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    „Spritze nicht nächtens“

    nogglre-spritzpumpeDer Malser SVP-Landtagsabgeordnete Sepp Noggler wurde angeblich dabei beobachtet, wie er in der Nacht mit dem Spritzpanzen ausrückt. Die TAGESZEITUNG hat nachgefragt.

    TAGESZEITUNG Online: Herr Noggler, Sie sind nicht nur Milchbauer, sondern setzen auch Kirschen an. Wieso spritzen Sie Ihre Plantage um drei Uhr in der Früh?

    Sepp Noggler: Erstens ist es so, dass ich in meinem Leben noch nie eine Kirschplantage gespritzt habe. Das ist üble Nachrede. Ich besitze kein Sprühgerät und habe auch nie Spritzmittel eingekauft. Und das kann ich beweisen.

    Also nur die Fata Morgana eines Nachbarn, der Ihnen übel gesinnt ist?

    Auf jeden Fall. Ich habe meine Kirschen mit einer Insektenfolie umgeben, wodurch ich sie nicht so häufig spritzen muss. Das übernimmt dann mein Nachbar, der ebenfalls Kirschen anbaut. Er behandelt meine Anlage mit. Ich benutze aber keinerlei Herbizide wie Roundup, das kann sich jeder selbst anschauen, weil meine Kirschplantage grün ist.

    Aber es gibt in Mals Bauern, die nächtens spritzen?

    Ja, das ist hier allgemein so üblich. Dies deshalb, da in der Nacht kaum Wind aufkommt und damit das Problem mit der Abdrift nicht da ist. Die Bauern würden auch lieber bei Tag spritzen, aber auf diese Weise hält sich die Abdrift in Grenzen.

    Sie sind gleichzeitig Milch- und Obstbauer und sitzen damit zwischen zwei Stühlen. Welche Meinung vertreten Sie in der Pestizid-Diskussion?

    Die Bauern arbeiten sehr gewissenhaft, sie wissen, wie sie mit den Spritzmitteln umgehen müssen. Hier wollen nur einige Unfrieden stiften, man sieht, was dann dabei herauskommt. Es wird ein Keil zwischen die Bevölkerung getrieben.

    Ihre Heuwiese liegt neben Ihrer Kirschplantage, nie Probleme mit der Abdrift gehabt?

    Nein, und ich verfüttere das Heu an meine Kühe.

    Interview: Karin Gamper

     

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