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„Liebes Tonele“

„Liebes Tonele“

Die Süd-Tiroler Freiheit schreibt lustige Briefe an die Dolomiten-Redaktion und Chef Toni Ebner. Was soll das, Hartmuth?

Hartmuth Staffler ist nicht nur Gemeindepolitiker der Süd-Tiroler Freiheit – sondern war auch langjähriger Mitarbeiter der Dolomiten-Redaktion. Das nimmt er als Anlass, sich persönlich bei Chefredakteur Toni „Tonele“ Ebner zu beschweren.

In einer Aussendung schreibt er:

Die „Dolomiten“-Redaktion hat es aufgrund finanzieller und personeller Engpässe nicht geschafft, einen Journalisten zu der wissenschaftlichen Tagung zu schicken, auf der 15 Experten aus Europa und Übersee, Universitätsprofessoren, Regierungsvertreter und Minderheitenvertreter über das Thema doppelte Staatsbürgerschaft in ihren Ländern referiert und die Bedeutung für den Schutz der Minderheit und das friedliche Zusammenleben hervorgehoben haben.

Ein wenig tut mir dies leid für den „Dolomiten“-Chefredakteur Toni Ebner, der unter meiner Leitung und Fürsprache die ersten zaghaften Schritte als Journalist unternommen hat und dem ich deswegen trotz allem nie richtig böse sein kann. Wenn er einen Redakteur zur Tagung geschickt und sich von ihm ein wenig hätte berichten lassen, dann hätte er sich die peinliche Figur erspart, die er mit seinem Leitartikel in den „Dolomiten“ vom Samstag/Sonntag, 17./18. Oktober abgegeben hat.

Dann seziert Staffler die fachlichen Defizite des Leitartikels seines ehemaligen Lehrbubs – und verliert dabei sogar seine gerade noch bestätigten Sympathien:

Dann kommt es in seinem Leitartikel aber noch schlimmer: „Erstens würde zwischen guten und schlechten Patrioten unterschieden, und das hatten wir schon einmal in der Option.“ Hier fällt meine Sympathie für den Toni in den Keller. Den Antrag auf die österreichische Staatsbürgerschaft mit der Option zu vergleichen, ist übelster Populismus, ist bewusste und gewollte Fälschung der Tatsachen und Irreführung der Leser. Bei der Option ging es darum, die Heimat oder das Volkstum aufzugeben. Beim Antrag auf doppelte Staatsbürgerschaft geht es darum, beides zu kräftigen. Es gibt heute in Südtirol bereits rund 1200 österreichisch-italienische Staatsbürger, ganz zu schweigen von den vielen, die Doppel- oder auch Dreifachstaatsbürgerschaften mit anderen Staaten besitzen. Was diese Menschen mit der von Hitler und Mussolini beschlossenen Option zu tun haben, weiß wohl nur der Toni, der zwischen guten und schlechten Patrioten zu unterscheiden in der Lage ist.

Immerhin: So böse ist Hartmuth Staffler dann doch nicht, dass er auf Kosenamen verzichtet. Seinen offenen Brief an die Redaktion beendet er mit:

Diese Ängste gegen jedes bessere Wissen zu schüren ist eine ganz üble, hinterfotzige Taktik. Ich kann mich nur noch fragen: Tonele, was ist in dich gefahren?

Hartmuth Staffler
langjähriger „Dolomiten“-Redakteur

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