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    Leuchtturm am Kronplatz

    flash kronplatzNach zweieinhalb Jahren Bauzeit ist es nun fertig: In zwei Wochen eröffnet das MMM Corones, das Messner-Museum am Kronplatz. Ob Architektin Zaha Hadid kommt, ist noch unklar.

    von Silke Hinterwaldner

    Die Skiliftbetreiber glaubten anfangs wohl, dass man für ein Museum nicht länger braucht als für eine Gondelbahn. Aber darin hatten sie sich getäuscht.

    Für den Bau des Messner-Museums am Kronplatz haben die Bauarbeiter insgesamt zweieinhalb Sommer in luftiger Höhe zugebracht. Aber jetzt ist es fertig – fast zumindest.

    Denn: Am 23. Juli wird das MMM Corones seine Tore öffnen. Diese Eröffnung wird wohl ein Event von überregionaler Strahlkraft werden. Schließlich hat man am Gipfel des Kronplatzes nicht ein herkömmliches Museum errichtet, sondern einen Bau von Stararchitektin Zaha Hadid. Sie ist ein Garant für internationale Aufmerksamkeit.

    Aber ob die Architektin auch selbst zur Eröffnung erscheinen wird, ist nach wie vor unklar. Zaha Hadid will nicht mit der Gondelbahn auf den Gipfel fahren – so viel steht fest – sie fürchtet sich vor derlei Fortbewegungsmitteln. Aber sollte sie tatsächlich nach Südtirol anreisen, dürfte es auch kein Problem sein, sie mit dem Hubschrauber auf den Kronplatz zu befördern, oder noch einfacher mit dem Auto.

    „Wir haben weder eine Zu- noch eine Absage“, sagt Andrea Del Frari.

    Der Skirama-Direktor ist ein Mann, der von Anfang bei der Konzeption des extravaganten Museums dabei war. Seine Stimme verrät, mit welcher Begeisterung er nun auf die Eröffnung des Baus wartet. Das verwundert auch nicht: Schließlich waren die zwölf Monate effektive Bauzeit am Kronplatz ein echtes Abenteuer. In einer Höhe von 2.300 Metern über dem Meer weiß man nie, ob Wind, Wetter oder Schnee den Bauarbeitern einen Strich durch die Rechnung machen.

    Jetzt ist es geschafft: Das Museum steht und besticht durch die Architektur und hoffentlich auch durch Inhalte zum Thema „Die Königsdisziplin des Alpinismus“ – dafür ist Reinhold Messner zuständig.

    Noch einige Details zum Bau: Insgesamt mussten 380 unterschiedliche Betonteile hergestellt werden. „Es gibt keine gleichen Teile“, sagt Del Frari, „das verlangt von den Herstellern einiges ab.“ Tatsächlich musste für das Kronplatz-Museum einiges neu erfunden werden.

    So wurden etwa doppelt gekrümmte Betonfertigteile hergestellt, die es so noch nicht gegeben hat. Dafür musste ein Unternehmen aus Bayern unter Vertrag genommen werden.

    „Es kamen“, erklärt der Skirama-Direktor, „Bautechniken und Produkte zum Einsatz, die weltweit einmalig sind.“ Außerdem musste man am Berg ohne Sattelschlepper und ohne Gabelstapler auskommen, das macht die Arbeit auch nicht einfacher. „Mit dieser Architektur“, sagt Del Frari, „sind wir an die Grenze des Machbaren gestoßen. Aber wir wollten etwas Einmaliges schaffen, und das ist uns nun auch gelungen.“

     

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