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    „Scheinheilige Aktion“

    „Scheinheilige Aktion“

    Das Land nimmt jährlich über 40 Millionen Euro an Glücksspielsteuern ein – und gibt gerade einmal 300.000 Euro für die Bekämpfung der Spielsucht aus.

    Als „scheinheilige Aktion“ bezeichnet der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, die Zuweisung der Landesregierung von 300.000 Euro an den Sanitätsbetrieb zur Bekämpfung der Spielsucht.
    „Das Land nimmt seit 2013 jährlich rund 40 Millionen Euro aus den Glücksspielsteuern ein und gibt grad mal 300.000 Euro für die Bekämpfung der Spielsucht“, kritisiert Pöder.

    Andreas Pöder

    Andreas Pöder

    „Zudem hat die Landesregierung den von Vielen als positiv und durchdacht bezeichneten Gesetzentwurf der BürgerUnion zur Verschärfung des Gesetzes gegen die Spielhallen und Spielautomaten jüngst im Gesetzgebungsausschuss abgelehnt. Lediglich SVP-Fraktionssprecher Dieter Steger, von dem das derzeit geltende Anti-Spielhallen-Gesetz stammt hat sich nicht gegen den Gesetzentwurf zur Verstärkung der Maßnahmen gegen die Spielhallen gestimmt“, so Pöder.

    „Spielsucht ist eine weit unterschätzte Gefahr für Südtirols Familien, welche Tausende Südtiroler aus der Bahn wirft und an den Rand der Gesellschaft drängt. Diesem Phänomen müssen wir entgegenwirken , nachdem bereits mit dem Landesgesetz Nr. 13/2010 genehmigten Gesetzentwurfs erste zielführende Maßnahmen zur Eindämmung der Aufstellung von Spielhallen und Spielgeräten eingeführt wurden, wie die Vorschrift des Abstandes von 300 Metern von verschiedenen Einrichtungen. Unser vorliegender Gesetzentwurf soll die Bestimmungen für Maßnahmen gegen die Spielsucht jedoch weiter ausweiten und der Spielsucht in Südtirol den Kampf ansagen, “ schreibt der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder.

    Alarmierend ist laut BürgerUnion auch die Anzahl der in Südtirol aufgestellten Spielautomaten. „Gemäß einer im März 2015 veröffentlichen Erhebung zum Glücksspielangebot in Südtirol, an der sich 109 von 116 Gemeinden beteiligten haben, stehen in den betreffenden Gemeinden eine Gesamtzahl von 1.045 Automaten, die an 220 einzelnen Spielstätten aufgestellt sind. Dies sind 1.045 potenzielle Ausbeuter von Familien und Arbeitern. Doch auch Jugendliche, speziell Schüler und Studenten sind immer mehr gefährdet. Darum sind die Automaten auch aus dem weiteren Umkreis von Schulen und Haltestellen für den öffentlichen Personennahverkehr zu verbannen, “ so Pöder weiter.

    Betriebe, welchen durch den Raster fallen und daher Automaten betreiben, sollten laut Pöder höher besteuert werden. „Wer den Südtirolern die Früchte ihres Fleißes durch dubiose Methoden aus den Taschen zieht, sollte zumindest stärker zur Kasse gebeten werden. So sieht mein Gesetzesvorschlag vor, den Betreibern von Spielautomaten sämtliche vorgesehenen IRAP-Erleichterungen zu streichen. Mit den Mitteln sollen Maßnahmen zur Bekämpfung und Bewältigung der Spielsucht finanziert werden. In seiner Gesamtheit betrachtet, zielt der Antrag darauf ab, dass in naher Zukunft zu den 38 vollständig automatenfreien Gemeinden in Südtirol noch viele weitere gesellen, damit der Fleiß der Südtiroler nicht den Automaten zum Fraß vorgeworfen wird,“ schließt Pöder die Aussendung der BürgerUnion.

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    Kommentare (14)

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    • nix phil

      Die SVP – PD – Landesregierung und ihre „schmutzigen“ Spielchen?

    • Mike

      http://www.novomatic.com/

      Was kümmert es den Mond wenn ihn ein Hündchen anbellt ?
      Früher hat man im Gasthaus beim Kartenspiel Haus und Hof verloren, in den letzten Jahrzehnten bis heute in den Casinos von Seefeld und Innsbruck ganze Besitztümer, heute an Slotmaschinen und noch mehr bei Online Spielen.

      Die Verantwortung liegt bei jedem Einzelnen und gegen labile Charakter ist nun mal kein Kraut gewachsen.
      Das Glücksspiel ist ein Wirtschaftszweig wie jeder andere, der auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht. Und der Spieltrieb gehört eben auch dazu.

      Novomatic ist gerade dabei die Mehrheit an den Casinos Austria zu übernehmen !

    • Franz

      Pöder hat nicht ganz unrecht, aber es ziemlich sinnlos nur den Spielatomaten den Kampf anzu sagen, wenn schon dann auch allen anderen Glückspiel, wie z.B „Grata e vinci“ und nicht zu vergessen die Online Spiel..
      Was besonders ärgerlich ist, dass der Staat den Glückspielbetreibern Milliarden schenkt ( sprich nicht eingetriebene Steuern )
      So wie die Regierung Letta von den 90 Millirden Versteurbaren Einkommen wurden anstatt 6 Millirden gerade einmal ein paar hundert Millionen eingetrieben.
      http://www.controcopertina.com/enrico-letta-i-soldi-ricevuti-dalle-lobby-del-gioco-dazzardo-video-le-iene/

    • Nana

      @Mike zwischen Glückspielsucht und Kartenspiel liegen Welten.
      Es gibt genug Länder, wo das Glückspiel verboten ist , trotz der entgangener Steuereinnahmen. Die Glückspiellobby hat in Europa einfach zuviel Einfluss auf die Politik.

    • Mike

      „zwischen Glückspielsucht und Kartenspiel liegen Welten.“

      man wird also nur bei Poker und Black Jack süchtig, aber nicht beim Watten oder Perlaggen ? Gibt es Beweise für diese These ?

    • Frage?

      Hat der PÖDER mich heute kopiert????

      GESTERN:

      http://www.tageszeitung.it/2015/07/28/kampf-gegen-spielsucht/

      Frage?
      29. Juli 2015 um 21:03

      Wieso wird hier nicht die Summe geschrieben, die diese 1,5% bedeuten?

      Warum wird nicht geschrieben, dass die Provinz 20.000.000 Euro in Worten ZWANZIGMILLIONENEURO an Steuern einsackt und nur LÄCHERLICHE 300.000.- davon in die Behandlung und die Prevention steckt?

      >>>>
      1,5 Prozent der Steuereinnahmen aus dem Glückspiel in Südtirol wurden bereits für verschiedene Projekte zur Bekämpfung der Spielsucht den im Bereich tätigen Organisationen zugewiesen. Ladurner, Zingerle und Meraner lobten diese Maßnahme, denn so könnten wichtige Maßnahmen umgesetzt werden.

      http://www.aktion-spielsucht.it/de/aktuelles/spielsucht-unterst%C3%BCtzung-und-forschung/8-38.html

      98,5% der Einnahmen!!!!!! also 19.700.000 behält sich der oberste Säckelwart der Provinz im Landesbudget!!!!!

      FALSCHHEIT pur, wie die ganze verlogene GESUNDHEITSPOLITIK der “Freifrau zu Sand” ………….

      Naja nur mit den 1,5% lügt Irgendjemand, sollten es wirklich 40 Mio sein, dann war der Artikel schlecht recherchiert denn es sind dann nur 0,75% (3/4%).

      Es könnte aber sein, dass das ganze nur der Schönung eines LÄCHERLICHEN BETRAGES von 300.000.- Euro zu sein scheint!

      39.700.000 ins Landesbudget einsacken aber Geburtenstationen wegen 360.000 Euro ZUSPERREN, PFUI FRAU LANDESRAT!

    • tja

      %
      so wird auch mit anderen Projekten z.B. Flughafen und Co gespielt:
      -Flughafen und Fluggesellschaft bekommen viel Geld
      (vom Steuerzahler der sich nicht wehren kann …),
      -ein Teil davon geht dann an den Politiker zurück der den Goldregen ermöglicht hat …
      … geschmiert wird …
      … nicht nur unter Freunden …

    • Anton

      So ehrlich sind Politiker, dass diese überhaupt das Wort Prävention in den Mund nehmen?

    • Gebi Mai

      Die Lügen der Regierungspolitiker werden immer umfangreicher. Gibt es unter den Regierungsmitgliedern einen Lügenwettbewerb?

    • christian waschgler

      diese Aktion gegen die Spielsucht ist nicht die einzige Scheinheiligkeit. Dasselbe gilt für Rauchen, saufen, autofahren usw. Der Staat, Land und Gemeinden kassieren überall mit. (Steuer auf Zigaretten z. B. 257 Prozent)

    • ......

      Jetzt mal ehrlich, welches Interesse soll das Land haben, Spielsucht einzudämmen, wenn sie damit so viel Kohle verdient. Dieses Land, dieser Staat ist so ein Wiederspruch in sich, das es zum totlachen ist. Ich hoffe die Verantwortlichen hängen bald am nächsten Baum, zeit frage.

    • pervinca

      Weg mit den Automaten, die haben da nichts zu suchen…………..

    • Puschtrabui

      die Spielsüchtigen spielen sowieso, besser sie verspielen es hier und bessern den Landeshaushalt auf, als sie fahren in Nachbarprovinzen oder nach Österreich und füttern dort die Staatskasse!

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