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Der Beschäftigungs-Rekord

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Im Jahr 2022 hat die lohnabhängige Beschäftigung einen neuen Höchststand erreicht. Die Zahl der befristeten Arbeitsverträge ist um knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 

von Lisi Lang

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht AFI-Präsident Andreas Dorigoni die Entwicklung des Arbeitsmarktes im vergangenen Jahr: „Wir haben zwar einerseits die starke Erholung am Arbeitsmarkt, aber auch das Jobwunder des Prekariats wieder“.

Mit 221.175 Personen im Jahresschnitt erreicht die lohnabhängige Beschäftigung in Südtirol im Jahr 2022 einen neuen Rekord. Die 10.288 Arbeitsstellen, die im Vergleich zu 2021 dazugekommen sind, entsprechen einem Zuwachs von 4,9 Prozent. „Bildlich gesprochen kann man sagen, 2022 war 2020 spiegelverkehrt“, weiß AFI-Direktor Stefan Perini. Das Jahr 2020 war nämlich gekennzeichnet von sinkenden Beschäftigungszahlen, einem starken Rückgang der befristeten Arbeitsverträge und einem massiven Einbruch im Gastgewebe.

Im letzten Jahr war das ganz anders. Der Zuwachs von 10.288 Arbeitnehmenden ist maßgeblich vom Gastgewerbe bestimmt: 7.810 Arbeitsstellen gibt es 2022 im Gastgewerbe mehr als 2021, also fast ein Drittel mehr. Mit Ausnahme des Baugewerbes (-1,7 Prozent) legen auch alle anderen Wirtschaftssektoren beschäftigungsmäßig zu. Nahezu stabil zeigt sich der öffentliche Sektor (+0,2 Prozent).

Die Entwicklung der Festanstellungen mit einem Plus von 0,4 Prozent bleibt aber deutlich hinter der Dynamik der Gesamtwirtschaft zurück. Einen regelrechten Boom erfahren hingegen die befristeten Arbeitsverhältnisse mit einem Plus von 18,9 Prozent.

Hauptverantwortlich dafür ist laut AFI-Analyse die Renaissance der Saisonarbeit im Gastgewerbe. „Allein dieser Sektor ist für knapp 75 Prozent des „befristeten Zuwachses“ verantwortlich“, erklärt Stefan Perini. Zum Vergleich: Im Wirtschaftsbereich „Andere Dienstleistungen“ und im Handel betragen die Zuwachsraten jeweils 18,3 Prozent und 16,1 Prozent. Lediglich das Baugewerbe (-5,3 Prozent) und die Landwirtschaft (-0,1 Prozent) verzeichnen eine Abnahme der befristeten Arbeitsverhältnisse.

Die Anzahl der Festanstellungen ist im Baugewebe (-0,9 Prozent), im öffentlichen Sektor (-0,6 Prozent) und im Handel (-0,3 Prozent) leicht zurückgegangen. „Zu behaupten, das Gastgewerbe setze nur mehr auf Zeitverträge wäre falsch, schließlich sind dort auch exakt 569 Festanstellungen dazugekommen, was einem Zuwachs von 5,5 Prozent im Vergleich zu 2021 entspricht“, erklärt der AFI-Direktor. Dennoch machen die neu geschaffenen Festanstellungen im Gastgewerbe nur 7 Prozent des gesamten Beschäftigungszuwachses in dieser Branche aus – die anderen 93 Prozent sind eben Jobs auf Zeit.

Den Höchststand an Beschäftigten wurde in Südtirol im September erreicht, am wenigsten Menschen waren im November beschäftigt. Interessant ist auch: Waren die ersten drei Monate 2022 noch von zweistelligen Zuwachsraten der lohnabhängigen Beschäftigung geprägt, so flachte das Wachstum im Jahresverlauf schrittweise ab und tendierte im letzten Jahresquartal gegen Null, was, wie AFI-Direktor Stefan Perini betont, „auf eine deutliche wirtschaftliche Abkühlung schließen lässt“.

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