelangen Streit einigten sich die italienischsprachigen Abgeordneten (sie haben das Vorschlagsrecht) schließlich auf den in Trient tätigen Staatsadvokaten Sarre Pirrone. Er war vom Grünen Riccardo Dello Sbarba vorgeschlagen worden.

    Die Wahl schien somit nur mehr Formsache zu sein.

    Doch weit gefehlt. In einem persönlichen Gespräch mit seinem Kollegen Christian Tommasini teilte Roberto Bizzo mit, dass er einen anderen Kandidaten lieber hätte. Der Landtagsvizepräsident beharrte darauf, den Rechtsanwalt des Sanitätsbetriebs, Marco Cappello, ins Rennen zu schicken. Alle Versuche Tommasinis, den Fraktionskollegen zum Einlenken zu bewegen, scheiterten.

    Roberto Bizzo ging voll auf Konfrontation – und scheiterte kläglich: Sein Kandidat Marco Cappello erhielt bei der Wahl nur sieben Stimmen, fünf Stimmzettel blieben weiß. Einer der Abgeordneten erlaubte sich einen kleinen Scherz und schrieb den Namen der SVP-Politikerin „Maria Kuenzer“ auf den Stimmzettel.

    Mit seinem Alleingang schadete Roberto Bizzo also nur dem Kandidaten Sarre Pirrone. Weil der Grüne Hans Heiss sowie zwei SVP-Abgeordnete abwesend waren, kam dieser nur mehr auf schwache 18 Stimmen.

    Die 15-köpfige SVP-Truppe dürfte geschlossen für Sarre Pirrone gestimmt haben. Helmuth Renzler jedenfalls hält für seine Fraktionskollegen die Hand ins Feuer: „Wir haben geschlossen für den Kandidaten des Koalitionspartners gestimmt – die SVP hätte auch überhaupt kein Interesse, bei der Wahl auszuscheren.“

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