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    Die sensiblen Gewässer

    Die sensiblen Gewässer

    Besonders sensible Gewässer sollen künftig von der Stromerzeugung verschont bleiben. 386 Gewässer werden demnach ausgeschlossen.

    Der Schutz der Fließgewässer in Südtirol und deren künftige hydroelektrische Nutzung standen am Freitag im Mittelpunkt einer Tagung der Landesumweltagentur in der EURAC in Bozen. Dabei wurde ein erster Entwurf für ein nachhaltiges Gewässerschutzkonzept vorgestellt. Damit wurde die Diskussion über den zukünftigen Gewässerschutzplan eröffnet.

    Der Entwurf sieht vor, besonders sensible Gewässer von neuen hydroelektrischen Nutzungen auszuschließen. Den aktuellen Anlass zu einem neuen, nachhaltigen Gewässerschutzkonzept gibt das Landesgesetz über die „Bestimmungen über die kleinen und mittleren Wasserableitungen zur Erzeugung elektrischer Energie“, das am 15. Jänner 2015 vom Landtag verabschiedet wurde.

    Der Artikel 34 dieses Gesetzes sieht vor, dass ein Gewässerschutzkonzept innerhalb Juni 2015 von der Landesregierung verabschiedet werden soll.

    „Es gilt einen Ausgleich zwischen dem Schutz der Gewässer und einer nachhaltigen Energienutzung zu finden“, so Landesrat Richard Theiner, der betont, dass die Vorschläge bis dato auf rein technischer Ebene am Energie-Tisch behandelt wurden und nun zur Diskussion stehen.

    Dass sich Südtirol beim Gewässerschutz nicht alleine bewegen kann, sondern der EU-Wasserrahmenrichtlinie aus dem Jahr 2000 unterliegt und im Gewässerbewirtschaftungsplan des Einzugsgebietes der Ostalpen eingebunden ist, machten die Ausführungen von Paola Sartori von der Einzugsgebietsbehörde der Etsch deutlich.

    „Ziel der gesetzlichen Bestimmungen ist die Aufrechterhaltung des sehr guten ökologischen Zustandes bzw. die Wiederherstellung des guten ökologischen Potentials der Gewässer“, erklärte Sartori.

    Der Gewässerbewirtschaftungsplan ist im Art. 13 der EU-Wasserrahmenrichtlinie vorgesehen und wurde erstmals 2010 genehmigt. Alles sechs Jahre wird er aktualisiert.

    „Das Landesamt für Gewässerschutz hat in diesem Dokument bereits die aktuellen Qualitätsstandards und -ziele aller Oberflächengewässer in Südtirol definiert“, so Ernesto Scarperi, Direktor des Landesamtes für Gewässerschutz. Seine Mitarbeiterin Karin Sparber ging bei der Tagung näher darauf ein.

    Abschließend präsentierte Robert Schifferegger vom Landesamt für Gewässerschutz einen ersten Vorschlag zur Bestimmung der besonders sensiblen Gewässerabschnitte, welche von einer künftigen hydroelektrischen Nutzung ausgenommen werden sollen.

    Laut diesem ersten Vorschlag werden 386 Gewässer in Südtirol als besonders sensibel eingestuft.

    Das Dokument wurde dem Rat der Gemeinden zur Diskussion vorgelegt.

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    Kommentare (25)

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    • Georg

      höchste Zeit, dass die paar unberührten Flüsse und Bäche vor weiteren Belastungen geschützt werden! Hoffentlich machen die Stromlobbies das Gesetz nicht kaputt bevor es verabschiedet wird!

    • wert

      Einem Bürgermeister scheinen schon die Felle davon zu schwimmen . Wie geldgeil die Leute sind ! Jedes kleine Wässerchen muß Strom erzeugen . Kleingemeinden sollte man abschaffen !

      • Walter Mair

        Es kommt nicht selten vor, dass man Monate lang warten muss, dass man ins Hauptnetz einspeisen kann. Grund : Die Leitungen sind in den Tälern oft überlastet, da jede „Hundehütte“ ihren eigenen Strom haben möchte!! Bis dahin außer Spesen nichts gewesen! 🙂
        Wasser ist Allgemeingut und nicht nur für die Bauernschaft brauchbar…..

    • dana

      Herr Theiner seien Sie endlich still. Viele Gewässer sind sowieso schon ausgebaut und im Betrieb mit dem Schwall und Sunk gibt es die üblichen Probleme.
      Sie vergönnen jenen Gemeinden die über Wasser verfügen nicht die Einnahmen. Das ist der Kern des Themas. Nicht die Ökologie. Sonst hätten Sie sich in den Vergangenen Jahrzehnten in der Landesregierung dafür eingesetzt.
      Sie Herr Theiner, als Landesrat „schaden“ Sie wie einige ihrer Kollegen Südtirol.

    • Unterwind

      Der Theiner ist durch und durch ein Grüner, allerdings mit SVP Ausweis!

    • Steuerzahler

      Theiners Mogelpackung hat jede Menge Interpretations Spielraum. Typisch für einen der unter Durnwalder gedient hat.

    • Radio Eriwan

      Endlich mal eine gute Meldung. Nicht jedes Bächlein muß verrohrt werden…..

    • Gregor Beikircher

      Die Landesregierung ist mit dem Gewässerschutzkonzept ohnehin schon mindestens 10 Jahre zu spät dran. Es gibt schon fast keinen Bach mehr in südtirol, der noch natürlich von oben nach unten fließen kann oder wo noch eine natürliche Wasserentnahme möglich ist. Zuerst kommt die Trinkwassernutzung, dann die landwirtschaftliche Bewässerung und erst dann die Nutzung für Stromerzeugung. Dass auch verschiedene andere Lebewesen, die ohnehin schon recht selten vorkommen, ebenso einen natürlichen Wasserlauf für ihre Entwicklung und ihren Lebensablauf brauchen, scheint fast vergessen worden zu sein. Höchste Zeit, dass wir die wenigen natürlichen Wasserläufe noch in ihrer Natur erhalten und sie nicht bis zum letzten Tropfen zur weiteren Bereicherung einiger weniger ausbeuten lassen.

      • Franz

        Typisch Ökofreaks, gegen Windkrafträder wettern, weil sie anscheinend zu viel Lärm machen bzw. die Vögel stören, gegen Wasserkraftwerke wettern, wegen der Restwassermengen bzw. nicht natürlich von oben nach unten fließen können. Sie sind gegen das Benutzen von Autos.aber mir ist kein grüner Ökofreaks bekannt, der auf Strom verzichtet und bei sich zu Hause bei Kerzenlicht lebt, bzw. zu Fuß geht.
        Wo ist das Problem wenn das Wasser ein Wasserkraftwerk durchläuft und den nötigen Strom erzeugt und für das vorgeschriebene Restwasser sorgt , welches durch ein Landesgesetzt genauestens geregelt ist.

        • Walter Mair

          @Franz
          Landesgesetze lassen sich „regeln“ 🙂

        • Gregor Beikircher

          Franz, reden Sie doch keine Blödsinne, wenn Sie ohnehin nicht die Einzelheiten verstehen. Immer den Mund vollnehmen bei leerem Gehirn, das scheint ihr Grundsatz zu sein. Polemisieren Sie bei Aussagen anderer Wissenschaftler, die auch in dieselbe Richtung weisen wie meine Aussagen, auch so oder zeigen Sie dort etwas mehr Respekt. Bringen Sie Argumente, die haltbar und nachweisbar sind und nicht so unsinniges Zeug, das für keine ernste Diskussion brauchbar ist.

    • Werner

      Die SEL ist nur an größeren Kraftwerken interessiert. Mit diesem Gesetz sind die kleineren Konkurrenten ausgeschlossen, egal ob Landgemeinde oder Kleinunternehmer. Als ob es bei größeren Werken keinen Eingriff in der Natur gäbe. Lieber teuren Strom importieren ist die Devise.

    • Luis

      Reine Augenauswischerei!
      Viele Gewässer werden seit Jahrzehnten und Jahrhunderten genutzt. Die lokale Bevölkerung hat die Gewässer überwiegend nachhaltig und in vielfältiger Form genutzt. Die Einschränkung, dass Gewässer nicht einer Nutzung zugeführt werden sollen, bringt im Grunde ökologisch gar nichts mehr.

      • Gregor Beikircher

        @Luis
        Begründen Sie, warum das ökologisch nicht brauchbar sei? Kennen Sie die Inhalte und Lebensgrundlagen von Ökosystemen überhaupt? Sind Sie Wissenschaftler oder haben Sie einschlägige Erfahrungen über Ökosystem. Gerade weil, die Flüsse teilweise bereits ökologisch schon vom Menschen übernutzt sind, ist der Schutz der restlichen Fließgewässer, die ökologisch noch in etwa intakt sind, absolut notwendig. Oder glauben Sie wirklich, dass andere Lebewesen kein Recht haben, auch zu überleben?

    • bergbauer

      fast alle bäche im ahrntal sind schon verstromt.nutznießer sind svp-bonzen und dern Günstlinge,verdienen sich eine goldene nase bei zwei ahrstufen-werken sind es 80-90.000€ für jeden sogenannten gesellschafer…….und das über 30 jahre….die Konzessionen sind der allgemeinhait zurückzugeben,die werke zu enteignen und die typen davonzujagen…das wasser gehört uns allen gemeinsam,nicht einigen geldgeilen kanalien….

    • Einereiner

      @bergbauer
      der Theiner will ja verhindern, dass jeder Bergbauer profitiert. Die SVP-Bonzen haben schon Werke und jetzt wird dichtgemacht. Damit das Proletariat ja nicht zu Geld kommt.
      Du müsstest der erste sein, der ein Kraftwerk bekommt!

    • Bauer

      Warum sollen wir nicht die Wasserkraft nützen? Wasserkraft ist komplett umweltfreundlich und es gibt keine saubere Energie! Verstehe den Theiner und die Grünen schon lange nicht mehr!

      Die Wasserkraft sind die Bodenschätze vieler Gemeinden und gehören genützt! Speziell für Gemeinden mit großen Abwanderungsprobleme kann diese Einnahme nützlich sein um die Lebensqualität z.B. durch billigen Strom zu erhöhen!

      Deshalb klares JA zur Wasserkraft! Es gehören alle Möglichkeiten ausgenützt! Wir wären sonst ja blöd wenn das Wasser bei uns vorbeirinnt und keiner nützt es!

      • Klaus

        Der Entwurf für den Gewässerschutzplan spricht sich prinzipiell auch für die Nutzung der Wasserkraft aus. Er klammert nur verschiedene Gewässer aus der Nutzung aus, mit relativ guten Argumenten. Hauptargument ist übrigens, dass sie bereits stark genutzt sind, oder weil sie so wenig Wasser führen, dass der Stromgewinn einer Nutzung in keinem Verhältnis zu den negativen Auswirkungen steht.

      • Gregor Beikircher

        @Bauer
        Hieeht nicht um Theiner und die Grünen, die immer recht behalten wollen, sondern um wissenschaftlich und erfahrungsmäßig nachweisebare Grundlagen des Lebens für Ökosysteme, die wenn sie nicht überleben können, einen immensen Schaden für uns alle bedeuten und auch das Überleben von uns allen gefährden. Sie sind wohl etwas kurzsichtig und verstehen die Zusammenhänge nicht?

    • Oberwind

      Das Ganze liese sich wunderbar handhaben und zwar über die Konzessions Abgabe. Allerdings auch zum Nachteil derer die von der in Südtirol weit verbreiteten SVP Günstlings- Politik bislang profitiert haben.

    • christian waschgler

      Die Südtiroler Strommafia will nicht aufgeben bis auch der letzte kleine Bach im hintersten Tal ausgebeutet wird – und die Natur zerstört ist

    • Sybille R.

      Theiner hat die Sanität an die Wand gefahren und mit der Energie wird das gleiche passieren.

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