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    Die Prozess-Lawine

    Die Prozess-Lawine

    Der Dolomit-Immobilienfonds der Südtiroler Sparkasse: Immer mehr Geschädigte klagen. Tausende SparerInnen hatten bis zu 40 Prozent ihrer angelegten Ersparnisse verloren.

    Im letzten Frühjahr hatte die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) angekündigt, sich für die Durchsetzung der Rechte mehrerer tausender SparerInnen, die durch die Investition in den Dolomit-Immobilienfonds der Südtiroler Sparkasse Verluste erlitten hatten, einsetzen zu wollen.

    Die Quoten dieses Fonds waren von der Sparkasse als Finanzprodukt mit mittlerem-niedrigem Risiko platziert worden.

    Erst 2012, nachdem der Fonds ziemliche Verluste angesammelt hatte, und die Quoten 40% ihres Werts verloren hatten, musste die Sparkasse einräumen, dass die ursprüngliche Einstufung nicht korrekt gewesen war, und dass der Fonds als Produkt mit hohem Risiko hätte eingestuft werden müssen.

    Mit anderen Worten: damals war der Fonds an Südtiroler SparerInnen verkauft worden, als ob er auch für Investoren mit geringer bis gering-mittlerer Risikoneigung geeignet wäre, dabei wäre er ausschließlich für Investoren einem Risikoprofil der Klassen „hoch“ oder „spekulativ“ angebracht gewesen.

    Durch diese fehlerhafte Einstufung haben Tausende SparerInnen bis zu 40% der in den Fonds investierten Ersparnisse verloren, so die VZS.

    Die Verbraucherzentrale hat daher Rechtsanwalt Prof. Massimo Cerniglia beauftragt, die betroffenen SparerInnen rechtlich zu vertreten. In den vergangenen Monaten wurden im Rahmen von persönlichen Treffen die Dokumente der Investoren überprüft, um ausfindig zu machen, wer von ihnen einen Schadenersatzklage gegen die Bank anstreben kann.

    Im Laufe des Jahres 2014 wurden bereits Hunderte Fälle beurteilt, und viele der Betroffenen haben bereits den Auftrag für eine Klage erteilt, oder sind dabei ihn zu erteilen, so heißt es aus der VZS-Zentrale.

    Auch in den nächsten Wochen und Monaten gibt es die Möglichkeit zu weiteren persönlichen Gesprächen für die Beurteilung der Dokumente. Interessierte können sich für eine Terminvereinbarung an die Verbraucherzentrale Südtirol (Tel. 0471-975597) wenden.

    Voraussetzung dafür ist es, der Sparkasse einen Brief zur Beanstandung und Unterbrechung der Verjährungsfristen zu schicken. Ein Musterschreiben hierfür ist unter http://www.verbraucherzentrale.it/download/11v56231d90124.doc erhältlich. Das Schreiben muss ausgefüllt und unterzeichnet, und dann per Einschreiben mit Rückantwort an die Sparkasse versandt werden.

     

     

     

     

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    Kommentare (6)

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    • walter

      Frandreas, klagst du auch? 🙂
      Oder hälst du deiner Bank weiter die Nibelungentreue so wie du es auch bei deiner Partei tust?! 🙂

    • Puschtra

      Ich habe mein Geld einer griechischen Bank anvertraut.
      Dort ist es sicherer als bei diesen undurchsichtigen Brüdern.

      • arnold

        Puschtra spitze .Sparkasse ist nur für die höhere Gesellschaft,
        haben sicher die Papiere früher rausgenommen.es zahlen immer die kleinen ,
        wenn ein gutes Geschäft zu machen ist..ist alles schnell verkauft.nein danke .Geld von der Bank
        nehmen lauter spesen nix gewesen.

    • Vingscher

      Das Problem mit dem Bewerten des Risikos ist, dass man vergangene Volatilitätswerte in die Zukunft projiziert. Dies bedeutet, falls ein Finanzprodukt über mehrere Jahre stabil war, prognostizieren mathematische Modelle diese Stabilität in die Zukunft. Falls die Modelle der Südtiroler Sparkasse zu dem Ergebnis kamen, dass ein Produkt heute ein geringes Risiko besitzt und sie es als dieses verkauft, kommt der Bank keine Schuld zu. Auch dann nicht, falls das Produkt morgen um 40% abstürzt.

    • wolfgang

      Immobilien hatten einfach immer den Status einer sicheren Anlage; damit dürfte es jetzt und für die nächsten Jahre vorbei sein. Eine alternde Bevölkerung, ein schwaches Wirtschaftswachstum und eine hohe Steuerbelastung machen die Immobilie als Anlage zunehmend unattraktiv. Ausnahmen bilden nur Immobilien in Toplagen (sowohl privat als auch geschäfltich). Der Dolomit hatte zudem das Manko, ausschliesslich am italienischen Markt investierit zu sein und damit in einem sehr schwachen wirtschaftlichen Umfeld. Was noch aufzuklären wäre, wäre die Rolle manch Südtiroler Immobilienmakler, die gewisse Immobilien kurz nach deren Kauf mit enormen Aufschlägen an den Dolomit verkauft haben.

    • PROF:

      Habe hier schon mehr als einmal geschrieben wer beim Verkauf der Immobilien an die Sparkasse das große Geschäft gemacht hat.
      Bezüglich Klage,bei einem Erfolg der VZS ist die Entschädigung an deren
      Rechtsanwalt meines wissens ziemlich gesalzen.

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