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„In die Armut abrutschen“

Alfred Ebner

„Mit einer tendenziellen Inflation von 9,9 Prozent in Bozen haben wir die Warnstufe überschritten“, erklärt Alfred Ebner, der Sekretär der Rentnergewerkschaft im AGB/CGIL.

Nach Ansicht der Gewerkschaft lässt ein Preisanstieg von 0,8 Prozent allein im Juni wenig Hoffnung für eine wesentliche Verbesserung der Situation. „Die drastischen Erhöhungen bei den lebensnotwendigen Gütern – Lebensmittel, Wohnung und Transport – treffen die niedrigen Einkommen besonders hart und insbesondere die Rentner, deren Renten in diesem Jahr nur um 1,7 Prozent gestiegen sind. Dies sind aber auch die Güter, für die ältere Menschen schon immer den größten Teil ihres Einkommens ausgegeben haben. Ein Drittel dieser Menschen erhält unter anderem eine Rente von weniger als 1.000 Euro im Monat und rutscht zwangsläufig in die relative Armut ab“, so Ebner weiter.

Die Fachgewerkschaft fordert seit langem Gewissheit über die künftige Anpassung der Renten an die Preissteigerungen, möglicherweise in kürzeren Abständen. Wir brauchen auch den so genannten „Einkaufswagen“ einen Warenkorb, der an den Konsum älterer Menschen angepasst ist, als Berechnungsgrundlage, so Alfred Ebner.

Für ältere Menschen mit einer niedrigen Rente ist die öffentliche Unterstützung im Moment die einzige Möglichkeit einen angemessenen Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Da die Gelder aber nicht unbegrenzt sind, müssen sie an diejenigen verteilt werden, die sie wirklich benötigen. Nach Ansicht der Gewerkschaft muss auch die steuerliche Belastung der mittleren Renten gesenkt werden, da derzeit die Rentner und Arbeitnehmer auf ungerechtfertigter Weise einem höheren Steuerdruck ausgesetzt sind, so die Gewerkschaft weiter.

Um die notwendigen Mittel zu finden, fordert der LGR/SPI die Bekämpfung der Steuerhinterziehung und die Eintreibung der hinterzogenen Beträge, die bereits ermittelt wurden, sowie die gleichmäßige Besteuerung aller Einkommen, einschließlich der aus Finanztransaktionen.

Die Gewerkschaft fordert die Politiker zusätzlich auf, die Besteuerung künftiger Lohn- und Rentenerhöhungen im Zusammenhang mit der steigenden Inflation zu blockieren und die höheren Mehrwertsteuereinnahmen den schwächeren Bevölkerungsschichten zur Verfügung zu stellen. Auf lokaler Ebene wäre es für Ebner notwendig, eine Diskussion zwischen der Landesregierung, den Sozialpartnern und dem Elektrizitätssektor in die Wege zu leiten, um die Möglichkeit von Erleichterungen bei den Stromrechnungen der Haushalte zu prüfen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

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  • erich

    Wenn man diese facia sieht, kommt einem schon zu kotzen. Waren es doch maßgeblich die Gewerkschaften die Italien an den Abgrund brachten. Ein Arbeitsrecht, das vorwiegend die Faulpälze schützt, wo der Rest Europas nur die Köpfe schüttelt.

    • laura

      Ja da muss ich dir Recht geben, zwischen Arbeitslosengeld und Grundsicherung überlegen viele mehr als 3-4 Monate im Jahr zu arbeiten, dass dann dir Gelder für die Rente fehlen interessiert viele erst spät manchmal zu spät

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