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    Minions suchen Führer

    3D-animierte, gelbe Tick-Tack-Bonbons füllen derzeit weltweit die Kinokassen. Die „Minions“ haben bereits über eine Milliarde Dollar Gewinn gemacht.

    von Renate Mumelter

    Im Billig-Klamotten-Laden unter den Bozner Lauben wird mit ihnen geworben, im TV auch, es gibt Sweatshirts und allerhand sonst mit den gelben Kleinen, die Minions werden heftig gepusht. Das lässt sich auch an der aufgeregten Warteschlange vor dem Bozner Cineplexx erkennen. Da stehen  mehr Leute an als vor dem Ötzi, die Kinosäle sind dann entsprechend gut gefüllt.

    Mit reichlich Kinoproviant auf den Knien und der 3D-Brille auf der Nase wartet das junge Publikum auf das Leinwandabenteuer mit den kleinen, gelben Männchen. Im Englischen bedeutet Minions so viel wie Lakaien, aber das geht im Kino unter, wird auch gar nicht erklärt. Diese rundlichen Diener sind die ganze Weltgeschichte hindurch auf der Suche nach einem starken, bösen Führer, verlieren ihn aber immer wieder, weil sie so tolpatschig sind, dass sie den jeweiligen Leader versehentlich umbringen. Von den Dinos bis zur Französischen Revolution herauf wird das Geschehen von einem Kommentator erläutert. Das wird dann im Kino so fad, dass die Minions 1968 selbst  in Aktion treten dürfen, in die Welt ziehen und selber reden. Ihre Sprache nennt sich Banana, besteht aus Silben ist allgemein verständlich und mischt Weltsprachen wie Spanisch und Englisch. Auf Wikipedia gibt es sogar ein Banana-Wörterbuch. Die Musik kommt zwischendurch von den Beatles, den Doors und den Who, was mir gar nicht passen will.

    Die Handlung ist mit den üblichen Slapstickelementen geschmückt, bei denen der Kinosaal lacht, vor allem die begleitenden Erwachsenen, die Kinder weniger. Verfolgungsjagden gibt es auch.

    Ich schau immer wieder auf die Uhr. Am Ende finden die Minons mit ihren großen Augen (das funktioniert erwiesenermaßen immer) wieder einen bösen Führer und zischen ab. Boh.

    Das ist das Kino, das 2015 die Kasse klingeln lässt. Wie liebe ich doch die alten Pippi Langstrumpfs (nicht den Zeichentrick), die Carlssons vom Dach und die Kinder aus Bullerbü.

    Minions (USA 2015), 91 Min., Regie: Pierre Coffin, Kyle Balda. Bewertung: Fad und weder für Groß noch für Klein wirklich geeignet

    Was es sonst noch gibt:
    „Victoria“ im Filmtreff Kaltern,  „Luis Trenker – Der schmale Grat der Wahrheit“ in Meran

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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