Du befindest dich hier: Home » Wirtschaft » Die Bond-Millionen

    Die Bond-Millionen

    Bildschirmfoto 2015-10-23 um 12.06.53Der Tiroler Tourismus meldet Rekordzahlen. Und: Die Dreharbeiten zum neuen James-Bond-Film haben produktionsbedingt Ausgaben von knapp 9 Millionen ins Land gebracht.

    Die Bilanz der Sommersaison von Mai bis September 2015 weist einen Zuwachs bei den Nächtigungszahlen und das beste Ergebnis bei den Ankünften seit Beginn der Aufzeichnungen aus.

    Die Sommer-Nächtigungen stiegen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6% auf 17,8 Millionen und werden nur von den Werten der ersten fünf Monate der Jahre 1984 bis 1986 sowie 1989 bis 1994 übertroffen. Die Ankünfte stiegen um 9,5% auf 4,8 Millionen.

    Dies bedeutet den höchsten Wert im langfristen Vergleich.

    Insgesamt machen die Nächtigungen von Mai bis September durchschnittlich 90% der Sommersaison aus, wobei der August mit 29% der wichtigste Sommermonat für den heimischen Tourismus ist. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 3,9 Tagen auf 3,7 Tage zurück. Besonders deutlich wird dieser Rückgang bei der Betrachtung der langfristigen Entwicklung. So lag die Aufenthaltsdauer von Mai bis September 2005 noch bei 4,7 Tagen, 2010 bei 4,2 Tagen.

    Zuwächse in Hauptquellmärkten

    Tirol erzielte von Mai bis September 2015 bei Gästen aus den wichtigsten Märkten durchwegs Zuwächse. Insbesondere die Steigerungen am Hauptmarkt Deutschland fielen deutlich aus. Die Nächtigungen legten um 293.000 (+3,3%) auf 9,21 Millionen zu, die Ankünfte um 153.000 (+7,5%) auf 2,20 Millionen. Die Übernachtungen aus den Niederlanden wuchsen um 6,3% auf 1,45 Millionen, die Ankünfte um 8,9% auf 315.000.

    Aus der Schweiz gab es mit 1,17 Millionen um 5,6% mehr Übernachtungen und mit 290.000 um 7,3% mehr Ankünfte. Der Inlandsmarkt verzeichnete ein Plus von 4,6% auf 1,90 Millionen Übernachtungen und von 7,0% auf 680.000 Ankünfte.

    Franz Hörl (Wirtschaftskammer), Josef Margreiter (Tirol Werbung), LH Günther Platter und Jack Falkner (Bergbahnen Sölden) ©Tirol Werbung

    Franz Hörl (Wirtschaftskammer), Josef Margreiter (Tirol Werbung), LH Günther Platter und Jack Falkner (Bergbahnen Sölden) ©Tirol Werbung

    Das in absoluten Zahlen drittstärkste Plus bei den Übernachtungen hinter Deutschland (+293.000) und Niederlande (+87.000) kommt aus China. Die Übernachtungen chinesischer Gäste wuchsen um 84.000 (+72,3%) auf 200.000, die Ankünfte um 79.000 (+73,4%) auf 188.000. Ein Hauptgrund für diese rasante Steigerung ist das Wachstum der Mittelschicht in China und die damit verbundene Zunahme an Auslandsreisen. Auch die verstärkten Marktaktivitäten machen sich positiv bemerkbar.

    Tirol punktet mit hoher Qualität

    „Es ist erfreulich, dass die Anziehungskraft des Tiroler Bergsommers zunimmt – ein Trend, der seit einigen Jahren spürbar ist. Das ist für mich ein ganz klares Indiz für die hohe Qualität des touristischen Angebots in Tirol. Gleichzeitig ist es aber wichtig zu erkennen, dass Nächtigungs- und Ankunftszahlen alleine nicht entscheidend sind. Schließlich ist ausschlaggebend, wieviel am Ende des Tages in der Kassa bleibt.

    Daher werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, bestmögliche Rahmenbedingungen für den Tourismus als Leitbranche im Land sicherzustellen“, kommentiert Tirols Tourismusreferent und Landeshauptmann, Günther Platter, das bisherige Sommerergebnis.

    Josef Margreiter, Geschäftsführer der Tirol Werbung, zeigt sich erfreut über die positive Entwicklung des Sommertourismus in Tirol, die auch eine Steigerung bei der Auslastung gebracht hat: „Wir liegen im Zeitraum von Mai bis September bei 54 Vollbelegstagen. Im Vorjahr waren es noch 51 Tage gewesen. Angesichts der Herausforderung eines steigenden Kurzreiseverhaltens ist das ein motivierendes Ergebnis.“

    Auch Franz Hörl sieht die Sommerbilanz als „eine gute, die zeigt, wie leistungsfähig unsere Tourismusbetriebe sind und wie konkurrenzfähig unsere Destination am internationalen Markt bei perfekten Rahmenbedingungen sein kann. Sorge bereitet mir die leider sinkende Wertschöpfung. Und das trotz dieser Rekordwerte. Hier sind Tourismuswirtschaft und Land Tirol gefordert. Bei uns sind noch Unternehmerfamilien die Triebfedern und keine Konzerne. Diesen Familien und dem Nachwuchs muss aber eine Perspektive geboten werden.“

    Positive Stimmung für den kommenden Winter

    Laut dem von Tirol Werbung und Wirtschaftskammer Tirol in Auftrag gegebenen Saisonalen Tourismusbarometer zeigen sich 83% der Tiroler Unterkunftsbetriebe derzeit mit der Buchungslage für die kommende Wintersaison zufrieden bzw. sehr zufrieden.

    Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als sich 75% sehr zufrieden bzw. zufrieden zeigten. 63% halten derzeit bei einem ähnlichen Buchungsstand wie im Vorjahr, ein Fünftel konnte bisher sogar mehr Buchungen generieren. 12% der Betriebe bezeichnen die derzeitige Buchungslage als schlechter als im Vorjahr.

    Bezogen auf die Hauptherkunftsmärkte präsentiert sich die Buchungslage deutscher Gäste am besten. .

    Hinsichtlich Umsatzerwartung gehen knapp 60% der Befragten davon aus, das Ergebnis vom Vorjahr halten zu können. Ein Viertel erwartet, die Wintersaison 2015/16 mit einem Umsatzplus abschließen zu können. 12% rechnen mit Einbußen bei den Umsätzen.

    Tirol ist großes Kino

    Sölden war neben Obertilliach auch einer der beiden Tiroler Drehorte für den neuen James Bond-Film „Spectre“. Die Produktion brachte dabei höchst erfreuliche wirtschaftliche und mediale Effekte. Alleine die produktionsbedingten Ausgaben vor und während der Dreharbeiten haben 8,9 Millionen Euro ins Land gebracht. Darüber hinaus haben bis zum Ende der Dreharbeiten im Februar 2015 mehr als 2.000 Print- und Onlinemedien weltweit über die Filmproduktion in Tirol bzw.

     

    Clip to Evernote

    Kommentare (12)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • ......

      Warum ist Österreich dann Bankrott? Hmmm, der eine oder der andere lügt….

    • walter

      das ist doch gar nichts, wir Südtiroler haben dafür das IDM!!!
      da schauen die Tiroler aber dumm!!!

      http://www.tageszeitung.it/2015/10/23/der-mega-betrieb/

    • Andreas

      Würde Bond in Südtirol gedreht, kämen die ganzen Grünen und Sozialromantiker aus ihren Höhlen und würden sich darüber beklagen, dass da Autos kaputt gemacht werden und dass das nicht nachhaltig wäre 🙂

    • P

      Die Österreicher sind eben schlauer! Sie tragen ihren Parteienzank nicht auf der höchsten Ebene von Sachthemen aus, die ALLEN was bringen, wenn sie strategisch perfekt durchgezogen werden. Die Ösis haben einen Flughafen (IBK) der funktioniert und Millionen von Touristen aus Skandinavien, UK, Irland u Benelux zu Ihnen bringt: mit Bond haben sie es verstanden für die nächsten hunderte von Jahren (jeder sieht heute noch gern GOLDFINGER (http://www.filmtourismus.de/james-bond/) oder wer wüsste denn sonst schon von Piz Gloria (https://de.wikipedia.org/wiki/Piz_Gloria) usw). Der Bond-Film-Tross wäre ja gar nicht nach Tirol gekommen, wenn sie nicht in IBK hätten landen können.
      Ich habe selbst einmal eine berühmte Persönlichkeit nach Südtirol einladen und persönlich eines der schönsten ‚Länder‘ der Welt zeigen wollen (es hätte nachher in vielen Zeitungen stehen und touristisch perfekt ausgeschlachtet werden können); diese Person war sehr interessiert und fragte, „gibt es da einen Flughafen, wir kommen mit unserem Flieger?“. Als ich verneinen musste, wurde klar, dass es solche Leute (denen die Touristenmasse hinterherrennt) dorthin gehen, wo sie mit dem Flieger landen können (z.B. Flughafen IBK). Die betreffende Person sagte mir schließlich: ich habe schon gehört wie schön es bei Euch ist und wir würden gerne kommen, aber wir fahren nicht acht Stunden Auto: da sind wir ja in der gleichen Zeit mit unserem Flieger in New York!
      NOCH WAS: die Österreicher bekommen nicht nur Bond ins Land, der ja im Geheimdienst ihrer Majestät steht, sondern sogar die Majestäten selbst (das königliche Haus von Holland, Norwegen; Prinz Charles fährt in CH-Klosters (seinerzeit auch ein Bond-Drehort) Ski). Darüber berichten dann immer die Zeitungen, gratis und franko! Und das Fussvolk, nicht anders als wie bei den Bienen, geht bekanntlich dorthin, wo die Majestäten sind, zum Gaffen, zum Dabeisein und sich ein bisschen wichtiger zu fühlen, weil alle irgendwann von der provinziellen Kleinmacherei stuff sind.
      In Südtirol hat es sicher ein paar Leute (Kompatscher?), die das auch verstehen, aber den Leuten verkaufen können sie diese ganz einfachen Dinge bis heute noch nicht.

    • peter

      Südtirol das schönste Land der Welt ?
      Lieber P du warst wirklich noch nirgends.

    • Andreas

      @peter
      Zähl mal ein paar Länder auf wo es schöner ist.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen