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    Das Kostner-Urteil

    Das Kostner-Urteil

    Das römische Anti-Doping-Gericht verurteilt die Grödner Eiskunstlauf-Weltmeisterin Karolina Kostner zu einem Jahr und vier Monaten Wettkampfsperre. Ihre Reaktion: „Ich bin enttäuscht und verbittert“.

    Von Thomas Vikoler

    Die „Angeklagte“ betritt um 9.53 Uhr den Gerichtssaal in den Katakomben des römischen Olympia-Stadions in Begleitung ihres Anwalts Giovanni Fontana. Die entscheidende Verhandlung in der Causa um die vermeintliche Begünstigung von Alex Schwazers Doping-Praxis durch seine nunmehrige Ex-Freundin Carolina Kostner. Kostner geht wortlos an den wartenden Journalisten vorbei. Kein Kommentar.
    Ihre Miene beim Foto-Shooting auf der Anklagebank verrät, wie viel für die Eiskunstlauf-Weltmeisterin in dieser Verhandlung vor dem Anti-Doping-Gericht des CONI auf dem Spiel steht.
    Die im November von der Anti-Doping-Staatsanwaltschaft für Kostner beantragte Wettkampfsperre – vier Jahre und drei Monate – sorgte für allgemeine Empörung. Sogar CONI-Präsident Giovanni Malagò distanzierte sich. Inzwischen ist klar, dass die hohe Straf-Forderung nicht mehr durch die Regeln der internationalen Anti-Doping-Agentur WADA gedeckt ist. Die „vorsätzliche Komplizenschaft“ nach Paragraph 2.9. kann nach dem seit 2015 in Kraft getretenen neuen Kodex mit höchstens zwei Jahren Wettkampfsperre geahndet werden.
    Die Anti-Doping-Staatsanwaltschaft hält sich daran. Vor Ende der Verhandlung kurz nach 14.00 Uhr revidiert Staatsanwalt Tammaro Maiello seinen Antrag entsprechend. Also: Zwei Jahre wegen Beihilfe, dazu drei Monate wegen unterlassener Anzeige des Zusammentreffens von Alex Schwazer mit dem gesperrten Doping-Arzt Michele Ferrari.
    Zuvor war in der Verhandlung als einziger Zeuge Giuseppe Gambardella angehört worden, Kostners Pressesprecher. Es geht um die WADA-Kontrolle am 30. Juli 2012 in Obersdorf, bei der Kostner erklärte, ihr Freund halte sich zu Hause in Kalch auf – er befand sich in Kostners Appartement.
    Diese Falschaussage wird Kostner schließlich zum Verhängnis.

    Der Richtersenat verkündet kurz vor 17.00 Uhr sein Urteil: Ein Jahr und vier Monate Wettkampfsperre (die ab sofort beginnt) und Zahlung der Prozessspesen.

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    Kommentare (27)

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    • Schtuff

      Es ist eigentlich bezeichnend für die Tätergesellschaft. Gilt auch im Sportbereich. Der Dopingsünder bekommt eine relativ harmlose Strafe und dessen Freundin bekommt ein Jahr und vier Monate. Es ist eine ungerechte und perverse Strafe!

      Ein Armutszeugnis Italiens und ein klares Bekenntnis der Wertschätzung für fähige Sportler.

      Übrigens: Bravo Schwazer mit deinem dummen Verhalten hast du zwei Karrieren versaut!

    • Nana

      Typisch Italien, würde man korrupten mitwissenden Regierungsmitgliedern ebenso verfahren, wären 90 Prozent der Regierung gesperrt.
      Könnte es auch sein, dass dieses Urteil deshalb hart ausfällt, weil sie die falsche Muttersprache hat?

    • peppele

      .@ nana
      gut zu letzeren Aussage möchte ich mich gar nicht äussern.
      Aber nur so viel, müsste schon jedem klar sein dass die Muttersprache zweit wenn nicht drittrangig sein dürfte.
      Liebe Frau Kostner, sie haben gelogen, und dir Reue kommt jetzt halt ein bisschen spät.
      Kann ihre Enttäuschung schon verstehen, aber ich glaube sie werden das ganze jetzt aus einer anderen Optik sehen, da sie nicht mehr mit Herrn Schwarzer liiert sind.
      Ein altes Sprichwort sagt:“ Liebe macht blind, beim Orsch und beim Grind“.
      Ich glaube heute würden sie anders entscheiden, aber die Zeit lässt sich halt nicht zurück drehen.
      Für niemanden Gott sei Dank

      • Hubert

        Wenn für Lügen jeweils eine derartige Strafe „gerechtfertigt“ wäre, dann frage ich mich, wie lange Politiker leben müssten, um ihre Strafe abzusitzen.
        Das ist doch alles nur ein Theater, um von anderen Dingen abzulenken. Die in Rom müssten ausnahmslos alle um Rom einen hohen Zaun oder Mauer erstellen, um sie relativ unschädlich zu machen – so ist es leider. Bestraft wird beinahe immer der Falsche!
        Und das ist gesetzeskonform, oder?

    • Nana

      @peppele natürlich müsste dies zweitrangig sein, ich kann mich aber an
      keinen ähnlichen Fall in Italien erinnern, dass ein Sportler auf solch eine Art und Weise gesperrt wurde. Bitte erzähl mir jetzt nicht, dass nur südtiroler Sportler dopen.

    • Andreas

      Ihre Tat steht in keinem Verhältnis zu 16 Monaten Berufsverbot.
      Claudia Pechstein hat gerade vorgemacht wie ein Zivilgericht das Urteil eines Sportgerichts außer Kraft gesetzt hat.

      • Barfusler

        Sie hat geschwiegen und das war das einzig richtige was sie tun konnte.
        Wie hätte sie dagestanden, hätte sie ihren Freund verraten?
        Was hätten die Leute sich über sie die Mäuler zerrissen? Wer hätte sich noch über ihre Siege freuen können?

    • PROF:

      S,peppele schreibt, liebe Frau Kostner sie haben gelogen 1.) das“ liebe „hättest dir ersparen können.2.) wie würdest du dich in einem solchen Fall verhalten?
      3.)Liebe macht blind unds peppele hot koan Hirn in Grind.

    • Walter Frei

      Das ganze ist doch lächerlich und kindisch,Italien war einfach eifersüchtig daß sich die Beiden lieber in Deutschland aufhielten.

    • Lorenza

      Schlechte Freundschaften können halt in einer Katastrophe enden. Leider, das ist nichts Neues. Aber dass versuchte Deckung des Täters mehr bestraft wird als die Tat des Täters selber, ist schon eine kuriose Balance in der Schuldzuweisung.

    • Barfusler

      Wer kann erwarten dass sie ihren Freund anzeigt, wenn sie erfährt, dass er dopt. Gesetz hin oder her, das kann wirklich niemand von ihr erwarten.

      Er hatte doch gewusst, oder zumindest wissen müssen in was er sie damit hineinzieht und deshalb sie das auch nie erfahren lassen dürfen, wenn er schon glaubt diesen Scheiß machen zu müssen.

      Sollte Alex noch einmal auf ein Siegerpodest steigen, so wird, nach diesem Urteil, wohl keiner der beiden sich groß darüber freuen (dürfen).

    • bodenhaftung

      Frechheit! CAROLINA, WEHR DICH!
      Der Fall Pechstein lässt hoffen.

    • Erich 1

      So a Schweinerei, de walschn Zigeiner.
      wäre es eine italienische Sportlerin, ob das Gericht dann auch so entschieden hätte?
      Carolina sollte nie mehr für Italien laufen.

    • Felix Huber

      Ich bin „CAROLINA“!

      … und für das Recht zu schweigen.

      STELLENANGEBOT:
      CONI sucht dringend Denunzianten/innen.
      Kandidaten/innen mit STASI-Hintergrund bevorzugt!

    • goggile

      schwazer und carolina solltn fuer einen anderen Staat starten in Zukunft fals es mòglich wàhre

    • schnellermichl

      Die Verurteilung ist richtig. Kriminelle decken und Vorbildfunktion fuer die Jugend ..? Sie wusste ueber Jahre und hat nichts dagegen getan. Sondern die ergaunerten siege mitgefeiert.

    • Schtuff

      @Schnellermichl: Das weißt du natürlich, warst selbst anwesend gel? Dann müsste man dich auch verurteilen! Beschmutze du nicht auch das Ansehen von Carolina Kostner.Wage es nicht und stelle nicht die Vorbildfunktion dieser einzigartigen Sportlerin in Frage nur weil sie den falschen Freund hatte. Übrigens an alle Spitzensportler, die hier mitlesen. Trennt euch von euren Lieben, sollten die auch Sportler sein, man weiß ja nie, wie wir hier man Beispiel Schwazer gesehen haben. Das zahlt sich nicht aus!.

    • Barfusler

      ich bilde mir natürlich ein Urteil nach dem was ich darüber lese und höre und das ist zugegeben wenig. Ich frage mich aber immer wieder, warum Alex Karolina es hat wissen lassen, dass er dopt.
      Es stellt sich natürlich auch die Frage, wie sie dazu gestanden hat. Hat sie ihn gedrängt damit aufzuhören? … sich zu stellen??? Wie gesagt, man weiß über die Einzelheiten so gut wie nichts, deshalb ist es auch schwierig ein Urteil über das Urteil zu fällen.

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