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„Land schreckt Unternehmen ab“

Tony Tschenett

Der ASGB kritisiert die misslungene Standortsuche von alpitronic und spricht von einer  „untragbare Situation“.

Hart ins Gericht geht Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), mit dem Land und der hiesigen Bürokratie. Es könne nicht sein, dass Unternehmen, die wesentlich zum Bruttoinlandsprodukt und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen, langfristig vergrault werden.

„Ich unterstütze vollinhaltlich das Präsidium des Unternehmerverbandes Südtirol, welches in einem offenen Brief auf die Probleme des Unternehmens alpitronic bezüglich dessen Probleme bei der lokalen Standortsuche aufmerksam gemacht hat und solidarisiere mich im Namen des ASGB mit dem Unternehmen. Ich frage mich, ob sich die zuständigen Landesämter und gewählten Politvertreter bewusst sind, was es für den Wirtschaftsstandort Südtirol bedeuten würde, wenn auch alpitronic abwandern würde. Wie oft ist es schon passiert, dass Bürokratie und die hiesige Gesetzgebung Unternehmen aus Südtirol vergrault und damit deren Ansiedlung im benachbarten Ausland gefördert hat? Wollen wir nicht das Knowhow von Unternehmen, die zu den Weltmarktführern gehören und auch eminent wichtig für lokale Zulieferer sind, im Land behalten? Wollen wir nicht die geschaffenen Arbeitsplätze erhalten bzw. ausbauen?“, so Tschenett in einer Aussendung.

Der ASGB-Chef warnt vor einem sich anbahnenden Kartenhauseffekt: „Welche Signalwirkung hätte eine misslungene Standortsuche von alpitronic in Südtirol auf andere Unternehmen, die expandieren wollen? Ich denke, dass diese Südtirol als Wirtschaftsstandort zukünftig gar nicht mehr in Erwägung ziehen würden. Aufgabe der zuständigen Vertreter aus der Politik und in Ämtern in deren Zuständigkeit, sollte es sein, behilflich bei der Suche nach Produktionsstätten zu sein und nicht gegensätzlich zu verfahren.“.

Tschenett fordert eine umgehende Neuanalyse der Ist-Situation im Sinne des öffentlichen Interesses.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (6)

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  • artimar

    Wieso sollen bei all den aufgelassenen, nicht mehr genutzten Flächen und der Möglichkeit der Nachverdichtung dafür unnötigerweise Grünflächen zerstört werden?

  • latemarbz

    Sicher klingt es sympatisch, wenn ein junges Unternehmen und schon Weltmarktführer in Südtirol qualifizierte Arbeitsplätze schaffen will. Die andere Seite ist aber: die qualifizierten Fachkräfte gibt es hier aber sanscheinend nicht. Also müsste man welchen von außen anwerben. Wo sollen die aber wohnen? Fragen über Fragen!

  • tirolersepp

    Herr Tschenett der Arbeitnehmer Markt ist leergefegt, komplett egal ob ein Unternehmen abzieht, sogar besser !

    Zuviel ist zuviel – zuerst nachdenken dann poltern!

  • checker

    Fakt ist: Ohne Unternehmen läuft die Wirtschaft nicht. Wenn Firmen hier nicht arbeiten können, dann ist das eine Tragödie. EIn anderer Fakt ist auch, dass die Südtiroler Landesregierung a) Nichts für die Ansiedlung von Unternehmen tut und b) Nichts für deren Wettbewerbsfähigkeit tut. Heisst, wenn wir hier ein hohes Preisniveau haben, dann ist dies in etwa so, wie wenn ein Unternehmen in die Schweiz ziehen muss. Der Arbeitsmangel ist dann nochmal ein ganz anderes Thema, welcher teilweise den niedrigen Löhnen aber auch dem Rückbau der Globalisierung geschuldet ist. In der Pandemie haben sich viele Arbeiter umorientiert.
    WIe wird´s weitergehen? Die Südtiroler Firmen müssen sehr wahrscheinlich höhere Löhne zahlen, wenn die Lohnnebenkosten allerdings nicht wettbewerbsfähig sind, dann werden diese wegziehen. Dies ist dann ein Drama für alle. Nur vom Tourismus kann Südtirol nicht leben.

  • checker

    Für die Alpitronic gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Man zieht weg, evt. ins Trentino wo es wesentlich günstiger ist und rekrutiert die Leute in Südtirol. Sofern man welche findet. Wenn man keine Einheimischen findet, dann kann man immer noch international rekrutieren, hätte dann aber auf jeden Fall den Vorteil der günstigeren Standortkosten. Und für Südtirol bliebe dann nichts, ausser ein Totalschaden.
    Aber der Kompatscher wird´s schon richten 😉
    Da habe ich vollstes Vertrauen ;-);-)

  • dn

    Die Gemeindeverwaltung entscheidet.

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