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Stummer Schrei

Katholische Frauenbewegung, Katholische Männerbewegung und das diözesane Amt für Ehe und Familie wollen mit der Tagung „stummer Schrei: warum hört ihr mich nicht?“ am Freitag, 19. April 2024 von 17 bis 20 Uhr in der Stadtbibliothek in Bruneck das Thema „Depression und Suizid“ in den Mittelpunkt stellen und darüber reden.

Referent ist der Psychologe Hartmann Raffeiner. Im Rahmen der Tagung wird der Verein „Lichtung/Girasole“ und der Bereich „Zuhören und beraten“ der Caritas vorgestellt. Betroffenenstatements geben authentische Einblicke in das Leben mit psychischen Erkrankungen.

Durch die Tagung führt die Leiterin des Amtes für Ehe und Familie der Diözese Bozen-Brixen Johanna Brunner. Der Psychologe Hartmann Raffeiner spricht über die Geschichte, die Krankheitsformen und Ressourcen rund um Depression. Der Verein „Lichtung/Girasole – Verein zur Förderung der psychischen Gesundheit“ stellt seine Angebote vor, während der Bereichsleiter „Zuhören und Beraten“ der Caritas Guido Osthoff das Netzwerk Suizidprävention gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Francesca Boccotti präsentiert. Texte und Berichte von Betroffenen vertiefen die Informationen der Fachleute.

Depression wird oft als Begriff genutzt, um alltägliche Stimmungsschwankungen zu beschreiben. Alle Menschen kennen Phasen im Leben, in denen es nichts mehr gibt, worauf sie sich freuen können und in denen alles grau erscheint. Aus medizinischer Sicht ist eine Depression etwas anderes als eine vorübergehende Niedergeschlagenheit oder ein Stimmungstief. Eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen maßgeblich beeinflusst.

Das geht mit Störungen von Hirn- und anderer Körperfunktionen einher und verursacht enormes Leid. An Depression erkrankte Menschen können sich selten eigeninitiativ von ihrer niedergeschlagenen Stimmung, von ihrer Antriebslosigkeit und ihren negativen Gedanken befreien. Menschen mit Depression verlieren durch die Erkrankung auch jede Hoffnung. Sie glauben nicht, dass ihnen geholfen werden kann oder dass sich ihr Zustand jemals wieder bessert. Um diesem als unerträglich empfundenen Leid zu entkommen, entsteht bei Betroffenen häufig der Wunsch, nicht mehr leben zu wollen.

Es gibt viele Möglichkeiten der medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung. Doch nicht nur die Unkenntnis bezüglich der Hilfsangebote ist weit verbreitet, sondern auch die Unbeholfenheit und die Vorbehalte, sich mit dem Thema Depression überhaupt zu beschäftigen. Das gesellschaftliche Tabu verstärkt gewissermaßen die Wirkung des Krankheitsbildes, so die Veranstalter der Tagung.

 

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