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    Angst vor Glyphosat

    Angst vor Glyphosat

    Die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO hat das Herbizid Glyphosat als krebserregend eingestuft. Landesrat Arnold Schuler warnt vor Panikmache.

    Darf das weltweit meistverkaufte Herbizid Glyphosat weiterhin eingesetzt werden?

    Während dazu das EU-Genehmigungsverfahren läuft, kursieren zum Wirkstoff gegensätzliche Meinungen. „In Südtirol“, betont Agrarlandesrat Arnold Schuler, „wird alles getan, um die Ausbringung dieses Mittels und generell von Unkrautbekämpfungsmitteln immer mehr zu reduzieren“.

    „Es wird weiterhin gearbeitet und geforscht, damit der Einsatz von Glyphosat verringert werden kann und stattdessen alternative und mechanische Mittel zur Unkrautbekämpfung verwendet werden“, unterstreicht Landesrat Arnold Schuler.

    Glyphosat wird wie jeder andere Pflanzenschutzmittelwirkstoff im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung bei Auslaufen der Zulassung Ende des Jahres hinsichtlich seiner Risiken für Gesundheit und Umwelt so wie seiner Wirksamkeit neu bewertet.

    Diese Neubewertung erfolgt derzeit, wobei Deutschland als Berichterstatter für die Prüfung und Bewertung zuständig ist. Bewertet werden im Rahmen dieses Verfahrens die gesundheitlichen Risiken bei Anwendung und Rückständen.

    Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit überprüft ihrerseits die möglichen Risiken aufgrund der neuesten Erkenntnisse zum Wirkstoff und erstellt ein entsprechendes Gutachten für die EU-Kommission, die letztendlich entscheidet; diese Entscheidung ist für Glyphosat noch innerhalb dieses Monats zu erwarten.

    SchulerGlyphosat ist ein seit über vier Jahrzehnten in vielen Ländern verwendeter Herbizid-Wirkstoff, der in Mitteln wie „Roundup“ und anderen Mischungen im Handel erhältlich ist. Es wird in der Landwirtschaft, in Gärten und an Verkehrswegen wie etwa Bahntrassen eingesetzt, um das Wachstum von Unkraut zu unterdrücken.

    Für Aufsehen sorgte die vor kurzem erfolgte Einstufung von Glyphosat durch die Internationale Agentur für Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer IARC) der WHO, die den Wirkstoff in eine Liste mit „wahrscheinlich für den Menschen krebserzeugenden“ Substanzen aufnahm.

    Das IARC-Gremium schloss dabei aufgrund einiger weniger Studien auf einen theoretisch möglichen Zusammenhang zwischen Krebsentstehung und Glyphosat. Eigene Forschungsarbeiten wurden vom IARC nicht durchgeführt, das Gefährdungspotential von Glyphosat in der Praxis wurde nicht untersucht. Von Fachleuten wurde diese IARC-Einstufung kritisiert, da sie zu einer Verunsicherung der Bevölkerung führen könnte.

    Auch das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hebt hervor, dass Glyphosat in den vergangenen Jahren mehrmals durch verschiedene Behörden, nationale und internationale Expertengremien überprüft und als nicht krebserregend bewertet wurde. Dabei wurden Hunderte Studien berücksichtigt.

    Auch im Rahmen der neuesten Überprüfung von Glyphosat durch die EU wurden basierend auf der Neubewertung von mehr als tausend Studien keine Hinweise auf eine krebserregende Wirkung gefunden. Der IARC standen für die Entscheidung, Glyphosat als karzinogen einzustufen, keine neuen, international anerkannten Studien zur Verfügung.

    „Wie verschiedene Stellungnahmen zeigen, herrscht derzeit sehr viel Unsicherheit“, sagt Landesrat Schuler, „dies ist für die Südiroler Landwirtschaft, die Landes- wie die Gemeindenverwaltung ein zusätzlicher Grund, die Verwendung nicht nur von Glyphosat, sondern grundsätzlich von Herbiziden einzuschränken“.

    „Es geht nicht darum, etwas zu beschönigen“, schließt Landesrat Schuler, „es ist derzeit aber auch nicht angebracht, Panik zu verbreiten.“

     

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    Kommentare (40)

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    • C

      Die Rasse Mensch isch olm lustig: wieviele Medikamente und ondere chemische Preparate sein johrelong benutzt werden und hobn tausende toate gmocht, bis sie endlich vom Morkt gnommn wordn sein! Die Rasse Mensch braucht viele Studien um zu verstien, dass etwas giftig isch! Die Viecher hingegen verstien des automatisch 😉

      • Walter Mair

        @C
        Und wer kontrolliert die Studien? Der ganze Sauhaufen ist so korrupt, dass nur das akzeptiert wird, was schon im Vornherein auf den Markt MUSS. Und was dem Konzern Knete bringt. Denen ist es total wurscht, ob das Produkt gesundheitsgefährdend ist! So ist es auch in der Medizin! Da kann der Schuler, der von Tuten und Blasen KEINE Ahnung hat, noch hundert Mal das Gegenteil behaupten…

        • Nachdenklich

          Dieselabgase sind meineswissens gleich eingestufft wie glyphosate, handy straheln und kaffe nur eine stuffe tifer, und alkohol und tabak….. Wahrscheinlich macht die dosis wieder mal das gift

    • Albert

      Seit der patentschutz für Glyphosat ausläuft, ist es krebseregend. Na Gottseidank gibt es neue ungefährliche Produkte…

    • Markus Denicolo

      Glyphosat ist inzwischen überall wo man es sich nur denken kann, wahrscheinlich genauso wie monsanto es wollte! In Deutschland wurde in 16 von 16 muttermilch proben doppelt so viel Glyphosat gefunden wie im trinkwasser erlaubt ist! Und ob giftig oder nicht, dieaes video sagt alles 🙂 http://youtu.be/ovKw6YjqSfM

    • Puschtra

      Das klingt so ähnlich wie damals, als DDT plötzlich und völlig „überraschend“ für Politiker verboten wurde. Da wurde vorher auch beschwichtigt, abgewiegelt und mit Anzeigen gedroht.
      Die Opfer liegen mittlerweile auf dem Friedhof und die Politiker von damals genießen ihre wohlverdiente üppige Rente.

    • Guenther

      Ein Schuler ist natürlich gescheiter wie alle. Soll er doch selber die ganzen verseuchten Äpfel essen.

    • Gurguk

      „In Südtirol”, betont Agrarlandesrat Arnold Schuler, „wird alles getan, um die Ausbringung dieses Mittels und generell von Unkrautbekämpfungsmitteln immer mehr zu reduzieren” und „Es wird weiterhin gearbeitet und geforscht, damit der Einsatz von Glyphosat verringert werden kann und stattdessen alternative und mechanische Mittel zur Unkrautbekämpfung verwendet werden”, unterstreicht Landesrat Arnold Schuler.

      Es bedarf gar keiner Forschung um den Einsatz von Glyphosat im Obst- und Weinbau zu verringern. Man muss einfach nur MÄHEN. Eventuell könnte die Ploitik erwägen, den Bauern den Mehraufwand zu versilbern, Von wegen „es wird alles getan“ – Agrios und Beratungsring beschränken sich auf halbherzige Empfehlungen. Wer sind eigentlich die 16 unverantwortlichen Landtagsabgeordneten welche gegen Köllenspergers Gesetzesentwurf gestimmt haben? Ich habe da schon einen Verdacht.
      Siehe auch: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2407888/Glyphosat-Heimtueckisches-Gift#/beitrag/video/2407888/Glyphosat-Heimtueckisches-Gift

      • Walter Mair

        @Gurguk
        Agrios und der Beratungsring machen das Spiel der Multis . Nicht aus Absicht sondern, weil sie es nicht besser wissen und auf keinem Fall anecken wollen. Ein Haufen uninformierter Hosenscheißer, denen es total egal ist ob Mensch und Tier zugrunde geht. Hauptsache man festigt seine Position mit Halbwahrheiten und macht es der Politik genehm. Dementsprechend fallen dann auch die Subventionen aus…

    • rota

      Die Überprüfung der Unbedeklichkeit von PSM wird bei allen Tests nach vier Jahren abgeschlosssen.
      Glyphosat scheint innerhalb dieses Zeitraumes wirklich allen Unkenrufen zu wiederstehen. Als reine Substanz waren keine Wirkungen auf Wirbeltiere und Mensch feststellbar.
      Allerdings reichert sich die Substanz im Boden an und beginnt sich erst nach sechs bis sieben Jahren zu zersetzen. Die Abbauprodukte, sg Methaboliten werden in den Nahrungskreislauf aufgenommen . Dabei sind einige hoch genmutierend und krebserregend.

      Es müssen also Langzeitstudien und Wirkungen der PSM beleuchtet werden und die Regeln für deren Zulassung zeitlich ausgedehnt werden.
      Ich wage zu behaupten, alle Obst und Weingärten des intensiven Anbaues nicht nur in Südtirol irgendwann als hochgradig vergiftet eingestuft werden.
      Aber dies alles betrifft nicht nur unsere Obst und Weinwirtschaft.
      Zum Frühstück essen wir Brot, oft Vollkorn Müsli und ähnliches mehr. Dies sind Produkte welche industriell mit großen Maschinen geerntet werden.Um rationell zu arbeiten werden Kornäcker behandelt um im ganzen Feld den gleichen Reifegrad zu haben, so genannte Sikkation.
      Um so mehr wir also Vollkornprodukte aufnehmen erhöht sich auch der Anteil an den hierfür verwendetetn Mitteln – wiederum Glyphosate.

      Wir können also nicht entkommmen.
      Wie sagten schon die Alten:
      A Guater hebs und um an Letzn isch nit schod!

    • Peter.g

      Da immer wieder gefälschte Unkrautmitt den Markt überschwemmen, die Frage wer kontrolliert die Genossenschafte über den Ankauf der Produkte? Denn auch bei Diesen gilt billiger ist gut.

    • goggi

      Da schaut euch mal an,wie Monsantos die Menschheit ausrotten will.
      Und unsere Politiker stehen natürlich auf der Seite dieser multinationalen Konzerne.
      Wer glaubt,Politiker vertreten das Volk,der glaubt auch,dass Zitronenfalter Zitronen falten.
      https://www.youtube.com/watch?v=9RQ-xqZ-0cg&list=PLI_RRb3RYpqqaStYWdo18vBiFghHL02aY

    • ......

      Um die Südtiroler ist nicht schad, sollen sie doch zu schlachviechern für die Sanität werden.

    • Manni

      Es wird nur über Glyphosphate gesprochen, und über die Gifte die der Bauer einsetzt.
      Lest Euch diesen Artickel durch. Sind hierfür auch die Bauern Schuld?
      In diesem Artickel werden nicht nur Mutmaßungen geaußert, sondern von konkrete Beobachtungen berichtet.

      • C

        Die Bauern machen halt grossteils was ihnen gesagt wird. Wo bleibt die Laimburg, der Beratungsring. Die müssten andere, neue Wege gehen/öffnen. Aber nein, Gifte, Hormone (z.B. damit der Äpfel schön rund wird; nur die Rasse Mensch kann so blöd sein!!!) , Grassbekämpfungsmittel… und wir essen dies alles. Und dann wundert sich einer, wenn er steril wird oder einen Tumor bekommt…

      • Albert

        Der erste link ist ok. Dort steht auch dass absolut keine gefahr besteht.
        Der zweite link ist mist. Ein blogger der auf wissenschaftler macht. 90% blödsinn.

        • Manni

          Es ist also Ok wenn wir durch Medikamente die Abwässer verschmutzen.
          Es ist auch Ok dass es nachweislich durch Hormonpräparate welche von uns Menschen ausgeschieden werden, und welche durch Kläranlagen nicht vollständig abgebaut werden bei Fischen und Fröschen zunehmend zu einer Verweblichung kommt, teilweise missbildungen fetsgestellt wurden.
          Es ist ebenso Ok dass Kleinkinder Leitungswasser mit Medikamentenkotail trinken müsssen. Aber, das stimmt ja nicht denn das Trinkwasser wird vom Supermarkt gekauft, und ist frei von solchen Mischungen. Das ist sicher Umweltschonender
          Noch was: Im Artickel steht auch dass es keine Rückstandshöchstwerte für Medikamente in Gewässer gibt. Daher wahrscheinlich die Aussage dass dieser Medikamentenkotail in den Gewässern und Trinkwasser unbedenlich ist.
          Wenn alles wirklich so unbedenklich wäre, dann würde die EU nicht eine Beobachtunlgsliste erstellen, und bestimmte Rückstände in den verschiedenen Gewässern näher beobachten, siehe folgenden Teil aus dem Artickel.

          „In der überarbeiteten Richtlinie über Umweltqualitätsnormen (UQN-RL) der EU sind in diesem Jahr erstmals drei Arzneistoffe in eine sogenannte Beobachtungsliste aufgenommen worden: zwei Hormonpräparate und das Schmerzmittel Diclofenac. Von 2015 an wird die Konzentration dieser Stoffe nun europaweit an Hunderten Standorten gemessen.“

    • C

      Südtirol hätte da die Möglichkeit endlich mal wirklich etwas bahnbrechendes zu machen: BIO-DYNAMISCHES LAND Südtirol. Da könnte man echt stolz sein. Gesundes Essen für eine ECHTE und optimale Gesundheitsvorsorge! Die Tendenz ist steigend, die Bürger wollen das immer mehr. Nur sind halt wie immer die Krankheits-Lobbys stärker! Na dann, trauriges Land Südtirol…

        • Franz Xaver

          @C..
          na träum mal schön weiter!
          Bio-dynamisch ist der selbe MarketingWitz wie bio überhaupt. Keiner spritzt anscheinend und trotzdem wird gespritzt.. ach ja genau nur Wasser.
          Dann musst du aber mitziehen wenn wir so bio werden sollten, Autos weg, Autobahn weg, Handy weg, Zug weg, Strom kappen, Häuser niederrreissen, alles was industriell ist weg- ganz einfach. Bleibst du noch übrig, buddelst ein Erdloch und legst dich rein. Da unten kannst dann weiterträumen…
          Wir leben in einem freien Land und ich bin gegen biodynamisch.
          Und die Bürger glauben es ist gesund dank den Medien – beweise mir das bitte wie gesund Kupfer ist. Wenn die Bauern alle soviel Kupfer benutzen würden, hätten wir alle kein Bodenleben mehr. Nein danke- Bio wirbt nicht mit dem Produkt, sondern macht alles andere schlecht was nicht so „bioheilig“ ist.

    • Franz Xaver

      uns reicht ein Mals, soll der Apotheker und der Tierarzt und der Politiker die grüne Welt Mals schaffen und uns eines besseren belehren. Klein anfangen und uns rechtlichen Südtiroler in Ruhe lassen. Mal schauen wie sie friedlich die Unruhe in Mals beseitigen ohne Druck und Zwang. Und wenn sie das geschafft haben, dann können sie Mals bio-dynamisch machen und dann die nächste Gemeinde. Und im Jahre 2200 freue ich mich auf BioMals! Bio ist ja schon wieder out, muss mal wieder was neues her….

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