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„Große Chance“

Foto: IDM / Luca Zuccolo

Die IDM Food Innovation Conference hat in Schloss Maretsch die neuesten Trends der Branche zwischen Naturalismus und Technologie präsentiert.

Was essen und trinken wir im Jahr 2030? Und welche „Superfoods“ kommen nicht aus exotischen Ländern und sind deshalb eine Chance für Südtirol? Diesen und vielen weiteren Fragen rund um das Thema „Food & Drink“ geht die Food Innovation Conference von IDM Südtirol nach, die am Donnerstag (10. November) im Schloss Maretsch über die Bühne geht. Einen Tag lang informieren internationale und Südtiroler Expertinnen und Experten zu den aktuellsten Trends und liefern Inputs, wie Südtirols Unternehmen der Lebensmittelindustrie oder Gastronomie diese erfolgreich für sich nutzen können. Kulinarische Spezialitäten und Lebensmittel-Neuheiten wie „Functional Food & Drinks“ runden die Veranstaltung ab und bieten gleichzeitig Gelegenheit zum Netzwerken.

In-vitro-Fleisch, das aus tierischen Stammzellen im Labor gezüchtet wird, Makroalgen in der Suppe und Lachs aus dem 3-D-Drucker – die Zukunft unserer Ernährung ist höchst innovativ und technologisch. Gleichzeitig behaupten sich weiterhin Trends wie Transparenz entlang der Lieferkette, Nachhaltigkeit und Regionalität; dazu kommt eine konstante Entwicklung in Richtung Gesundheit und Wohlbefinden. „In diesen Entwicklungen liegt eine große Chance für Südtirols Unternehmen, denn das sogenannte ‚Alpine Superfood‘ vereint all diese Trends in sich“, sagt Vera Leonardelli, Direktorin Business Development von IDM. Mit „Superfood“ sind Lebensmittel gemeint, deren Inhaltsstoffe als besonders vorteilhaft für die Gesundheit gelten, zum Beispiel durch einen hohen Anteil an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen oder Mineral- und Ballaststoffen. „Die Nachfrage danach steigt ständig“, erläutert Leonardelli. „Aber es müssen nicht unbedingt Goji-Beeren, Chia-Samen oder Quinoa sein, die aus aller Welt importiert werden müssen. Wir haben in Südtirol Lebensmittel, die ebenso gesund sind und dabei große Vorteile wie kurze Transportwege und hohe Qualität aufweisen.“

Zum Superfood, das auch in Südtirol angebaut werden kann, zählen Nüsse wie Walnüsse, Haselnüsse und Kastanien, Samen wie Leinsamen, Hanf oder Sanddorn, Beerensorten wie Heidelbeeren, Himbeeren und Preiselbeeren oder auch bestimmte Gemüsesorten, darunter Rote Beete und Sauerkraut. Dazu kommen Shiitake und Austern-Pilze, Wurzeln oder auch andere regionale Rohstoffe wie Kräuter, Bachkresse und Hafer. Um diese „Alpine Superfoods“ ab sofort als solche zu positionieren, hat IDM eine eigene Broschüre herausgegeben, die bei der Food Conference vorgestellt wird. Darin wird erklärt, was mögliche Superfoods sind und was sie dazu macht sowie zu welchen Speisen sie verarbeitet werden können. Die Broschüre soll Impulsgeber und Inspiration für Produktinnovationen sein, die IDM dann auf Wunsch im Rahmen der Produktentwicklung begleitet.

Der Gegensatz zwischen den zwei Megatrends Naturalismus und Technologie steht auch im Mittelpunkt des Vortrags von Futurist David Bosshart, Präsident der Duttweiler-Stiftung. „Lebensmittel werden zugleich immer natürlicher und immer künstlicher. Ernährung ist immer mehr High Tech und K.I. – wir haben noch nie so künstlich gegessen wie heute. Gleichzeitig werden Trends wie lokal, Nähe, kurze Wege weiterlaufen“, sagt Bosshart. Pilze würden Schritt für Schritt eines der großen Themen sein, die mehr sein könnten als nur Superfood, auch kulinarisch oder für die einfache Massenherstellung. Dennoch spiele Fleisch als emotionalstes und hochwertigstes Gut weiterhin eine Hauptrolle, denn es habe unser Wohlstandsgefühl nachhaltig geprägt. „Hier stellt sich nun die Frage, wie wir mit Fleischersatzprodukten, alternativen Proteinen und In-Vitro-Fleisch umgehen werden, was hier realistisch ist und was eher Hype“, so Bosshart.

Wie weit man bei der künstlichen Produktion von Fleisch und bei alternativen Proteinquellen bereits ist, zeigt Stefano Lattanzi in seinem Beitrag auf, der neben einem Überblick des aktuellen Status quo auch die Herausforderungen und Chancen dieses neuen Trends analysiert. Lattanzi ist Gründer und CEO der Bruno Cell in Trient, des ersten Start-up-Unternehmens für zell-kultiviertes Fleisch in Italien, und verfolgt kontinuierlich die Entwicklungen der Branche, indem er unter anderem mit einigen der wichtigsten italienischen Universitäten zusammenarbeitet, die auf diesem Gebiet forschen.

Ein weiteres Highlight der Food Conference sind lokale Best-Practice-Beispiele von Südtiroler Unternehmen, die aufzeigen, wie sie von Megatrends wie Gesundheit, Nachhaltigkeit und Regionalität profitieren. Dazu gehört die Firma Karuna Chocolate aus Klausen, deren CEO und Produktentwickler Armin Untersteiner innovative Kombinationen von Kakao mit alpinen Superfoods vorstellt. Maria Elisabeth Laimer aus Lana präsentiert hingegen das alkoholfreie Craft Beer Freedl, das sie gemeinsam mit ihrer Familie entwickelt hat. Inspiration bei der Produktentwicklung war die intensive Suche nach gesunden und nachhaltigen Genussmöglichkeiten, insbesondere Alkoholalternativen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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