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Memento/Moment(o)/Monument(o)

Das BAW-Team, in der Mitte die Kuratorin und Initiatorin Nina Stricker: „Die erste Ausgabe von BAW – Bolzano Art Weeks hat eine Art neue kollektive Begeisterung in der Stadt ausgelöst.“ (Foto: Fanni Fazekas)

Vom 22. September bis zum 2. Oktober findet die zweite Ausgabe von BAW – Bolzano Art Weeks statt. Mit nicht weniger als 150 Veranstaltungen in mehr als 70 Locations in der ganzen Stadt.

 

(sh.) Mehr als 150 Veranstaltungen, darunter 60 Ausstellungen und 90 temporäre Events, die von Künstler/innen, Vereinen, Institutionen, unabhängigen, öffentlichen und privaten Einrichtungen an über 70 Orten angeboten werden  – das klingt verdächtig nach Overkill und Überforderung.  Doch nach dem durchschlagenden Erfolg der ersten Ausgabe kann Nina Stricker, Kuratorin und Initiatorin der BAW – Bolzano Art Weeks die Bedenken gelassen nehmen: „Die Resonanz im letzten Jahr hat unsere optimistischsten Erwartungen übertroffen, und dies trotz des extrem engen Zeitrahmens. Es hat eine Art neue kollektive Begeisterung in der Stadt ausgelöst. Gerade deshalb erschien es uns trotz aller Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten, auch im Hinblick auf die finanzielle Unterstützung, richtig und vielleicht sogar notwendig, die zweite Ausgabe von BAW in Angriff zu nehmen.“

Organisiert wird BAW – Bolzano Art Weeks von Cooperativa 19 und dem Südtiroler Künstlerbund, Unterstützung kommt von den Kulturabteilungen der Autonomen Provinz Bozen und der Stiftung Südtiroler Sparkasse, die Schirmherrschaft übernimmt die Stadt Bozen.

Geboten wird ein dichtes Programm von Ausstellungen, Performances, Installationen, Multimedia- und Site-Specific-Projekten, das die Dynamik und Vielfalt des Kulturschaffens in Südtirol (und darüber hinaus) widerspiegeln soll. Damit es nicht zu Überschneidungen kommt, wird ein Kalender aufgelegt.

Fast alle Kultureinrichtungen haben sich bereit erklärt, ihre Projekte im Rahmen des Festivals zu eröffnen und zu präsentieren: von den großen Ausstellungen des Museion und der Antonio Dalle Nogare Stiftung bis zu den Projekten von – um nur einige zu nennen – ar/ge kunst, Südtiroler Künstlerbund, Associazione degli Artisti, Lungomare, Foto Forum und allen privaten Galerien der Stadt.

Zu den Teilnehmern gehören auch das Naturmuseum Südtirol sowie das Merkantilmusem, die zu diesem Anlass in temporäre Ausstellungsorte verwandelt werden, die Freie Universität Bozen, VBB – Vereinigte Bühnen Bozen, das Kulturzentrum Trevi und die Landesbibliothek Teßmann, Räume von Vereinen und Privatpersonen sowie Künstlerateliers, die nur während der BAW geöffnet sind. Und außerdem: Museen wie das Messner Mountain Museum und die vielen kleinen Realitäten, die es zu entdecken gilt, zum Beispiel das Archimod oder das Cinè Museum, die kostenlosen oder ermäßigten Eintritt und Führungen anbieten. Eine Premiere in diesem Jahr: BAW on Tour. Der Ausflug der besonderen Art zur Finissage der Biennale Gherdëina findet am Sonntag, den 25. September, statt.

Unter den mehr als 70 Locations sind auch alltägliche Orte wie Bars, Hotels, Geschäfte, Restaurants, aber auch stillgelegte Geschäfte, weniger bekannte Stadtviertel wie Don Bosco und Europa-Neustift, das Bahnhofsareal, Bozen Süd, die Grünflächen der Stadt und der Fluss Eisack, der Architekturkomplex Maria Heim und die Gärten der Hotels Laurin und Mondschein sowie die Außenanlagen der Marienklinik.

Neu in der heurigen Ausgabe sind die italienweite Öffnung und die thematische Orientierung des Festivals an der Ernennung von Bozen als Stadt der Erinnerung. Unter dem Titel „Memento/Moment(o)/Monument(o)“ reflektiert es Spuren der Vergangenheit

Die Eröffnung des BAW-Programms findet am 22. September mit einem festlichen Event im Innenhof des Palais Campofranco statt. Im Mittelpunkt steht die Präsentation des Main Project von BAW22: ERO(E) des Konzeptkünstlers Matteo Attruia, ein Nicht-Monument aus weißem Marmor aus dem Nationalpark Stilfserjoch, produziert von Göflaner Marmor, in Zusammenarbeit mit Marina Bastianello Gallery, Basis Vinschgau und Palais Campofranco, und kuratiert von Nina Stricker. „Die Arbeit“, so der Künstler, „hinterfragt die Figur des Helden und seine Funktion in der heutigen Gesellschaft. Keine Antwort, eher ein Zweifel.“

Auf dem Gelände des Palais Campofranco werden auch einige Projekte von Kuno Prey und seinen Studierenden der Fakultät für Design und Künste der unibz zu sehen sein, sowie das Wandgemälde Por-ton des Street-Artist-Künstlers Nicolò Link Hg Andreatta in der neuen Unterführung, die das Campofranco mit dem Parkhaus am Waltherplatz verbindet.

Am selben Tag werden außerdem die Initiativen des Südtiroler Künstlerbundes eröffnet: die Einzelausstellung Sehnsucht von Jasmin Deporta in der Galerie Prisma und im Frei.raum die Installation Le Sentinelle von Anouk Chambaz, eine der Gewinnerinnen des BAW Call for Artists.

Ab dem 23. September wird die Fotografie Peau D’âmes 2009-2010 aus der Serie Marie Claire 2, Automne-Hiver von Brigitte Niedermair im eleganten Ambiente der Laurin Bar zu betrachten sein. Die Aufnahme, die für den unverwechselbaren Weg der Meraner Künstlerin steht, fordert die Grenzen heraus und monumentalisiert den Moment in der für die Fotografie und Modeshootings so typischen kurzen Zeitspanne. Am 29. September um 18 Uhr wird die Künstlerin Protagonistin eines öffentlichen Talk-Aperitifs sein.

Infos und detailliertes Programm unter www.bolzanoartweeks.com

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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