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    Retrospektive Alois Kuperion

    Alois Kuperion: Malen ist mein Lebensinhalt (Foto: Oswald Kofler)

    Alois Kuperion: Malen ist mein Lebensinhalt (Foto: Oswald Kofler)

    Anlässlich des 50. Todestages von Alois Kuperion zeigt Kunst Meran vom 10. Oktober 2015 bis zum 10. Januar 2016 eine große Retrospektive über das Leben und Werk des Vinschger Wandermalers, der am 17. Januar 1966 starb.

    Nachdem Alois Kuperion (1891–1966) seine Kindheit und Jugend zuerst im Vinschgau und dann in Österreich verbracht hatte, war er nach dem Zweiten Weltkrieg nach Südtirol zurückgekehrt. Nach Jahren in Kastelbell hat er in den 1950er-Jahren schließlich Meran zu seiner Wahlheimat auserkoren. Kuperion ist es in den 1950er-Jahren gelungen, eine abstrakte Malerei zu entwickeln, deren Farbensinn, Intuition, Komposition und Unbekümmertheit die Anstrengungen zur Überwindung der Gegenständlichkeit vieler Zeitgenossen übertraf und für eine ganze Reihe einheimischer Künstler prägend war.

    „Sein Werk ist eine Rarität in der Geschichte der Malerei“ (Antonio Manfredi, 1954) und zeigt, wie ein Einzelgänger weitgehend frei von kulturellem und intellektuellem Ballast – Kuperion war ein einfacher landwirtschaftlicher Arbeiter – aus innerer Antriebskraft und Leidenschaft im abgelegenen Vinschgau dichte Farbwelten – von ihm Phantasien genannt – hoher Qualität schuf.

    Mit dieser Ausstellung – nach der letzten umfangreichen Schau in Latsch und Bozen 1988 und in Anknüpfung an seine erste Ausstellung 1961 in der Kurverwaltung von Meran – soll Kuperion erneut einem interessierten Publikum vorgestellt werden. Dank 40 privater Leihgeber ist es gelungen, rund 100 seiner besten Werke in der Ausstellung zu vereinen.

    Insgesamt wird sein Werk wohl an die 1.500 kleinformatige Bilder umfasst haben. 500 bis 600 davon sind bis heute in Südtiroler Privatbesitz, Hunderte wurden weggeworfen und viele werden wohl im Familienbesitz von „Meran-Urlaubern“ als Erinnerung an Meran und seine Promenaden aufbewahrt.

    Die Präsentation der Ausstellung folgt weder einer chronologischen noch technischen Reihung; stattdessen wird versucht, Kuperions spontanes Vordringen zur Abstraktion, seine formale und chromatische Intuition anhand verschiedener Werkgruppen lesbar zu machen. Farbe, Fläche, Komposition, das Mischen von Techniken und der Blattaufbau zeugen in seinen Phantasien von großer Virtuosität und Spontaneität. Die Werke sind geprägt von überraschenden Farbkombinationen und münden in selbstbewusste Bildschöpfungen. Die zahlreichen Ismen und Avantgardeströmungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verdichtet er unbekümmert in einen persönlichen Malstil.

    In Meran hat Kuperion „Künstlerfreunde“ gefunden und konnte sich erstmals ganz der Malerei widmen. 1955 schreibt er: „Die Kunst, die Malerei war mir der liebste Lebensinhalt.“ Der Traum, Künstler und nicht mehr Bauernknecht zu sein, ging für ihn in Meran zeitweise in Erfüllung. Alkohol und Armut führten ihn jedoch auch hier zunehmend in die Einsamkeit. Die Unterbringung im Meraner Altersheim in der Gampenstraße macht seinem freien Künstlerdasein schon 1962 ein frühzeitiges Ende. Am 17. Januar 1966 stirbt Kuperion in Meran.

    Termin: Eröffnung am 9. Oktober um 19.00 Uhr bei Kunst Meran. Die Monografie mit Texten von Eva Maria Baur, Paul Preims, Ursula Schnitzer und neuen biografischen Erkenntnissen erscheint im Raetia Verlag.

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